Schlagwort: Indie Rock

The Holy Ghost

The Holy Ghost – Ignore Alien Orders

Ohne Musik geht es nicht, das musste Jens Åker im dritten Pandemiejahr feststellen, und begann sich wieder Material seiner Band The Holy Ghost zu widmen. Bloß war das Line-up zerfallen, und so nahm er fast alles – Rückkehrer Thomas Hedblom kümmerte sich um den Bass – in Eigenregie auf. Das Comeback, das erste Album seit fünf Jahren, war bereit. Mit einem neuen Deal bei Lövely Records und neuen Mitstreitern (Entombed-Gitarrist Uffe Cederlund an der Gitarre, Niklas Korssell von New Rose am Schlagzeug) erhält der kantige, noisige und zugleich poppige Alternative-Sound nun seine verdiente Bühne. „Ignore Alien Orders“ langt beherzt zu.

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Coach Party

Coach Party – Killjoy

Die kleine, aber definitiv feine Musikszene der Isle of Wight bringt neue Held*innen hervor. Wobei, so ganz ’neu‘ sind Coach Party keinesfalls, erschien ihre erste Single doch bereits 2019. Nach weiteren Tracks und insgesamt drei EPs wagt sich das Quartett nun ans erste komplette Album, das zugleich ihre bislang härtesten Songs beinhalten sollen. Irgendwie zwischen Indie-, Alternative-, Punk-, Rock- und Power-Pop-Gefilden verhaftet, verausgabt sich „Killjoy“ in einer knappen halben Stunde und rechnet dabei mit den ärgerlichen, unangenehmen Gewohnheiten sowie den richtig miesen Seiten ihrer Mitmenschen ab.

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Slowdive

Slowdive – everything is alive

Die Mühlen mögen langsam mahlen, doch schwimmen Slowdive seit ihrem Comeback obenauf. Ihr erstes Album nach der Reunion wurde von Fans und Kritikern gleichermaßen gefeiert, ihre Konzerte zum berauschend gemächlichen Fest, und so ging es dieses Jahr sogar erstmals auf die Glastonbury-Bühne. Im Lauf der letzten drei Jahre entstand zudem eine neue Platte unter schwierigen Voraussetzungen, wie räumlicher Distanz sowie Todesfällen in der Familie. Was ursprünglich als minimalistisches elektronisches Album angedacht war, erhielt letztlich doch den typischen Slowdive-Anstrich. „everything is alive“ klingt im besten Sinne anders und doch vertraut.

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Hey Colossus

Hey Colossus – In Blood

In einer Zeit der Unsicherheit, als die so wichtigen Konzertmöglichkeiten wegfielen, nahmen sich Hey Colossus alle Freiheiten für ihr bereits 14. Studioalbum, noch dazu zum 20. Geburtstag. Die Pause zwischen zwei Platten war bei den Noise-Veteranen noch nie so lang, zudem öffnete man – an die Desert Sessions angelehnt – alten und neuen Wegbegleitern Tür und Tor, um sich musikalisch einzubringen. Daraus entstand ein neues Line-up sowie massig Musik. Ursprünglich als zweites Doppelalbum in Folge angedacht, komprimierten die Briten „In Blood“ letztlich doch auf 40 kompakte Minuten, die zugleich so eingängig wie lange nicht rüberkommen.

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Spanish Love Songs

Spanish Love Songs – No Joy

Es ist Zeit für Veränderung: Auf „Brave Faces Everyone“ konsolidierten sich Spanish Love Songs auf hohem Niveau. Nun soll ihr Sound eine verdiente Frischzellenkur erhalten. Emo und Indie bleiben zentrale Bausteine, punkige Ausreißer rücken nun allerdings in den Hintergrund und werden durch Wave sowie Alternative ersetzt. Bedeutungsschwangere Schwere und ein etwas anderer Ansatz, um die eigene Emotionalität kathartisch umzuwandeln, begleiten „No Joy“, das laut Frontmann Dylan Slocum den eigenen musikalischen Vorstellungen näher denn je kommt.

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Madsen

Madsen – Hollywood

Man merkte es kaum, da immer wieder Material erschien – der überraschende Punk-Nackenschlag „Na gut dann nicht“ sowie Sebastian Madsens souliges Solo-Debüt – doch tatsächlich arbeiteten Madsen stolze fünf Jahre an ihrem neuesten Streich. Eine Zeit voller Ideen und Unterbrechungen, spannender Studiozeit und der Gründung eines eigenen Labels. „Hollywood“ besinnt sich auf die besten Qualitäten der vier Wendländer, rockt selbstbewusst und empathisch, legt Gefühlswelten offen und nimmt sich im richtigen Moment kein Blatt vor den Mund.

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PÆRISH

PÆRISH – You’re In Both Dreams (And You’re Scared)

PÆRISH aus Paris rütteln seit geraumer Zeit am Tor der Außergewöhnlichkeit. Dabei folgt das Quartett vergleichsweise konventionellen Zutaten, die Alternative Rock mit etwas Indie-Flair neben Shoegaze stellen. Ihre beiden bisherigen Alben, bis obenhin voll mit Filmzitaten (drei der vier Musiker lernten sich auf einer Filmschule kennen), waren Kritiker- und Publikumslieblinge. Sind aller guten Dinge drei? „You’re In Both Dreams (And You’re Scared)“ beschränkt seine cineastischen Referenzen einzig auf den Titel („Mulholland Dr.“ von David Lynch), macht ansonsten aber exakt so weiter, wie man sich das wohl erhoffen konnte.

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William The Conqueror

William The Conqueror – Excuse Me While I Vanish

Zu Beginn des ersten Lockdown merkte Ruarri Joseph, wie alles, was er mit William The Conqueror aufgebaut hatte, zu verschwinden drohte. Und dann sah er seine Frau, die als Sozialarbeiterin im Bereich der psychischen Gesundheit kaum Zeit hatte, Luft zu holen, erkannte den eigenen Egoismus und erfuhr einen Perspektivenwechsel, der sich letztlich auch auf die Band auswirkte. Entsprechend größer, emotionaler und kreativer gestaltete sich das gemeinsame Schaffen, als es endlich wieder losging. Nach Abschluss ihrer Trilogie hat „Excuse Me While I Vanish“ etwas von einem Neustart, bloß mit vertrauten Mitteln zwischen Indie und Americana.

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Velcros

Velcros – Spit Takes

Ein Konzert der texanischen Punker Radioactivity in Leipzig legte den Grundstein für eine spannende neue Band. Aktuelle und ehemalige Musiker von Aua, Radare, Spit, Wayste und Okta Logue riefen unter diesem Eindruck Velcros ins Leben, die punkigen Esprit mit allerlei Rock-Spielarten – Garage, Indie, Alternative, College und Power Pop – kreuzten und daraus ein musikalisches Happening klöppelten. Noch im Winter soll ein erstes Album erscheinen, bis dahin verkürzt die EP „Spit Takes“ die Wartezeit mit einem kräftigen Ausrufezeichen.

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Blur

Blur – The Ballad Of Darren

Blur-Alben mögen eine seltene Freude geworden sein, doch wenn die Terminkalender von Damon Albarn, Graham Coxon, Alex James und Dave Rowntree einmal zueinanderfinden, entsteht bei den Britpop-Großmeistern immer noch Magie. Acht Jahre nach „The Magic Whip“ wollen es die Mitt- bis Endfünfziger noch einmal wissen. Demos entstanden während einer Gorillaz-Tour, bei den Aufnahmen konnte man sich wiederholt gegenseitig überraschen. „The Ballad Of Darren“ geht für die Band als Kommentar und Reflektion zur Gegenwart durch, ein Spiel mit den richtigen Emotionen und Absichten.

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