Schlagwort: Alternative Rock

Annie Taylor

Annie Taylor – Out Of Scale

Der kantige, treibende und vielschichtige Sound von Annie Taylor trifft einen Nerv. Bereits mit dem Einstand wurde die Band aus Zürich international bekannt. Eine weitere Platte folgte, man tourte durch Großbritannien und die USA, spielte eine legendäre KEXP-Session, trat beim SXSW und beim Reeperbahn Festival auf. Neuer Stoff entstand vor allem im vergangenen Sommer, als die Heimatstadt fast leer gefegt war, als man einfach machen und fühlen konnte. „Out Of Scale“ entwickelt den Sound geschickt weiter, kann gleichzeitig roh und hart, aber auch reduziert und intim klingen, begleitet von Liedern über Freundschaften und Liebesbeziehungen.

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Basement

Basement – WIRED

Ein langer Weg zurück liegt hinter Basement. Nach dem Release von „Beside Myself“ im Herbst 2018 ging es in eine längere Auszeit, während der Pandemie gingen die Musiker eigenen Projekten nach, Gitarrist Alex Henery – gemeinsam mit Frontmann Andrew Fisher so etwas wie der kreative Kern der Band – dachte sogar zwischenzeitlich über einen Ausstieg nach. Letztlich fand man doch wieder einen gemeinsamen Weg und entschloss sich für eine kreative Neuausrichtung sowie die Rückkehr zum Stammlabel Run For Cover Records. Laut Band geht „WIRED“ ein kreatives Wagnis ein, dass man entweder lieben oder hassen wird. Wie ermutigend.

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Would

Would – Need A New Old Friend

Die Entwicklung von Would ist beeindruckend. Vor Jahren rief Matthias Schwettmann das Projekt für jene Songs ins Leben, die nicht zu seiner Band Palila passten. Seither fanden diverse musikalische Metamorphosen statt, im Vorjahr mit dem unerwartet wütenden „Thrash“ sogar von erstaunlicher Härte und Rifflastigkeit geprägt. Nun gibt es eine komplette Live-Band und noch mehr frische Ideen. Das mittlerweile fünfte Studioalbum „Need A New Old Friend“ bildete sich während einer schwierigen Phase, widmet sich vor allem den Zwischentönen und legt den Fokus auf die Texte. Musikalisch hat sich ebenfalls etwas getan.

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13SUNS

13SUNS – Särge, Erde, Damen & Herren

Für diese vier Herren scheint die Sonne besonders hell … und vielfach. Bereits auf ihrer Ende 2024 erschienenen, gleichnamigen EP taten sich 13SUNS als Indie- und Alternative-Feinschmecker mit einem Herz fürs Schräge, aber auch fürs Hymnische hervor. Nun stürzt sich die Band aus Dresden auf ein erstes komplettes Album, aufgenommen im eigenen Tortenklang Studio. Um die Veredelung kümmerten sich mit Kurt Ebelhäuser und Andi „Doc Young“ Jung echte Meister ihres Fachs. Und eben solche dürften auch 13SUNS bald sein, zumindest wenn man nach den zehn abwechslungsreichen Tracks auf „Särge, Erde, Damen & Herren“ geht.

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Anger MGMT.

Anger MGMT. – Anger Is Eternal

Wut kann vieles sein, das weiß Nik Petronijevic nur zu gut. Der Sänger von Anger MGMT. sang auf dem ersten Album „Anger Is Energy“ über seine Depressionen und Angsterkrankung, ist Mental-Health-Aktivist und hilft Menschen mit seiner Offenheit. Der Weg nach vorne ist jedoch ein stetes Auf und Ab, verläuft nicht linear. Exakt das thematisiert das Trio aus Winterthur einmal mehr und stellt sich musikalisch weiterhin breit auf – rockig, finster, zentnerschwer, stellenweise erstaunlich drückend und frontal. „Anger Is Eternal“ befasst sich mit alten Verletzungen, neuen Herausforderungen und steten Kämpfen, verpackt in abermals richtig gute Musik.

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Friko

Friko – Something Worth Waiting For

Tourneen sind eine wunderbare Möglichkeit für Musiker, um sich sukzessive weiterzuentwickeln, um sich einzuspielen, um zu wachsen. Letzteres haben Friko wörtlich genommen. Bestritten Sänger und Gitarrist Niko Kapetan sowie Drummer Bailey Minzenberger den Release ihres Einstands „Where We’ve Been, Where We Go From Here“ noch als Duo, fanden sie in Bassist David Fuller und Gitarrist Korgan Robb mehr als patente Live-Unterstützung, die seither fix ins Line-up integriert wurde. Dieses Mehr an kreativen Stimmen macht sich auf dem Nachfolger bemerkbar: „Something Worth Waiting For“ klingt in jeder Hinsicht lauter, eindringlicher und wuchtiger.

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Teen Suicide

Teen Suicide – Nude descending staircase headless

Raus aus dem kleinen Zimmer und rein ins ordentliche Studio: Jahrelang veröffentlichte Sam Ray mit verschiedenen Mitstreitern als Teen Suicide sympathische, energische, aber auch verträumte Lo-Fi-Songs. Seit bald acht Jahren gibt es ein fixes Line-up als Duo mit Ehefrau Kitty Pryde, Rays schwere gesundheitliche Probleme der letzten Jahre scheinen überwunden, zudem besteht nun eine etablierte Tour-Besetzung für ordentlich Live-Präsenz. „Nude descending staircase headless“ weicht dennoch vom vertrauten Homerecording-Prozess ab und wurde erstmals mit umfassender Instrumentierung und ordentlicher Produktion aufgenommen. Das steht der Band erstaunlich gut zu Gesicht.

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They Might Be Giants

They Might Be Giants – The World Is To Dig

Ein Hoch auf Parallelismus: Vor wenigen Tagen erschien eine Forsetzung von ‚Malcolm mittendrin‘ in Form einer Miniserie. Fast zeitgleich melden sich die Herren hinter der Titelmusik zurück: They Might Be Giants sind selbstverständlich viel mehr als „Boss Of Me“, können auf über 40 Jahre gemeinsame Geschichte zurückblicken, zwei Grammys, eine Tony-Nominierung, mehr als 20 Studioalben sowie diverse gefeierte Platten für Kinder. „The World Is To Dig“ ist ihr erstes neues Werk seit viereinhalb Jahren, erzählt einmal mehr viele spannende Geschichten und stellt sich musikalisch gewohnt breit, kunterbunt auf.

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Hawel/McPhail

Hawel/McPhail – Sorrow Wonderland

Alles kommt anders und doch so gut – die letzten Jahre brachten für Frehn Hawel (Tigerbeat) und Rick McPhail (Mint Mind, Tocotronic) einige Veränderungen mit sich. Die Musik rückte erst einmal in den Hintergrund, weswegen McPhail bei Tocotronic aktuell eine Pause auf unbestimmte Zeit aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen einlegen muss. Entsprechend richtig und wichtig war es, einfach mal wieder die Fuzz-Pedale anzuwerfen und einfach zu machen. Zwölf Songs sind es geworden, die sich mit dem Hier und Jetzt, mit dem Älterwerden und mit Beziehungen, aber auch mit dem Zeitgeschehen und der Leistungsgesellschaft auseinandersetzen. Im „Sorrow Wonderland“ geht es aber stets gefällig vor sich.

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SALÒ

SALÒ – Hardcore

Eine Welt, die längst endgültig desensibilisiert sind, braucht Musik, die keinerlei Rücksicht auf etwaige Befindlichkeiten nimmt. SALÒ legt die Antithese zu Wohlfühlmusik vor. Auf seinen bisherigen Alben und EPs vermischte der mittlerweile in Wien ansässige Steirer Punk, Rock, Electro, Pop, Alternative und bewusst deutliche, knackige Texte. Die permanente Eskalation der Gegenwart, das Doomscrollen als Freizeitvertreib und fast omnipräsente Aussichtslosigkeit begleiten auch den neuesten Streich. „Hardcore“ zerlegt den Status Quo mit ausgesuchter Präzision und reißt dabei in aufgehende Gräben hinab.

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