Schlagwort: Americana

The Red Clay Strays

The Red Clay Strays – Moment Of Truth

Manchmal entwickeln Songs, ja sogar ganze Alben, ein wundervolles Eigenleben. Als The Red Clay Strays 2022 ihre erste Platte veröffentlichten, nahmen nur wenige Menschen Notiz vom charmanten Mix aus Blues, Country, Soul und Americana samt düsteren Texten. Irgendwann entwickelte sich „Wondering Why“ via TikTok zum Streaming-Hit (fast 100 Millionen Streams auf Spotify), das Album dazu erhielt mehr Aufmerksamkeit, die Venues wurden immer größer und schließlich schlug das renommierte Label Thirty Tigers zu. Dort wird „Moment Of Truth“, besagter Einstand, nun physisch neu aufgelegt und schafft somit den höchst verdienten Weg in hiesige Gefilde.

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Freddy And The Phantoms

Freddy And The Phantoms – Heathen Gospels

Freddy And The Phantoms verfrachten die Prärie bereits zum sechsten Mal in den hohen Norden. Wie nur wenige andere Bands verstehen es die Dänen, Americana, Country, Blues und etwas Desert Rock miteinander zu verbinden, obwohl sie kaum weiter von entsprechenden US-Welten entfernt sein könnten. Inspiriert von ihrer ersten Konzertreise durch die USA überhaupt im Vorjahr, entstand ein Album, dass mehr denn je einen Eindruck eines Kollektiv gibt, wo sich jeder einbringen konnte und exakt das überaus aktiv tat. „Heathen Gospels“ bringt den Sound des Quartetts gekonnt auf den Punkt.

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BRTHR

BRTHR – Brother

Immer noch klingen BRTHR definitiv nicht so, wie man sich das von einem Stuttgarter Duo erwartet. Der smoothe, zurückgelehnte Mix aus Soul, Pop, Folk, Americana, Country, Indie und Softrock trägt betont amerikanische Züge in sich, südlich angehaucht, tiefenentspannt, zugleich voller Kraft und Energie. Philipp Eißler und Joscha Brettschneider folgen diesen ungefähren Zutaten weiterhin, sonnig, reif und voller bekömmlichem Understatement. Mit ihrem nunmehr vierten Album „Brother“ rennen sie abermals offene Türen ein.

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The Hanging Stars

The Hanging Stars – On A Golden Shore

Ein Quintett aus London zählt zu den interessantesten Americana-Bands der Gegenwart und wollte ein balearisches Country-Album aufnehmen – was sich überaus paradox anhört, wird im Fall von The Hanging Stars spannende Wirklichkeit. Die britische Formation zählt seit einigen Alben zu den großen Geheimtipps einer neuen UK-Szene, die mit vermeintlich typisch amerikanischen Sounds flirtet und diesen ihren ureigenen Stempel aufdrückt. Exakt das geschieht auch auf ihrem neuesten Longplayer: „On A Golden Shore“, ihr zweites Album für Loose Music, wurde mit dem vagen Anhaltspunkt, ein balearische Vibes und Country-Klänge verbinden zu wollen, eingespielt.

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Grandaddy

Grandaddy – Blu Wav

Etwa sieben Jahre ist das letzte reguläre Grandaddy-Studioalbum her. Zwei Monate nach dem Release starb Gründungsmitglied Kevin Garcia urplötzlich an einem Herzinfarkt, er wurde nur 41. Mastermind Jason Lytle widmete sich im Anschluss erst einmal einem Solowerk sowie einer Klavier-Interpretation des legendären „The Sophtware Slump“-Albums, bevor es wieder zurück zu Grandaddy ging. Bloß klingt die Indie-Institution etwas anders. Bei einer Autofahrt durch die Wüste Nevadas hörte er Patti Pages „Tennessee Waltz“ und hatte eine zündende Idee: Wie würde es klingen, wenn man Bluegrass-Waltz-Sounds mit New Wave und Elektronik vermengt? Das Ergebnis liegt nun in Form von „Blu Wav“ vor.

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Ghost Woman

Ghost Woman – Hindsight Is 50/50

Qualität oder Quantität? Diese Frage stellt sich für Ghost Woman nicht, denn sie bringen einfach vermeintliche Widersprüche zusammen. Nicht nur das, ihr drittes Album binnen 18 Monaten macht sogar einen weiteren Schritt nach vorne. Aber der Reihe nach: Was einst als Solo-Spielplatz für Multiinstrumentalist und Songwriter Evan Uschenko begann, ist durch den Einstieg von Ille van Dessel zum Power-Duo geworden, das tatsächlich wie ein solches klingt und den finsteren Sound seither weiterentwickelt. „Hindsight Is 50/50“ intensiviert die beklemmende Stimmung, verwischt Gesangsmelodien und rückt die Gitarren nach vorne.

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Ryan Bingham

Ryan Bingham – Watch Out For The Wolf

In seiner US-Heimat ist Ryan Bingham seit Jahren ein Fixstern im Country- und Americana-Sektor, veröffentlichte mehrere Top-50-Alben, wurde mit einem Oscar und einem Grammy ausgezeichnet, und hält sogar sein eigenes Festival ab. Als Teil der letzten beiden Staffeln des Neo-Western-Dramas „Yellowstone“ ist er zudem mittlerweile einem internationalen TV-Publikum ein Begriff. Für seinen neuesten musikalischen Streich zog sich Bingham in die gebirgige Wildnis Montanas zurück. Gemeinsam mit seinem Hund, mit Instrumenten, Notizbüchern und Aufnahme-Equipment durchlebte er eine spirituell herausfordernde, einsame Zeit, in der die EP „Watch Out For The Wolf“ entstand.

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William The Conqueror

William The Conqueror – Excuse Me While I Vanish

Zu Beginn des ersten Lockdown merkte Ruarri Joseph, wie alles, was er mit William The Conqueror aufgebaut hatte, zu verschwinden drohte. Und dann sah er seine Frau, die als Sozialarbeiterin im Bereich der psychischen Gesundheit kaum Zeit hatte, Luft zu holen, erkannte den eigenen Egoismus und erfuhr einen Perspektivenwechsel, der sich letztlich auch auf die Band auswirkte. Entsprechend größer, emotionaler und kreativer gestaltete sich das gemeinsame Schaffen, als es endlich wieder losging. Nach Abschluss ihrer Trilogie hat „Excuse Me While I Vanish“ etwas von einem Neustart, bloß mit vertrauten Mitteln zwischen Indie und Americana.

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Jaye Jayle

Jaye Jayle – Don’t Let Your Love Life Get You Down

Während Young Widows ihre Aktivitäten auf ein absolutes Minimum zurückschraubten, suchte Sänger und Gitarrist Evan Patterson nach einem neuen kreativen Outlet. Als Jaye Jayle veröffentlicht er seit geraumer Zeit Solo-Alben mit Band-Besetzung, wobei „Prisyn“ vor drei Jahre die Distanz suchte und ganz alleine mit Synthetik experimentierte. Zwar kehrt Jayle für sein neuestes Werk wieder zurück zum erweiterten Line-up, nimmt entsprechende musikalische und kreative Erkenntnisse jedoch mit. „Don’t Let Your Love Life Get You Down“ scheint von einer steten, bluesig-jazzigen Düsternis begleitet, die auf erstaunlich passende Weise mit Singer/Songwriter und Americana kollidiert.

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Lukas Nelson

Lukas Nelson & Promise Of The Real – Sticks And Stones

Der überaus produktive Lukas Nelson trommelt einmal mehr seine Band Promise Of The Real zusammen und präsentiert eine weitere sympathische Song-Sammlung. Auf das introspektive „A Few Stars Apart“ sollte eine betont große, lebenslustige Platte folgen, die sich mit universellen Themen befasst, die Platz für Feiern, Freunde und Humor, aber auch für Liebe und Sehnsucht lässt. „Sticks And Stones“ sucht und findet die goldene musikalische Mitte. Zwölf überaus unterhaltsame Kapitel verbinden einmal mehr musikalische Tradition mit charmantem Freigeist.

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