Schlagwort: Indie Pop

Harmless

Harmless – Springs Eternal

Mit 17 war Nacho Cano vor der weiten Indie-Blogwelt geradezu besessen und erkannte, das er auch selbst Musik machen könnte. Ein schwerer Einschnitt – Cano wurde wenige Jahre später auf seinem Radweg zur Arbeit von einem betrunkenen Autofahrer erfasst und lebensgefährlich verletzt – ließ den Optimismus erst einmal versiegen, unzählige Operationen rekonstruierten sein Gesicht und seine Wirbelsäule. Plötzliche erste Erfolge unter dem Künstlernamen Harmless – die Single „Swing Lynn“ konnte fast eine halbe Milliarde Streams einfahren – halfen beim Weg zurück. Nun steht mit „Springs Eternal“ ein erstes Album in den Startlöchern.

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BRTHR

BRTHR – Brother

Immer noch klingen BRTHR definitiv nicht so, wie man sich das von einem Stuttgarter Duo erwartet. Der smoothe, zurückgelehnte Mix aus Soul, Pop, Folk, Americana, Country, Indie und Softrock trägt betont amerikanische Züge in sich, südlich angehaucht, tiefenentspannt, zugleich voller Kraft und Energie. Philipp Eißler und Joscha Brettschneider folgen diesen ungefähren Zutaten weiterhin, sonnig, reif und voller bekömmlichem Understatement. Mit ihrem nunmehr vierten Album „Brother“ rennen sie abermals offene Türen ein.

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Grand Hotel Schilling

Grand Hotel Schilling – Polar

Das wohl zweitschönste Grand Hotel der deutschsprachigen Musikwelt öffnet erneut seine Pforten. Im Spätsommer 2021 legten Grand Hotel Schilling aus Graz und Wien ihr charmantes erstes Album „Mir wär lieber wir bleiben hier“ vor und traumwandelten durch faszinierende (Post-)Indie-Szenerie. Für den Nachfolger wurde die Reizüberflutung einfach mal intensiviert, von widersprüchlichen Gefühlen inmitten knallbunter Gitarrenpop-Ästhetik angetrieben. „Polar“ wagt sich weiter hinaus und entdeckt die dunklen Seiten des schillernden Kaleidoskops.

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Kaiser Chiefs

Kaiser Chiefs – Kaiser Chiefs‘ Easy Eighth Album

Sie mögen schon länger keine Riots mehr anzetteln, doch zählen Kaiser Chiefs zu den wenigen Überlebenden des großen Post-Punk- und New-Wave-Booms der frühen Nuller-Jahre, die nach wie vor aktiv und erfolgreich sind. In Großbritannien landeten alle bisherigen Alben in den Top 10, obwohl man sich musikalisch zuletzt vermehrt häutete. Statt durchgeknallten Stompern setzen Ricky Wilson und Konsorten längst auf poppigere Klänge, zuletzt mit einer kräftigen Portion Northern Soul versehen. Auf ihrem achten Album, selbstbewusst und selbstironisch „Kaiser Chiefs‘ Easy Eighth Album“ genannt, wagt sich das Quintett weiter denn je hinaus.

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Edgär

Edgär – Edgär Is Dead

Vor zwei Jahren widmeten sie sich noch Geheimnissen, jetzt schreiben sie ihre eigene Todesanzeige: Das Duo Edgär aus dem nordfränzosischen Amiens um Antoine Brun und Ronan Mézière sorgte mit dem luftigen ersten Album, das handfesten Indie Rock mit sympathischem Alternative Pop kombinierte, bereits für verdiente Aufmerksamkeit. Support-Tourneen für Sting, Mika und Alice Cooper sowie mehr als sieben Millionen Streams waren der verdiente Lohn. Ihr neuer Streich heißt „Edgär Is Dead“, doch ist an ein Aufhören, einen Abschied offenkundig noch lange nicht zu denken.

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Grandaddy

Grandaddy – Blu Wav

Etwa sieben Jahre ist das letzte reguläre Grandaddy-Studioalbum her. Zwei Monate nach dem Release starb Gründungsmitglied Kevin Garcia urplötzlich an einem Herzinfarkt, er wurde nur 41. Mastermind Jason Lytle widmete sich im Anschluss erst einmal einem Solowerk sowie einer Klavier-Interpretation des legendären „The Sophtware Slump“-Albums, bevor es wieder zurück zu Grandaddy ging. Bloß klingt die Indie-Institution etwas anders. Bei einer Autofahrt durch die Wüste Nevadas hörte er Patti Pages „Tennessee Waltz“ und hatte eine zündende Idee: Wie würde es klingen, wenn man Bluegrass-Waltz-Sounds mit New Wave und Elektronik vermengt? Das Ergebnis liegt nun in Form von „Blu Wav“ vor.

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Marika Hackman

Marika Hackman – Big Sigh

Endlich ist sie fertig, ihre ‚härteste Platte‘. So nennt Marika Hackman ihr neuestes Werk, und das kommt nicht von ungefähr. Der Kontrollverlust während der Pandemie traft die 31jährige Britin hart, und so musste sie sich intensiv mit ihren Angstzuständen auseinandersetzen. Das Ergebnis war eine kapitale Schreibblockade, die sich erst nach Aufhebung der Beschränkungen löste. Plötzlich war der Bann gebrochen, Hackman bemühte sich zugleich um musikalische Öffnung und stellte ihren gerne mal kunstvollen Pop-Ansatz breiter auf. „Big Sigh“ darf als Seufzer der Erleichterung verstanden werden, trägt aber auch viele andere Emotionen in sich.

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Vacations

Vacations – No Place Like Home

Eigentlich sah es für Vacations zu Beginn der Pandemie recht gut aus. Sie veröffentlichten ein starkes zweites Album, zudem ging „Young“ von ihrer zweiten EP auf TikTok viral und wurde alleine auf Spotify inzwischen über 300.000.000mal gestreamt. Und doch bekamen ihnen die überaus harschen Einschränkungen in ihrer australischen Heimat nicht gerade gut. Zudem sah sich Sänger und Gitarrist Campbell Burns mit einer katastrophalen Schreibblockade konfrontiert, begleitet von einer ‚Pure OCD‘-Diagnose (eine seltene, vor allem den mentalen Bereich betreffende Zwangsstörung). All das schlug sich letztlich auf ihr Nettwerk-Debüt „No Place Like Home“ nieder.

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Michael Lane

Michael Lane – Memories

Seit Herbst 2022 veröffentlicht Michael Lane immer wieder sympathische Songs, die sich mit einer Fülle an Themen – vor allem Liebe, Natur und Wiedergeburt – befassen. Dabei kultivierte er jenen Indie-Folk-Charme, der bereits auf seinem letzten Werk „Take It Slow“ das Geschehen diktierte. Nun kommen alle Releases der jüngeren Vergangenheit erneut auf einem Album zusammen. „Memories“ befasst sich, ganz dem Titel entsprechend, mit schönen Erinnerungen und rückt vor allem die besonderen Momente des Alltags in den Mittelpunkt.

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Hyperlilly

Hyperlilly – Realm Of OK

Ein greifbares Gefühlschaos treibt das musikalische Schaffen von Hyperlilly an. Das Quartett aus Düsseldorf versteht sich auf eine epische wie verwaschene Mischung aus Indie Pop und Shoegaze, angereichert durch Rock, Alternative und etwas Emo. Eingängigkeit, Dynamik und Melancholie schaffen ein nahezu konstantes Wechselbad der Gefühle, das sich rund um Depression und Manie bewegt. Nachdem erste Singles bereits verdientes Airplay und allerlei Playlist-Empfehlungen bei Streaming-Anbietern einheimsen konnten, landet in Form von „Realm Of OK“ nun eine komplette EP.

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