Schlagwort: Indie Rock

Cadet Carter

Cadet Carter – Anthems For The Weak

Und sie wachsen weiter: „Perceptions“ katapulierte Cadet Carter in die iTunes-Download-Charts sowie ins Vorprogramm von Basement und Touché Amoré. Auf diesen Lorbeeren könnten sich die Wahl-Münchener natürlich prima ausruhen, tun sie aber – selbstverständlich – nicht. Stattdessen suchen sie mit ihrem Emo-Punk neue Wege der Nachdenklichkeit, um mit der eigenen Vergangenheit sowie mit einer ungewissen Zukunft zurande zu kommen. „Anthems For The Weak“ bemüht sich um den Mut der Verzweiflung und Zweckoptimismus mitten in der Ungewissheit.

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Mush

Mush – Down Tools

Sarkastisch, künsterlisch wertvoll, wunderbar eigenwillig: Mit ihren ersten beiden Alben richteten sich Mush häuslich ein im Hinterstübchen der beklemmenden Empfindsamkeit, begleitet von zynischen Kommentaren und Art-Rock-Sinnsuche mit Noise-, Indie- und Post-Punk-Unterstützung. Ihre dritte Platte in ebenso vielen Jahren will sich von den engmaschigen Stimmungen und Texturen auf „Lines Redacted“ entfernen und musikalisch deutlich mehr versuchen. Entsprechend geht „Down Tools“ als logische Weiterentwicklung mit hypnotisierender Vielschichtigkeit durch.

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Berries

Berries – How We Function

Nach mehreren Singles und EPs schienen Berries mitten in der Pandemie gestrandet – voller Energie, aber doch eingesperrt. In dieser düstersten Zeit unterschrieben die drei Londonerinnen einen Deal bei Xtra Mile und waren plötzlich wieder voller Elan. Einige weitere Songs später liegt nun das erste Album vor, das den mittlerweile vertrauten Mix aus Garage Rock, Noise, Jangle, Indie und Grunge mit wachsender Begeisterung kultiviert. „How We Function“ ist ein Triumph über die schweren Zeiten im Leben und bemüht Empowerment, während man sich gleichzeitig mit der eigenen psychischen Gesundheit auseinandersetzt.

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Pleil

Pleil – Keine Zeit

Unorthodoxe Faszination begleitete „Die Spur des Kalenders“, das erste Solowerk des Veteranen Marco Pleil. Der Lo-Fi-Ansatz – E-Gitarre, Stimme und Distortion allein im weiten Raum – schlug im Frühjahr 2020 ein, passte zu den damals noch neuen Umständen einer isolierten Welt. Live bleibt Pleil diesem Konzept treu, will auf Platte allerdings nun sämtliche Grenzen einreißen. Experimente sind willkommen, Elektronik erhält eine prominente Rolle, ohne dabei den ursprünglichen Sound ad acta zu legen. Der Musiker hat „Keine Zeit“ und tankt sich durch zwölf Songs in unter einer halben Stunde.

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van Kraut

van Kraut – bleiben

Die Politik hat Pause: Auf „Zäune aus Gold“ legten van Kraut den Finger in die Wunde. Das war vor drei Jahren, vor einer gewaltigen Pandemie und nicht minder mächtigen Umwälzungen. Songwriter und Mastermind Christoph Kohlhöfer widmet sich dieses Mal der Introspektive und erzählt eine Art Zyklus des Scheiterns in Form eines Minialbums. „bleiben“ dreht sich um vergebene Chancen, spielt sich zwischen dem Aufstehen und letztlichen Vergeigen ab. Und doch kann das Private nie komplett unpolitisch bleiben.

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Mt. Joy

Mt. Joy – Orange Blood

Zahlreiche kleine Radiohits und sogar ein erster Chart-Einstieg in den USA mit „Rearrange Us“: Mt. Joy schwimmen auf einer kleinen Welle des Erfolgs. Nach ihren erfolgreichen ersten beiden Alben zog sich das Songwriter-Duo Matt Quinn und Sam Cooper allerdings in die Wüste zurück. Die erhoffte Tour wurde vom Weltgeschehen gestoppt und nach dem Breakup-Flair des letzten Werks suchte man nach neuen Wegen. Die Farbe Orange wurde zum steten Begleiter, zum Symbol des Wunsches nach einer deutlich positiveren Platte, die selbst mitten im Verfall die Schönheit des eigenen Umfeld erkennen wollte. „Orange Blood“ setzt den Reigen an unverschämt guten Alben gekonnt fort.

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Joyce Manor

Joyce Manor – 40 oz. To Fresno

Eigentlich hatten Joyce Manor eine Pause geplant. Das letzte Album „Million Dollars To Kill Me“ erschien im Herbst 2018, danach wollten die zum Trio geschrumpfte Band etwas durchschnaufen. Die Pandemie kam dazwischen, aus Langeweile griff Sänger und Gitarrist Barry Johnson wieder zum Notizbuch und arbeitete an neuem Material. ‚Neu‘ ist tatsächlich relativ, denn nicht jeder Track wurde eigens für diese Platte geschrieben. Obwohl die Songs für „40 oz. To Fresno“ über einen Zeitraum von acht Jahren erarbeitet wurden, wirkt das Album wie aus einem Guss und bringt den vertrauten Sound zwischen (Pop-)Punk, Indie und Emo aufs Parkett.

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Trixsi

Trixsi – …And You Will Know Us By The Grateful Dead

Eigentlich keine Überraschung, dass „Frau Gott“ so gut geworden war: Die durchaus prominenten Namen hinter Trixsi bürgen für Qualität und fanden schnell einen gemeinsamen musikalischen Nenner. Und nu? Zwei Jahre später wird einfach nachgelegt, ganz lässig und ungekünstelt. Das Quintett sagt von sich selbst, es wolle das sprichwörtliche Rad – eigentlich Räder – nicht neu erfinden. Stattdessen setzt es den nunmehr bekannten Mix aus Indie, Alternative, Post und Punk mit dosiger Verpackung. „…And You Will Know Us By The Grateful Dead“ trägt einen großartigen Titel. Ist das alles?

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Have You Ever Seen The Jane Fonda Aerobic VHS?

Have You Ever Seen The Jane Fonda Aerobic VHS? – Maine Coon

Starker Bandname mit musikalischer Substanz: Have You Ever Seen The Jane Fonda Aerobic VHS? sind natürlich ein Hingucker und erzeugen Aufmerksamkeit. Hinter der sperrigen Dehnung stecken drei finnische Musiker:innen mit einem Faible für Garage Rock, dem ein wichtiges Instrument fehlt: die Gitarre. Stattdessen werden Synthesizer eingesetzt, die den Throwback-Aspekt des Trios zu unterstützen wissen. Auf „Maine Coon“ setzt es eine halbe Stunde zwischen Garage, Punk, Indie, Pop, Grunge und Alternative mit himmlischen Melodien und abgründgigen Texten.

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Slang

Slang – Cockroach In A Ghost Town

Seit über einem Jahrzehnt machen Drew Grow und Janet Weiss gemeinsam Musik, doch scheinen Slang trotzdem aus dem Nirgendwo gekommen zu sein. Die Band um aktuelle und ehemalige Mitglieder so illustrer Bands wie Sleater-Kinney, Wild Flag und The Thermals wuchs erst im Laufe der Zeit zum Quartett an und taucht nun – gefühlt – ebenso plötzlich mit einem ersten Album an. Auf „Cockroach In A Ghost Town“ gibt es einen Mix aus Indie und Alternative mit allerlei Prominenz von Stephen Malkmus (Pavement) über Sam Coomes (Quasi) bis hin zu Mary Timony (Wild Flag) zu hören.

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