Schlagwort: Indie Pop

Asger Techau

Asger Techau – Levels

Die dänischen Rock-Veteranen Kashmir haben ihre Auszeit beendet und befinden sich seit wenigen Monaten auf Tour. Ob da vielleicht neue Musik kommt? Schlagzeuger Asger Techau macht derweilen solo von sich reden. Seine eigenen Platten sind alles andere als rhythmuslastig und stützen sich stattdessen auf poppige Sensibilitäten, auf Zeitlosigkeit mit Geschmack. Techaus zweites Soloalbum „Levels“ erschien eigentlich bereits im Vorjahr ohne großes Brimborium, erhält jetzt allerdings seinen verdienten Release auf CD und LP durch das Berliner Label Crocodile Tears. Grund genug, einen zweiten Blick auf diesen Charmebolzen zu werfen.

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Will Joseph Cook

Will Joseph Cook – Every Single Thing

Will Joseph Cook ist verliebt und will die Welt daran teilhaben lassen. Zu viele Platten, so der junge Sänger und Songwriter, befassen sich mit unerwiderter Liebe und Trennungen. Stattdessen gibt es von ihm Musik, die ein Lächeln auf die Lippen zaubern soll, und das kann der Brite, der trotz zwei erfolgreicher Alben und eines viralen TikTok-Hits durch alle kreativen wie mentalen Höhen und Tiefen ging, gut brauchen. „Every Single Thing“ entsprang einem besonders intensiven Aufnahmeprozess – einen eben solchen hatte sich Cook inständig gewünscht – der ihn vom britischen Landleben über Mexiko bis nach Los Angeles führte.

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HÆCTOR

HÆCTOR – Modern Urban Angst

Der Alltag ist ein Meer der Unsicherheiten geworden, ein Sammelsurium der kleinen und großen Ängste, die sich wie ein ermattender roter Faden durch das existenzielle Sein und den damit verbundenen Schein ziehen. HÆCTOR zaubern daraus fantastischen Indie Pop. Was sich wie ein bizarrer Widerspruch liest, ergibt eigentlich Sinn, denn durch packende Melodien und den Funken Hoffnung fällt der Umgang mit der gefühlt permanenten Bedrückung gleich leichter. Die vier Hamburger*innen nennen ihr erstes Album gleich „Modern Urban Angst“ und liefern eine kleine Wundertüte, an der man sich nicht satt hören will.

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lilabungalow

lilabungalow – Sparks

Kunst ohne Krempel, so setzen sich lilabungalow mit ihrer Musik auseinander. Weitestgehend irgendwo zwischen Electro, Pop und Art verankert, bemüht sich das Erfurter Trio um eine neue Herangehensweise an ihre musikalischen Wurzeln. „Sparks“ entstand parallel zum 2020 erschienenen „Lichten“, beruht auf identen Backtracks, setzt jedoch neue Melodien ein und wechselte zur englischen Sprache. Einmal mehr interdisziplinär mit Choreographin und Video Artist entstanden, geht es um Liebeslieder, die sich von eigentlicher Romantik distanzieren und das Konzept der Liebe an sich genauer beleuchten.

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FredAtLast

FredAtLast – Banner Of A Lost Belief

1996 rief Fredrik Wallin gemeinsam mit seinen Schulfreund*innen Yukimi Nagano und Erik Bodin eine erste Band ins Leben, Little Dragon. Was als Jam-Session nach Unterrichtsende gedacht war, hat tatsächlich bis heute Bestand. Wallin sammelte im Laufe der Zeit jedoch alle möglichen eigenen Ideen für ein Solowerk, überwiegend zuhause in Improvisationssitzungen erdacht und in einer alten, angemieteten Holzwerkstatt geschrieben. Fünf Jahre ließ er sich dafür Zeit, nun bemüht er unter dem Pseudonym FredAtLast erstmals eigene Wege. Die EP „Banner Of A Lost Belief“ konzentriert sich auf einfühlsame Songs, die möglichst weit weg von Little Dragon entfernt sein sollten.

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Hater

Hater – Sincere

Zwei Alben, großes Halleluja: Hater aus Malmö sind so etwas wie ein Geheimtipp. Der Indie-Ansatz des südschwedischen Quartetts spielt sich irgendwo zwischen Rock, Pop und Shoegaze ab, die Mischung aus Hooks und Entfremdung brachte sie auf Festivals in ganz Europa und sogar bis in die USA. Zwischenzeitlich begrüßte man gleich zwei neue Bandmitglieder, die Chemie stimmte allerdings sofort. Erste Demos waren schnell entstanden, die Veredelung zu düsteren, bittersüßen Perlen ein Leichtes. „Sincere“ ist nach kleiner Studiopause eine Rückkehr und Bestätigung vertrauter Form.

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Vague

Vague – Out Soon

Zwischen Wien und Berlin entstehen zeitlose, schwebende Songs, die Genregrenzen bestenfalls vage definieren. Vague haben den passenden Bandnamen für ihren Sound. Das Quintett mit gleich drei Songwritern und Sängern tankt sich durch die Jahrzehnte mit Anleihen von Shoegaze, New Wave, Psychedelic, Kraut und Pop, vornehmlich in gemächlicheren, Collagen-artigen Gefilden angesiedelt. Entsprechendes gilt auch für ihr mittlerweile drittes Album. „Out Soon“ vereint gleich 15 Songs auf 57 Minuten und nähert sich der gefühlvollen, zumindest oberflächlich tiefenentspannten Überforderung.

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Michael Lane

Michael Lane – Take It Slow

Michael Lane scheint zurück zu den schönen Dingen des Lebens zu finden. Die ersten vier Alben des Deutsch-Amerikaners lasen sich wie Tagebucheinträge seiner Zeit im Irak und in Afghanistan, wo der damals junge US-Soldat stationiert war. Nach der Verarbeitung der Grausamkeiten und hässlichen Eindrücke scheint nun tatsächlich die Sonne etwas zu lachen. Lane, Ende 2021 als Drittplatzierter der zweiten Staffel von „The Voice of Germany“ erstmals in Erscheinung getreten und mit zwei Singles in den Top 50 platziert gewesen, verpasst er seinem folkigen Indie-Pop-Sound erfrischende Leichtigkeit, die einen gewissen Eskapismus in sich trägt. Und doch befindet Lane: „Take It Slow“.

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Velvet Volume

Velvet Volume – Nest

Jene drei Schwestern, die einst auszogen, um mit kantigen Riffs für Furore zu sorgen, gibt es nicht mehr. Wobei, so ganz stimmt das nicht: Velvet Volume gibt es weiterhin, die drei Schwestern Noa, Naomi und Nataja Lachmi gibt es weiterhin. Bloß der Sound, der bemüht sich nun um weitestgehend ruhigere Klänge. Die Däninnen wollten sich mit deutlich persönlicheren Themen auseinandersetzen, mit dem Heranwachsen zwischen Kulturen, mit Natur, mit Mystik, mit Melancholie und Angst. Entsprechend zeigt sich „Nest“ von einer insgesamt deutlich poppigeren Seite, und das ist nur einer von vielen Ankerpunkten.

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The Reds, Pinks And Purples

The Reds, Pinks And Purples – Summer At Land’s End

Wie nur wenige andere Künstler schafft es Glenn Donaldson, das Niveau seines Outputs bei aller Fülle verdammt hoch zu halten. Die Indie-Pop-Weisheiten aus dem eigenen Schlafzimmer erscheinen in schöner Regelmäßigkeit und wissen stets zu bewegen. Nur zehn Monate nach „Uncommon Weather“ wartet bereits der Nachschlag. Für „Summer At Land’s End“ ließ er sich vom Film „Summer Of ’42“ sowie den klassischen 4AD-Releases der 90er inspirieren. Entsprechend kniet er sich noch tiefer in seine Indie-Pop-Konzepte rein, die zugleich eine deutlichere Soundtrack-Schlagseite erhalten – passenderweise ist der Vinyl-Ausgabe eine zweite Platte mit Instrumentalstücken beigelegt.

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