Schlagwort: Americana

Tedeschi Trucks Band

Tedeschi Trucks Band – Future Soul

Eine der kreativ herausforderndsten Phasen ihrer Karriere liegt hinter Tedeschi Trucks Band: 2022 erschien ein vierteiliges Album, über den Sommer verteilt, hell leuchtend, anspruchsvoll und zugleich eingängig wie eh und je. Für einen Nachfolger ließ man sich ein wenig Zeit, schüttelte ein wenig Live-Material aus dem Ärmel und begann im Frühsommer 2024 mit den Arbeiten daran. Die zwölfköpfige Band wählte dafür einmal mehr eine Kerngruppe an Songwritern aus und holte sich unter anderem einen externen Produzenten hinzu, um neue Perspektiven zu gewinnen. „Future Soul“ fängt das Live-Feeling im Studio-Setting ein und stellt sich tatsächlich noch einen Tacken bunter auf.

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Volores

Volores – Shores Of Scorpio

Das Ehepaar Shelby und Nathen Maxwell (Bassist bei Flogging Molly) bemüht sich als Volores um spannende, emotional aufgeladende Indie- und Alternative-Klänge mit einer gesunden Prise Goth, Post Punk und Americana. Nach einem immersiven ersten Album stellte eine kapitale Enthüllung das Leben von Sängerin Shelby auf den Punkt: Ihr leiblicher Vater war nicht der Mann, für den sie ihn gehalten hatte. Daraus ergab sich die Suche nach einem eigentlichen Zuhause für eine Person, die sich stets fehl am Platze gefühlt hatte. „Shores Of Scorpio“ begleitet die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität.

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Lucinda Williams

Lucinda Williams – World’s Gone Wrong

Um klare Worte war Lucinda Williams nie verlegen, und die braucht es aktuell mehr denn je. Die mehrfache Grammy-Gewinnerin hat nach diversen Cover- und Jukebox-Platten wieder komplett neues Material im Gepäck und bezieht Stellung als Stimme in einer Welt, die am Abgrund steht, in ihrer Heimat diesen vielleicht bereits längst hinabstürzt. Im vergangenen Frühjahr aufgenommen, trägt „World’s Gone Wrong“ die Kampfansage bereits im Titel und versucht sich als deutlicher Schlachtruf, ohne jedoch die schönen Seiten, die Lichtblicke des Alltags zu ignorieren.

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Robert Plant

Robert Plant – Saving Grace

Eine musikalische Reise mit Robert Plant ist immer ein Grund zur Freude. Von seinen großen Hard-Rock-Stadion-Tagen ist er inzwischen weit entfernt, erforscht mit seinen Alben und wechselnden Begleitungen sämtliche Ecken des Erdballs und findet doch immer wieder zurück zu seiner alten Liebe für Blues, Folk, Country und Gospel. Exakt das sind die Eckpfeiler für das neueste Werk seiner Band Saving Grace, mit der er inzwischen seit sechs Jahren zusammenspielt, die er in seiner walisischen Heimat fand. Gemeinsam widmet man sich einer Serie an Cover-Versionen, unter dem Titel „Saving Grace“, das Plant und die fantastische Sängerin Suzi Dian nebeneinanderstellt.

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Wednesday

Wednesday – Bleeds

Eine gewisse Unvorhersehbarkeit begleitet Wednesday seit ihrem ersten, Anfang 2018 erschienenen Album. Wohin die Reise geht, ist nie so ganz eindeutig, aber immer hochgradig spannend. Zuletzt ließ das US-Quintett auf „Rat Saw God“ vermehrt Alternative, Gaze und sogar ein bisschen Noise in den Vordergrund rücken. Davon verabschiedet man sich nur bedingt, holt aber wieder vertraute Country-, Americana- und Slacker-Ansätze hinzu. „Bleeds“ entstand unter besonderen Vorzeichen: Bereits vor den ersten Sessions hatten sich Sängerin/Gitarristin Karly Hartzman und Gitarrist MJ Lenderman nach sechs gemeinsamen Jahren getrennt. Das verschwiegen sie der Band jedoch bis zum Ende der Aufnahmen, um die gemeinsame Chemie nicht zu stören.

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Ghostwoman

Ghostwoman – Welcome To The Civilized World

Erst veröffentlichten sie drei Alben binnen 18 Monaten, dann dauerte es annähernd zwei Jahre bis zum vierten Streich: unorthodox ist bei Ghostwoman Standard, inklusive neuer Schreibweise des Bandnamens. Und einer gesunden Portion Nihilismus, denn das Duo weiß um die Sinnlosigkeit ihres Unterfangens, Musik zu machen. Schließlich ist die Welt dem Untergang geweiht, und Evan Uschenko und Ille van Dessel geben die Band auf der Titanic, die während dem unaufhaltbaren Versinken weiterspielt. Entsprechend wurde „Welcome To The Civilized World“ einfach nur gemacht, weil man es konnte. Weil es eh schon egal ist. Ein Prosit der vergänglichen Gemütlichkeit.

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Jason Isbell

Jason Isbell – Foxes In The Snow

Neue Musik von Jason Isbell ist immer eine schöne Sache; das erste Soloalbum seit fast zwölf Jahren, das dritte überhaupt (und erstmals sogar rein akustisch) darf gut und gerne als Besonderheit bezeichnet werden. Dabei war der Mittvierziger zuletzt alles andere als untätig. Neben den Alben mit seiner Band The 400 Unit, zuletzt „Weathervanes“ im Sommer 2023, ist Isbell inzwischen auch als Schauspieler tätig – zuletzt im Scorsese-Streifen „Killers Of The Flower Moon“, demnächst in einem RZA-Projekt. Und irgendwo zwischendrin entstand „Foxes In The Snow“, das den Fokus auf Isbells Storyteller-Qualitäten rückt.

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Echolalia

Echolalia – Echolalia

Ein altes Kloster auf der Isle of Wight wurde für alte Freunde zum Quell der Inspiration. Hinter Echolalia stecken acht (Studio-)Veteranen aus Nashville, die gemeinsame Sache machen wollten. Songwriter und Steel-Guitar-Spieler Spencer Cullum erzählte Kumpel und Multi-Instrumentalist Jordan Lehning von einem ehemaligen Kloster aus dem Jahr 1160, das inzwischen als Studio betrieben wird. Ursprünglich sollten vier Songwriter – Andrew Combs und Dominic Billett kamen hinzu – je drei Songs schreiben, um diese gemeinsam auszuarbeiten. Das Projekt wuchs immer weiter, sichtlich von diesem besonderen Ort inspiriert, und wirft mit „Echolalia“ nun ein komplettes Album ab.

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Bonnie "Prince" Billy

Bonnie „Prince“ Billy – The Purple Bird

Erst zum zweiten Mal in seiner illustren Karriere arbeitet Will Oldham aka Bonnie „Prince“ Billy mit einem Produzenten zusammen. Gemeinsam mit David „Ferg“ Ferguson nahm er in Nashville auf, begleitet von einer Fülle an Session-Musikern. Ferg und der Prince kennen sich seit über 20 Jahren, als ersterer als Engineer bei Johnny Cashs „American III“-Session zugange war, wo ein Song Oldhams gecovert wurde. Eine Country-Platte sollte es dennoch nicht werden, wenngleich sich das nicht gänzlich vermeiden ließ. Die Tracks auf „The Purple Bird“ wurden überwiegend rund um Fergs Küchentisch geschrieben und klingen wie die perfekte Symbiose beider Welten.

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Jaye Jayle

Jaye Jayle – After Alter

Durch einen geschickten Rückgriff blicken Jaye Jayle energisch nach vorne. Evan Pattersons Solo-Schauplatz mit Band machte im Laufe der Jahre und Alben mehrere kleine Metamorphosen durch, stets unter dem Eindruck des Weltgeschehens sowie von privaten Entwicklungen. Längst nicht jede Idee schaffte es auf die finalen Platten, und so sammelten sich nach und nach Ansätze, Fragmente, reine Gefühlsregungen an, die zuvor ihren Platz, aber auch ihre endgültige Ausdrucksform nicht finden konnten. „After Alter“ zerrt diese Eindrücke energisch an die Oberfläche und gibt ihnen gewohnt prägnanten, pointierten Rückenwind mit auf den Weg zurück.

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