Schlagwort: Indie Pop

Benny Sings

Benny Sings – Young Hearts

Seit Jahren macht Benny Sings fantastische Musik, schreibt und produziert zudem für allerlei andere Künstler. Der ganz große Solowurf ist dem Niederländer bislang allerdings verwährt geblieben, wiewohl sein Sound  – Alternative Pop mit dezenten RnB-Untertönen und unterschwelligen Jangle-Vibes – dafür eigentlich prädestiniert wäre. Also holte er sich erstmals einen Produzenten an Bord in Form von Kenny Beats, der zuletzt für seine Arbeit mit Idles eine Grammy-Nominierung einfuhr. Wenig überraschend kann sich das Ergebnis, „Young Hearts“, mehr als hören lassen.

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The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – The Town That Cursed Your Name

Jedes Jahr eine neue Platte, dieses Ziel scheint Glenn Donaldson aka The Reds, Pinks And Purples nun bereits zum fünften Mal zu verfolgen. Im Gegensatz zum luftigen, poppigen „Summer At Land’s End“ bemüht sich der Songwriter aus der Bay Area nun aber um etwas Lo-Fi-Abwechslung. Fuzzige, dominantere Gitarren erinnern an den großen College-Rock-Aufschwung Ende der 80er, ohne sich dabei komplett von vertrauten Klängen und Themen zu entfernen. „The Town That Cursed Your Name“ serviert zwölf sympathische, unterhaltsame Kurzgeschichten im Songformat.

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Unknown Mortal Orchestra

Unknown Mortal Orchestra – V

Ein zweiwöchiger Aufenthalt in Palm Springs im Jahr 2019 inspirierte Ruban Nielson, den Mastermind hinter Unknown Mortal Orchestra, bis er sich dort ein Haus kaufte. In der Folgezeit pendelte er zwischen Kalifornien und Hawaii, fühlte sich vom Tour-Burnout und gesundheitlichen Beschwerden befreit, bis gesundheitliche Probleme seines hawaiianischen Onkels zum Umzug der restlichen Familie führten. Zwischen anfänglicher Unbeschwertheit und der bewusst gewordenen Sterblichkeit entstand neue Musik, gemeinsam mit den Kernmitgliedern Jacob Portrait und Kody Nielson eingespielt. „V“ entzieht sich erwartungsgemäß jeglicher Kategorisierung und verfügt dennoch über jene Vibes, die Unknown Mortal Orchestra so anziehend klingen lassen.

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Ripe

Ripe – Bright Blues

Die Suche nach einem frischen musikalischen Ansatz begleitete Ripe während den letzten Jahren, brachte große Herausforderungen mit sich und machte sie letztlich – nach eigenen Angaben – doch stärker. Ein Herz für poppige, hymnische und zugleich verspielte Klänge hatte das Quartett immer schon, rückt dieses nun aber stärker denn je in Alternative- und Indie-Gefilde, ohne die bestens vertraute Tanzbarkeit außer Acht zu lassen. Entsprechend wächst und gedeiht „Bright Blues“ nun mit wachsender Begeisterung und hievt den Sound des Quartetts auf ein spannendes neues Level.

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Otra

Otra – I’m Not That Way

Selbsterkenntnis, die Suche nach der eigenen Identität, der Blick auf das Selbst von außen – all das spornt die Schwestern Kara und Laura Malhotra an, beeinflusst ihre Musik nachhaltig. Als Otra tat sich das Duo in ihrem Haus im nebligen Pacifica im US-Bundesstaat Kalifornien zusammen, um eigene Erwartungen weit hinter sich zu lassen und eine neue musikalische Identität zu suchen, die sich an poppigen, leicht experimentell veranlagten, zugleich eingängigen Indie-Formationen wie Beirut und Haim orientiert. „I’m Not That Way“ liegt nun digital vor, ein Vinyl-Release ist für Mai angedacht.

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Ian Fisher

Ian Fisher – Burnt Tongue

Trotz aller Umstände vermied es Ian Fisher tunlichst, ein Album über Pandemie und Lockdowns aufzunehmen – bei Songs, die zwischen 2019 und 2022 entstanden, freilich ein Kunststück. Stattdessen bemüht sich der mittlerweile in Wien sesshafte, eingebürgte Europäer um Abhandlungen über den Wandel im Leben, um kleine Experimente, um das Bewahren von Hoffnung in Situationen, wo das alles andere als einfach ist. „Burnt Tongue“ führt den ursprünglich aus Missouri stammenden Songwriter in neue musikalische Gefilde und bleibt dabei so charmant wie immer.

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Somebody's Child

Somebody’s Child – Somebody’s Child

Mit einer Handvoll Singles spielte sich Cian Godfrey aka Somebody’s Child 2018/2019 schnell in die Herzen des irischen Publikums. Radio-Airplay, Support-Slots für Kaiser Chiefs und Primal Scream, sogar eine Late-Night-Performance – die Zeit für den großen Sprung war gekommen. Die Arbeiten am ersten Album dauerten etwas länger; Godfrey nahm sich alle Zeit der Welt, um seinen Indie-Perlen den nötigen Feinschliff zu verpassen und Persönliches zu verarbeiten. So geht es auf „Somebody’s Child“ darum, ein etwas anderes Irland fernab rauchender, saufender, Joyce lesender Klischees zu zeigen, und zwar anhand der Kindheit und Jugend des Protagonisten.

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James Yorkston, Nina Persson And The Second Hand Orchestra

James Yorkston, Nina Persson And The Second Hand Orchestra – The Great White Sea Eagle

Vor zwei Jahren bemühte James Yorkston einen frischen musikalischen Ansatz. Gemeinsam mit dem schwedischen Kollektiv The Second Hand Orchestra spielte er „The Wide, Wide River“ ein. Die Idee dahinter: Nur Yorkston sowie Bandleader Karl-Jonas Winqvist kannten die Tracks vor dem Studio, die Arrangements wurden dann im Kollektiv aufgenommen. Für den Nachfolger stieg der Schotte von der Gitarre aufs Klavier um. Winqvist schlug eine weitere Stimme vor – plötzlich war die legendäre Nina Persson von The Cardigans im Boot. Am Aufnahmeprozess änderte sich jedoch herzlich wenig, und das hört man dem funkelnden „The Great White Sea Eagle“ auch im besten Sinne an.

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Eese

Eese – This All Will Fade

Anspruchsvolle, gehaltvolle, experimentelle und stets unterhaltsame Popmusik, dafür stehen Eese. Das Kölner Trio geht gerne den synthetisch-elektronischen Weg und ist um Alternativen bemüht, die jedoch niemals zulasten der Eingängigkeit gehen dürfen – siehe und höre unter anderem Foals, Everything Everything oder alt-J. Nach mehreren spannenden Singles landet nun ihr erstes Album „This All Will Fade“, das sich gerne weit hinauswagt und doch immer wieder gekonnt zurück in sichere, stets aufregende Gefilde findet.

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Pale

Pale – The Night, The Dawn And What Remains

Zehn Jahre nach ihrem letzten Auftritt und 16 Jahre nach ihrer letzten Platte kehren Pale mit einem neuen Studioalbum zurück, und das sollte eigentlich ein Grund für absolute Euphorie sein. Dass dem nicht so ist, liegt an der Geschichte dahinter: Im November 2019 erhielten Gitarrist Christian Dang-anh und Schlagzeuger Stephan Kochs am selben Tag niederschmetternde medizinische Diagnosen. Der Schock über die Plötzlichkeit der Vergänglichkeit wurde zum Motor, eine letzte Pale-Platte aufzunehmen. Kochs konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht aktiv teilnehmen, Dang-anh erlag im Mai 2021 dem Krebs. Die Band stellte, gemeinsam mit alten und neuen Wegbegleitern, „The Night, The Dawn And What Remains“ fertig, das drei Jahre nach dem einschneidenden Tag erscheint.

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