Schlagwort: Indie Pop/Rock

Would

Would – Take A Break

So viel kreative Energie bringen manche nicht einmal eine ganze Karriere lang auf: Matthias Schwettmann hat schon wieder frischen Stoff am Start. Seine neue Soloplatte als Would erstand parallel zum aktuellen Palila-Album, und das ist nicht gänzlich zu überhören. Wo der Vorgänger noch etwas nachdenklicher und reduzierter war, jedoch den einen oder anderen Band-Song vorwegnahm, geht es auf dem neuesten Streich deutlich größer und lebhafter vor sich. „Take A Break“ gibt sich lebhafter und energischer, erweitert den Sound hörbar und lässt doch mittlerweile durchaus vertraute Wehmut erkennen.

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Foxwarren

Foxwarren – 2

Bevor sich Andy Shauf in jüngerer Vergangenheit als Solokünstler und Songwriter etablierte, war er Teil von Foxwarren. Das ist er auch weiterhin, bloß mahlen die Mühlen bei den Kanadiern etwas langsamer. Ihr erstes Album erschien 2018, fast zehn Jahre nach der Gründung, weitere sechseinhalb Jahre später landet nun der – erstmals im Quartett aufgenommene – Nachfolger. Hier rückt Indie-Folk ein klein wenig in den Hintergrund, auch der Aufnahmetechnik geschuldet. Alle Musiker sammelten Ideen in den Heimstudios, luden diese in einen Ordner hoch und ließen sie von Shauf via Sampler zu Collagen verarbeiten, in wöchentlichen Online-Meetings diskutiert und weiterentwickelt. „2“ klingt im besten Sinne anders und frisch.

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Spacey Jane

Spacey Jane – If That Makes Sense

In ihrer australischen Heimat stiegen Spacey Jane binnen kürzester Zeit zu einer DER Bands der Stunde auf. Ihre ersten beiden Platten schafften es auf Platz 2 und Platz 1 und wurden mit Gold ausgezeichnet. Zudem zählt man zu den meistgespielten und -gestreamten Künstlern des Landes und verkauft Konzerttickets im lockeren fünfstelligen Bereich. Der sommerlich-luftige Indie-Sound leidet aber keinesfalls unter dem Druck, der sich nach den ersten Erfolgen im Normalfall aufbauen sollte. Ganz im Gegenteil: Auch „If That Makes Senses“ schwebt auf sympathische Weise über den Dingen, wenngleich eine gewisse Traurigkeit nicht von der Hand zu weisen ist.

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Blondshell

Blondshell – If You Asked For A Picture

Was, wenn ich der Bösewicht bin? Mit dieser möglichen Erkenntnis sah sich Sabrina Teitelbaum bei den Arbeiten an ihrem zweiten Album als Blondshell konfrontiert. Während sich der Einstand vor zwei Jahren einer Schwarz-Weiß-Optik widmete und keine Nuancen wahrnehmen wollte, sieht die US-Amerikanerin die Dinge nun etwas differenzierter. Mit Kritik sparen die zwölf neuen Songs allerdings nicht, ob Selbst- oder anderweitig. Für „If You Asked For A Picture“ entwickelt Blondshell ihre Momentaufnahmen weiter und ließ sich zugleich von recht maskulinen Platten und Bands, wie „Rated R“ von Queens Of The Stone Age und „Californication“ von den Red Hot Chili Peppers, inspirieren, nur um diese in kompromisslose Weiblichkeit umzudenken.

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Flirtmachine

Flirtmachine – California Salzburg

Ein Surfbrett auf der Schotterbank der Salzach bei frostigem Niederwasser: Kein Bild könnte den Sound von Flirtmachine besser zusammenfassen und gleichzeitig ad absurdum führen wie dieses. Die ersten beiden Alben lang als Soloprojekt von Robert Gerstendorfer angesetzt, erscheint nun eine Platte im Bandformat mit Bruder Arthur Gerstendorfer (Gitarre), Simon Ploier (Bass) und Camillo Jenny (Drums). Die ursprünglich rein live unterstützenden Musiker wurden auch in den Songwriting-Prozess einbezogen und gestalten das vorwitzige „California Salzburg“ sogar noch bunter, ohne dabei auf die omnipräsente Ironie zu vergessen.

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Companion Songs

Companion Songs – The Time We Hold

Gemeinsam (musikalisch) aufgewachsen, inzwischen wieder eng verbunden: Marco Mlynek und Max Andrzejewski kennen sich seit ihrer Jugend, spielten zusammen in ersten Bands, bevor sich erst einmal die kreativen Wege trennten. Während der Pandemie entstand letztlich Companion Songs, von Mlyneks ersten Skizzen bis hin zur Umsetzung mit Jazz-Drummer Andrzejewski. Zwei Releases gingen in allerlei Richtungen, bewegten sich aber noch in (überwiegend) instrumentalen Gefilden. „The Time We Hold“ nennen sie ihr ‚erstes komplettes Song-Album‘, jetzt mit mehr Fokus auf Gesang und Mut zu neuen Ideen.

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Dirty Talons

Dirty Talons – Deep Dive

Mit einem packenden Zwischending aus Album und diskographischer Songsammlung machte das österreichische Sextett Dirty Talons im Herbst 2023 von sich reden. Die Mischung aus klassischen Rock-Tönen, poppigen Indie-Weisheiten und brachialer Hardcore-Attacke, von Jess Howells‘ Gesang entsprechend angetrieben, hallt immer noch nach und erhält nun eine Fortsetzung. „Deep Dive“ wurde in den legendären Middle Farm Studios unter Regie von Peter Miles (u. a. Architects, Petrol Girls) direkt auf Tape gebannt und zeigt nicht nur musikalische Geschlossenheit, sondern zugleich den nächsten kleinen Leistungssprung.

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HotWax

HotWax – Hot Shock

Zwei EPs, Top-Festival-Gigs und namhafte Supporter: Für HotWax könnte es aktuell kaum besser laufen. Das Trio aus der britischen Küstenstadt Hastings bringt mehr als verdienten Hype mit und will diesen in Zählbares umwandeln. Die Voraussetzungen stimmen: Unter anderem arbeitete man mit Catherine Marks (Boygenius, Wolf Alice), Steph Marziano (Picture Parlour, Cassandra Jenkins) sowie Warpaint-Schlagzeugerin Stella Mozgawa zusammen, teils wurden die Songs im Live-Setting eingespielt, um die besondere Bühnenenergie einzufangen. „Hot Shock“, das erste komplette Album, verbindet die unruhige Zeit des Erwachsenwerdens mit jugendlicher Unbekümmertheit.

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Cari Cari

Cari Cari – One More Trip Around The Sun

Cari Cari gingen immer schon ihren eigenen Weg. Das österreichische Duo um Alexander Köck und Stephanie Widmer sowie wechselnde Mitstreiter auf der Bühne und im Studio setzt auf kompletten DIY-Ethos, von der eigenen Plattenfirma über das eigene Studio bis hin zum Webshop und der Gestaltung von Artwork und Bühnenbild. Nachdem es in der Heimat zuletzt sogar in die Top 5 ging, befasst sich das dritte Album „One More Trip Around The Sun“ mit dem steten Verlangen nach ‚mehr‘, mit echten Erlebnissen und Verbindungen, aber auch mit einem herzlichen wie herzhaften Mittelfinger für etablierte Strukturen.

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Albertine Sarges

Albertine Sarges – Girl Missing

Bereits mit ihrem ersten Album gelang der in Berlin geborenen Albertine Sarges das Kunststück, Fans, Radiostationen und Feuilleton zu vereinen. Dabei gab sich „The Sticky Fingers“ 2021 bei allem Selbstbewusstsein herrlich zurückgelehnt und unaufdringlich, ließ den verdienten Erfolg einfach kommen. Eine EP später ist Sarges nun beim schweren zweiten Album angekommen, geschrieben und aufgenommen zwischen den Betongiganten Berlin-Marzahns und dem Küstenstädtchen Margate in England. Diese belastende Leichtigkeit trifft auch auf den Sound sowie die Thematik von „Girl Missing“ zu.

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