Schlagwort: Indie Pop

Pinkunoizu – The Drop

In Dänemark trägt Lärm offensichtlich die Farbe Rosa. Die Musik von Pinkunoizu ist sicherlich vieles, bloß nicht orthodox. Nach dem Debüt „Free Time!“ nahm man erstmals gemeinsam in Kopenhagen auf und verbrachte einige Zeit in der Freistadt Christiana, um sich vom Geist dieser speziellen Kommune anstecken zu lassen. Herausgekommen ist ein verträumtes Stück Popmusik im XXL-Format, das auf den Namen „The Drop“ hört und Bezug auf als klangliche Erscheinungen wiederkehrende Tonschwankungen nimmt.

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Glitches – Only Time Will Tell

Ein Glitch, das wissen vor allem Zocker, ist eine Störung, ein kurzer Störungsimpuls, der etwas unbrechen und/oder durcheinander bringen kann. Wollen Glitches aus Whitechapel in East London somit bloß stören? Bestenfalls bringt das Trio die musikalische Gefühlswelt seiner Ersthörer durcheinander. In ihrem Glitches HQ – man lebt und musiziert gemeinsam – tummelten sich unter anderem bereits We Have Band und NZCA/Lines für Live-Sessions. Mit „Only Time Will Tell“ drängen die Briten nun auch auf den deutschen Markt.

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The xx – Fiction

Während den drei Jahren zwischen dem Release des prämierten Debütalbums „xx“ und seinem Nachfolger profilierte sich in einer kleinen Bandpause ausgerechnet mit Jamie Smith aka Jamie xx das ruhigste Mitglied von The xx. Die Texte von Gil Scott-Heron brachte er zurück ins Rampenlicht, für Drake produzierte er einen Song auf „Take Care“ und erarbeitete einen Remix von Adeles „Rolling In The Deep“. Seit September 2012 steht aber wieder die Band im Mittelpunkt mit dem starken zweiten Album „Coexist“. Die neue Auskopplung „Fiction“ eignet sich perfekt als Antithese zu Strandfeten jeder Art.

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Travis – Moving

Auch wenn ihre erfolgreichsten Zeiten rund um Indie-Evergreens wie „Why Does It Always Rain On Me?“ und „Sing“ bereits weit über zehn Jahre zurückliegen, sperrt man bei einer neuen Platte von Travis automatisch die Ohren auf, gerade wenn man sich zwischenzeitlich fünf Jahre Studio-Auszeit genommen hatte. Nach dem gefloppten „Ode To J. Smith“ verlagerten die Erfinder des Glum-Pop ihre Aktivitäten vor allem auf die Bühne, während Sänger Fran Healy gemeinsam mit Tim Rice-Oxley an neuen Keane-Songs arbeitete. Bevor am 16. August das siebte Album „Where You Stand“, werfen Travis – einmal mehr weitestgehend unbemerkt – den zweiten Vorboten „Moving“ ab.

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Sportfreunde Stiller – New York, Rio, Rosenheim

WM-Hymne, Edel-Metall, Udo Jürgens – die Sportfreunde Stiller waren 2009 mit der Veröffentlichung ihres Unplugged-Albums am Karriere-Olymp angekommen. Was folgte, war eine (angekündigte) lange Pause, die Schlagzeuger Flo Weber unter anderem für seinen zweiten Roman „Grimms Erben“ und Aushilfsarbeit bei den legendären Noise-Rockern Harmful nutzte. Die Zeit der Stille ist nun vorbei, mit „New York, Rio, Rosenheim“ erscheint, im Sog des Top-10-Einstiegs des Vorboten „Applaus, Applaus“, das erste reguläre Studioalbum seit 2007.

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Guards – In Guards We Trust

Was derart lässig klingt, dass New York verblasst und die Westküste wie vor einem liegt, sind Guards. Das Trio aus NYC gibt sein Indie Debüt, reichlich nostalgisch, jedoch ohne wild auf Retrowellen zu reiten. Vielmehr zeigen Leader Richie Follin an Gitarre und Mikro, Drummer Loren Humphrey und Keyboard/Sängerin Kaylie Church auf „In Guards We Trust“, dass sich spiralenförmig eindrehende Gitarrenlinien und ein psychedelisch angehauchter Chor vortrefflich eignen, um der Welt ihre Farben zurückzugeben. Alles nur die Tricks einer Momentaufnahme oder nachhaltiges Feingefühl?

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Eliza And The Bear – Upon The North / The Southern Wild

Benannt nach einer Gedichtsammlung von Eleanor Rees, in der „die Dunkelheit der Stadt die Traumwelt der Märchen verfolgt“, betreten Eliza And The Bear die Szenerie. Das britische Quintett um den von Arthritis geplagten James Kellegher – Musik lindert nach eigenen Angaben die Schmerzen in seinen Händen – ist musikalisch irgendwo zwischen Indie Pop und Folk Rock anzusiedeln, versteht sich auf The Flaming Lips, Dry The River und Arcade Fire. Entsprechend verspielt und doch ernst klingt ihre Single „Upon The North / The Southern Wild“, eine Doppel-A-Seite.

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Sea + Air – The Heart Of The Rainbow

Wenn Zwei sich gleichen wie Wasser und Luft, deren elementare Unterschiede anziehender denn je sind, so müssten sie durch die Erdatmosphäre tauchen und im Ozean Luftschlösser bauen können. Zuzutrauen wäre es dem Singer/Songwriter-Duo Sea + Air. Dessen Verbindung geht jedoch auf die Eigenwilligkeit vom gesprochenen „Sie + Er“ zurück, welche das deutsch-griechische Paar vor allem musikalisch auslebt. Man höre „The Heart Of The Rainbow“ und sei hiermit gewarnt: Die Gefahr eines extravaganten Zuckerschocks war selten so kalkuliert.

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Funeral Suits – Lily Of The Valley

Vielleicht ist es Ironie, feinen Zwirn und Trauer in den Bandnamen zu packen, nur um sich auf dem offiziellen Foto betont leger zu kleiden, umgeben von grünem Gras. Vielleicht ist es wichtiger, sich auf die Musik zu konzentieren: Funeral Suits aus Dublin wollen die Tradition großer irischer Rockbands fortsetzen und konnten in ihrer Heimat sowie in Großbritannien bereits kleinere Erfolge feiern. Ihre Singles wurden sogar auf Radio 1 gespielt, sie sind Youtube-Klick-Millionäre und supporteten unter anderem Franz Ferdinand sowie Passion Pit. Für ihr Debütalbum „Lily Of The Valley“, eine kleine „Breaking Bad“-Referenz, konnten sie Stephen Street verpflichten, der unter anderem bei „Parklife“ von Blur und „Viva La Hate“ von Morrissey hinter den Reglern saß. Kann ja nur gut gehen.

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Arkells – Michigan Left

Manchmal dauert es ein wenig länger, bis das vermeintliche ’next big thing‘ auch wirklich zu einem solchen wird. Dabei sind Arkells aus Hamilton, Ontario, Kanada in ihrer Heimat bereits durchaus gefeierte, mit diversen Auszeichnungen versehene Musiker, die auf ausladende Live-Aktivitäten und kleinere Airplay-Hits verweisen können. Und doch dauerte es beinahe vier Jahre, bis es ihr Debütalbum „Jackson Square“ 2012 auch nach Deutschland schaffte. Mittlerweile hat man ein wenig aufgeholt, der Nachfolger „Michigan Left“ hat bloß 14 Monate Verspätung. Entsprechend intensiv nimmt man die Entwicklung wahr, die das Quintett zwischen diesen beiden Platten durchlebt hat.

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