Schlagwort: Alternative Rock

Mule Jenny

Mule Jenny – Take Enough Leeway

Vor fünf Jahren rief Etienne Gaillochet (u. a. We Insist!, Zarboth, Harmonic Permanent Drive) sein Soloprojekt Mule Jenny ins Leben und veröffentlichte ein erstes, hochgradig eklektisches Album. Mit Max Roy und Théo Guéneau von Lysistrata wurde daraus eine komplette Band und zugleich ein kleiner kreativer Neustart. Umfassende Probe- und Songwriting-Sessions, bloß drei Tage im Studio und ein Mut zum Risiko brachte den nun generalüberholten Mix aus Prog, Noise, Pop, Post-Hardcore, Math und Alternative hervor. „Take Enough Leeway“ traut sich etwas und stellt Hörgewohnheiten mit wachsender Begeisterung auf die Probe.

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Palila

Palila – Later

Rund um den Release ihres aktuellen Albums hatten Palila ein echtes Luxusproblem: zu viel Musik. Das angenehm vielschichtige „Children Will Be Furious“ zeigte zahlreiche neue Facetten der Indie-Multitalente, doch schaffte es längst nicht jeder Track auf die fertige Platte. Anstatt das Material im Archiv verschimmeln zu lassen, musste nachgelegt werden. Und so landet, nur fünf Monate später, eine EP mit vier weiteren Perlen aus den fruchtbaren Sessions. „Later“ bringt in aller gebotenen Kürze auf den Punkt, was diese Band so stark und so sympathisch macht.

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Die Spitz

Die Spitz – Something To Consume

Der Mötley Crüe-Streifen „The Dirt“ inspirierte vier Texanerinnen 2022 dazu, eine Band zu gründen. Die Spitz – der bestimmte feminine deutsche Artikel wurde bewusst gewählt – aus Austin mögen es laut, drückend und rifflastig, aber auch melodisch und gefühlvoll. Ihre Einflüsse beziehen sie unter anderem aus Punk, Metal, Hardcore und Alternative Rock, angetrieben durch Freundschaft und Zusammenleben, pointierte Texte und dem steten Spannungsverhältnis zwischen Politischem und Persönlichem. „Something To Consume“ ist ihr wuchtiges, intensives und mitreißendes erstes Album.

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Ghostwoman

Ghostwoman – Welcome To The Civilized World

Erst veröffentlichten sie drei Alben binnen 18 Monaten, dann dauerte es annähernd zwei Jahre bis zum vierten Streich: unorthodox ist bei Ghostwoman Standard, inklusive neuer Schreibweise des Bandnamens. Und einer gesunden Portion Nihilismus, denn das Duo weiß um die Sinnlosigkeit ihres Unterfangens, Musik zu machen. Schließlich ist die Welt dem Untergang geweiht, und Evan Uschenko und Ille van Dessel geben die Band auf der Titanic, die während dem unaufhaltbaren Versinken weiterspielt. Entsprechend wurde „Welcome To The Civilized World“ einfach nur gemacht, weil man es konnte. Weil es eh schon egal ist. Ein Prosit der vergänglichen Gemütlichkeit.

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Boko Yout

Boko Yout – Gusto

Ein Album als Form der Selbsttherapie, um die eigene Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu verarbeiten: Boko Yout verlangt seinem Full-Length-Einstand einiges ab. Aufgewachsen in Schweden, der Vater aus Togo, die Mutter aus Mosambik, dazu der überdimensionale Schatten der Evangelisch-Freikirchlichen Kirche für eine queere Person, die mit der eigenen Sexualität und Identität ringt – es hatte sich, gelinde gesagt, einiges aufgestaut. Und doch gilt Yout als eine der heißesten Aktien des Musiklandes, für diverse (Newcomer-)Preise nominiert, seine beiden EPs und die diversen Singles abgefeiert. Seinen Sound nennt er augenzwinkernd ‚Afro-Grunge‘ und liegt damit gar nicht mal so weit daneben. „Gusto“ befasst sich aber nicht nur mit den Kämpfen und Gräben der Jugend.

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Tristesse

Tristesse – Schönste Trauer

Eine fantastische EP, ein großartiges Album … und jetzt? Binnen kürzester Zeit konnten sich Tristesse zur neuen Top-Adresse für verträumten Rock mit Gaze und Alternative etablieren. Auf Lorbeeren sollen sich aber andere ausruhen, neues Material steht bereits in den Startlöchern. Nach diversen Singles landet mit „Schönste Trauer“ – je nach Sicht der Dinge – ein sehr kurzes Album oder eine etwas ausführlichere EP, erstmals als Quartett. In gerade einmal 19 Minuten liefern die Berliner ein Sammelsurium sympathischer und kurioser Beobachtungen aus ihrem Alltag, betonen Gegensätze und plädieren für Akzeptanz und das Gemeinsame.

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Slow Crush

Slow Crush – Thirst

Wenige verstehen Shoegaze so lautmalerisch und unbequem wie Slow Crush. Das belgische Quartett nahm sich nach zwei packenden Platten eine kleine Studio-Auszeit, wechselte das Label und legte den Fokus auf den Feinschliff auf der Bühne. Als die Arbeiten an neuer Musik begannen, wollte man unbedingt eine Metamorphose bemühen, ohne alles, was bisher war, komplett zu ignorieren. Exakt das ist letztlich auch gelungen: „Thirst“ bleibt weiterhin im Gaze-Umfeld unterwegs, gibt sich aber insgesamt deutlich lauter, heavier und noisiger – ein echtes Bollwerk und ohne Frage die erhoffte Wiedergeburt.

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Jehnny Beth

Jehnny Beth – You Heartbreaker, You

Neue Musik von Jehnny Beth ist stets ein Festmahl, ob mit den leider in Langzeit-Pause befindlichen Savages, im Duett mit Bobby Gillespie oder als allseits beliebter Gast für diverse Künstler. Und dann ist da noch ihre spannende Solokarriere, die mit „To Love Is To Live“ vor fünf Jahren ein herrlich unorthodoxes Album abwarf. Dessen Eindringlichkeit rettet die Französin ins Hier und Jetzt und präsentiert eine Platte, die auf dunkle Zeiten reagiert – mal laut, schroff und bewusst grantig, dann wieder zart, flüstern, nahezu einfühlsam. „You Heartbreaker, You“ ringt mit einer Pluralität an Eindrücken und stellt sich musikalisch entsprechend breit auf.

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Red Ocean

Red Ocean – Mad For It

Am Wasserfall geträumt, am Hafen gereift, in der Hauptstadt flügge geworden: Bernhard Pausch gründete seine erste Band im Alter von 15 Jahren in Gastein im Salzburger Pongau, bevor er vier Jahre später nach Hamburg zog, um Musikproduktion zu studieren. Nach einer experimentellen Phase konzentrierte er sich später wieder auf Rock, ging nach Berlin und gründete Red Ocean. Gemeinsam mit Drummer Danny Weber geht es um die elementaren Bestandteile des Genres, mit einem hörbaren Faible für die 60s, 70s und 90s. Exakt das zeigt sich auf „Mad For It“, der zweiten EP des Duos.

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Hot Mulligan

Hot Mulligan – The Sound A Body Makes When It’s Still

Schräge Songtitel, rohe Emotionen und ansteckende Live-Präsenz machten Hot Mulligan schnell zu absoluten Szene-Favoriten. Während ihr erstes Album 2018 als Teil eines kleinen Emo-Revivals erschien, zählt das Quintett aus Lansing im US-Bundesstaat Michigan heute zu den wenigen, die ihren Stiefel weiterhin durchziehen und nun die verdienten Lorbeeren ernten. Auch ihre mittlerweile vierte Platte „The Sound A Body Makes When It’s Still“ fügt sich nahtlos in diese Riege ein, begleitet von gewohnt aufwühlenden Texten und dem einen oder anderen cleveren Kunstgriff, der die kreative Evolution vorantreibt.

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