Schlagwort: Indie Rock

Rolling Blackouts Coastal Fever

Rolling Blackouts Coastal Fever – Endless Rooms

In einem kurzen Zeitfenster der Freiheit zogen sich Rolling Blackouts Coastal Fever in ein kleines Haus nördlich von Melbourne zurück, das in den 70er Jahren von der Großfamilie der Russo-Brüder Tom (Gesang, Gitarre) und Joe (Bass) erbaut worden war. Die zwölf Tracks für das neue Album nahmen den Esprit dieses Orts an und so entschied sich das Quartett, dort gleich aufzunehmen, erstmals sogar komplett selbst zu produzieren. „Endless Rooms“ beschreibt nich nur die Gegebenheiten des Hauses, sondern zeugt zugleich vom vielfältigsten Werk der Australier bis dato.

Weiterlesen
Bloc Party

Bloc Party – Alpha Games

Back and to the left: Das letzte Bloc Party-Album hat tatsächlich über sechs Jahre auf dem Buckel. „Hymns“ zeigte eine Band auf dem Scheideweg, noch ohne die damals recht frischen Neuzugänge Louise Bartle und Justin Harris geschrieben, nach einer musikalischen Identität suchend. Auf Tour und bei Live-Performances des legendären Debüts „Silent Alarm“ fand man sich und den eigenen Sound (wieder). „Alpha Games“ ist bereits seit 2018 in Arbeit, wurde in Etappen geschrieben und aufgenommen, entstand im Kollektiv und distanziert sich ein wenig von der jüngsten Sinnkrise.

Weiterlesen
Arionce

Arionce – Calls From Afar Shores

Das stete, häufig widersprüchliche Verhältnis zwischen Spannung und Entspannung begleitet Arionce seit ihrer ersten EP. Das Berliner Quartett tummelt sich im weiten Alternative-Rock-Mikrokosmos, begleitet von Prog- und Indie-Einflüssen, zwischen Atmosphäre, Hymne und Nachdruck pendelnd. Ihr Debütalbum nahmen sie im eigenen kleinen, frisch ausgebauten Studio auf, wo sie alle Zeit der Welt hatten, mit Sounds und Stimmungen zu experimentieren. „Calls From Afar Shores“ befasst sich mit der Suche nach Kraft in Zeiten sozialer Isolation, nach dem Verlust eines geliebten Verwandten, im Umgang mit der Demenzerkrankung des eigenen Vaters.

Weiterlesen
Nichtseattle

Nichtseattle – Kommunistenlibido

Eine energisch angeschlagene Gitarre, eindringlicher Gesang, gelegentlich etwas Flügelhorn und/oder Schlagzeug – mehr braucht es nicht zum großen Glück, das Katharina Kollmann als Nichtseattle vorlebt. Hier bemüht die ansonsten als Lake Felix tätige Musikerin deutschsprachige Texte, so pointiert wie mitreißend und vornehmlich im XXL-Format vorgetragen. „Kommunistenlibido“, so der fantastische Titel ihres zweiten Albums, landet bei Staatsakt und wird in der ohnehin bereits opulenten Doppel-Vinyl-Ausgabe von einem Songbook mit Illustrationen von Fania Jacob begleitet.

Weiterlesen
Deaf Lingo

Deaf Lingo – Lingonberry

Im Herbst 2015 hatte Sandro Specchia Bock, ein paar Tracks in seiner Wohnung am Stadtrand von Mailand auf einem 4-Track-Recorder aufzunehmen. Eine Band war schnell gefunden, ein Jahr später hatten Deaf Lingo ein fixes Line-up, das bis heute hält. Das italienische Quartett steht auf dickes Schrammeln, auf Garagen-Charme, auf punkige Attitüde, auf Indie Rock und Power Pop. Mit etwas Verzögerung konnten sie im Vorjahr endlich ins Studio gehen, um ihren Zweitling einzuspielen, der erwachsener klingen und sich zugleich vom Lo-Fi-Debüt entfernen soll. „Lingonberry“ gibt sich tatsächlich angenehm lebhaft.

Weiterlesen
Carpet Waves

Carpet Waves – Inner Weapons

Ihre letzte EP wurde durch Crowdfunding finanziert, dieses Mal gab es als Gewinner der Düsseldorfer Bandprofessionalisierung 5.000 €, die unter anderem für EP, Live-Session und Musikvideos verwendet wurden: Carpet Waves treffen mit ihrer Musik offenbar einen Nerv. Das Quartett aus Köln, Wuppertal und Düsseldorf spielt seit 2016 in dieser Besetzung zusammen, begeisterte auf Platte und Bühne, und bemüht sich zudem stets um frische musikalische Ansätze. Aktuell verschieben sie den Fokus von Alternative und Indie auf Post Punk und New Wave, ohne dabei die eigentlichen Rock-Wurzeln zu vergessen. „Inner Weapons“ gelingt dieser Spagat wunderbar.

Weiterlesen
Tim Kasher

Tim Kasher – Middling Age

Eigentlich hatte der äußerst umtriebige Tim Kasher sein viertes Soloalbum bereits kurz nach dem Release der aktuellsten Cursive-Platte komplettiert, doch veranlasste ihn die fehlende Aufsicht, damit auf Tour zu gehen, zum konzentrierten Feilen daran. So verpflichtete er diverse Mitstreiter – darunter Mitglieder seiner eigenen Band, Cloud Nothings-Schlagzeuger Jayson Gerycz und seine eigene Nichte – um remote weiterzuarbeiten. Auf „Middling Age“ besingt er mit Sterblichkeit und Verlust höchst aktuelle Themen, die allerdings längst vor dem Weltgeschehen der letzten beiden Jahre gewählt und verarbeitet worden waren.

Weiterlesen
Calexico

Calexico – El Mirador

In jüngerer Vergangenheit bemühten Calexico neue Aspekte, daunter gitarrenlastige Americana-Exkurse, folkige Kollaborationen und festliche Töne. Davon verabschieden sich Joey Burns und John Convertino auf ihrem zehnten Album keinesfalls, rücken jedoch den Latin-Aspekt ihres Sounds wieder deutlicher in den Mittelpunkt. Allerlei Gäste, Mariachi-Einschübe, Slide-Gitarre, Zapateado und noch viel mehr begleiten „El Mirador“, ein wunderbarer Schritt zurück in die Vergangenheit, der trotzdem so zeitlos und verzaubernd wie immer klingt.

Weiterlesen
Hi! Spencer

Hi! Spencer – Memori

Selbstfindung und Diversity, das sind die Leitmotive der neuen Songs von Hi! Spencer. Gut zwei Jahre nach ihrem exzellenten zweiten Album „Nicht raus, aber weiter“ meldet sich das Quintett vor allem mit einem deutlich glücklicheren Sven Bensmann zurück. Der Sänger outete sich im Februar 2020 zunächst privat, im Winter 2021 dann öffentlich als homosexuell, nahm kräftig ab und fand in vielerlei Hinsicht zu sich selbst, füllte Lücken und Leeren. Die sechs neuen Songs auf „Memori“ befassen sich unter anderem mit dem Weg zu einem besseren Leben und sind dabei durch und durch Hi! Spencer.

Weiterlesen
Wet Leg

Wet Leg – Wet Leg

Sie kennen sich, seitdem sie 17 sind, spielten in denselben Bands, hingen mit denselben Leuten ab … doch erst als Rhian Teasdale – kurz davor, ihre Karriere an den Nagel zu hängen – für ein paar Festival-Dates Hester Chambers als Gitarristin für ihr ursprüngliches Soloprojekt an Bord holte, passte plötzlich alles. Wet Leg waren geboren und gehen seit dem Release ihrer ersten Single vor zehn Monaten durch die Decke. Jetzt kommt das Duo von der Isle of Wight mit einer ersten Platte daher, schlicht „Wet Leg“ betitelt und bis obenhin voll mit kleinen Indie-Perlen sowie Post-Punk- und Pop-Einlagen.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?