Schlagwort: Noise Rock

The Brotherhood Of Sonic Love

The Brotherhood Of Sonic Love – Golden Spells

Es mag bereits vier Jahre auf dem Buckel haben, doch „Satellite Heart“ hallt immer noch nach. Der Einstand der Dänen stellte retrolastigen Rock aus der Garage neben noisige und psychedelische Ungetüme, so treibend wie abgedreht, an einen gewissen Motorradclub erinnernd. Die Arbeiten an einem Nachfolger zogen sich ein wenig, nicht zuletzt aufgrund der turbulenten letzten Jahre im Leben des Quintetts, geprägt von Tod und Veränderung. Exakt das schlägt sich auf die energischen, eingängigen und doch düsteren neuen Songs auf „Golden Spells“ nieder.

Weiterlesen
HEALTH

HEALTH – Rat Wars

In der emotional wohl schwierigsten Phase der Bandgeschichte suchen HEALTH nach neuen Wegen inmitten vertrauter Muster. Eineinhalb Jahre nach dem Abschluss ihrer „Disco4“-Serie meldet sich das Trio lautstark zurück und vertont die chaotische, zermürbende, zugleich inspirierende Erfahrung der Pandemie-Jahre auf einer Platte, die sich sogar noch weiter als zuvor hinauswagt – für eine Band, die liebend gerne mit Noise- und Industrial-Erwartungen spielt, ein Kunststück. Mehr noch, auf „Rat Wars“ geht es lauter und zugleich leiser, poppig-eingängiger denn je vor sich.

Weiterlesen
ORT

ORT – Maschinenhafen

Ellenlange Songs ohne Gesang erzählen Geschichten – das sollte Freunden diverser Post-Präfix-Genres bestens bekannt sein. ORT haben damit zwar nur wenig am Hut, verfolgen aber ein ähnliches Konzept – etwas noisiger und kratziger, zugleich dem Drone nicht abgewandt. Kein Wunder, denn neben Simon Dümpelmann und Dennis Müller, die beide über ordentlich Sludge-Erfahrung verfügen, wirkt hier Drone-Veteran N aka Hellmut Neidhard mit. Nach einem Album und mehreren 7″-Singles legt das Trio aus Dortmund nun nach. „Maschinenhafen“ besteht aus zwei ellenlangen Tracks, jeweils über 20 Minuten, die hinter vermeintlicher Statik einiges an Klasse offenbaren.

Weiterlesen
Voodoo Beach

Voodoo Beach – Wonderful Life

Voodoo Beach standen vor dem Abgrund. Nach mehreren Line-up-Wechseln stand der harte Kern um Drummerin Josephine Oleak und Bassist John-H. Karsten plötzlich ohne Sängerin und Gitarristin da, wollte die Band schon zu Grabe tragen. 18th Day-Gründungsmitglied Heike Rädeker bekam davon Wind, schloss sich dem Duo sofort an und sorgte für die erhoffte Rettung. Nicht nur das, in dieser neuen Besetzung sprudelten die Ideen geradezu aus Voodoo Beach heraus und hievten den ohnehin offenen Sound in neue Sphären. „Wonderful Life“ gibt sich experimenteller und zugänglicher denn je.

Weiterlesen
Brother Grimm

Brother Grimm – The End

Der Bruder hat Brüder mitgebracht: Aus dem Soloprojekt Brother Grimm ist nun eine Band geworden. Charlie Paschen von Coogans Bluff und Enni Semmler von Kaskadeur wirken nun aktiv mit, was Dennis Grimm natürlich neue musikalische Möglichkeiten mit auf den Weg gab. Zwei Gitarren, ein Schlagzeug und eine Stimme machen den ohnehin knackigen, eigenbrötlerischen Sound noch eine Spur schräger, aber auch härter und direkter, weiterhin minimalistisch veranlagt. Irgendwo zwischen stetem Widerspruch und komplettem Wahnsinn macht es sich „The End“ bequm und demonstriert recht eindrucksvoll, dass ein vermeintliches Ende zugleich ein prima Anfang sein kann.

Weiterlesen
ZAHN

ZAHN – Adria

Zweites Album, schwerstes Album? ZAHN können darüber nur herzlich lachen und klatschen einfach einen XXL-Brocken hin. Das Trio um Mitglieder so illustrer Formationen wie Heads. und Muff Potter widmet sich nach wie vor rein instrumentalen Klängen, vornehmlich im Noise Rock verhaftet, von krautigen und jazzigen Tönen, etwas Post Punk und Elektronik gekonnt unterstützt. Ihr neuestes Werk umfasst gleich mal 80 Minuten, auf zwei Tonträger aufgeteilt, so eigentümlich wie zugänglich. „Adria“ soll die banalen Aspekte eines Urlaubs aufs Parkett holen, wie endlose Autobahnen, leicht schmuddelige Raststätten und heruntergekommene Campingplätze. Die Schönheit liegt freilich im Detail.

Weiterlesen
Isoscope

Isoscope – Conclusive Mess

Nachdem die angenehm chaotische Unruhe ihres Erstlings „Ten Pieces“ vor etwa eineinhalb Jahren ein zweites Leben erhielt, legen Isoscope nun tatsächlich ein zweites Album nach. Das Berliner Quartett spielt mit Klängen und Schubladen, die sich durch Post und Punk, Noise und Kraut, Indie und Alternative tanken, um nur einige sehr grundlegende Referenzen zu nennen. Dabei geht die sehr klare politische und gesellschaftliche Position – die Musiker*innen zählen zur Gründungszelle des für FLINTA engagierten GRRL NOISY-Kollektivs – der Scopes etwas zu Unrecht unter. Entsprechend lohnt es sich, bei „Conclusive Mess“ nicht nur auf den musikalischen Wahnsinn zu achten.

Weiterlesen
interna

interna – Nach außen konziliant

Neue Band mit ordentlich gemeinsamer Erfahrung: Die drei Musiker von interna kennt man zu je zwei Drittel von Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen und Sie kamen Australien, mit Bassist Lars Stuhlmacher als gemeinsamer Nenner. Wenig überraschend fällt die gemeinsame Band laut und energisch aus, zeichnet konkrete und zugleich abstrakte Bilder, während rundherum ein wilder musikalischer Mix zwischen Post Punk, Noise und Indie Rock tänzelt, ab und an sogar im wahrsten Sinne des Wortes. „Nach außen konziliant“ ist ihr fabulöser Einstand auf Albumlänge.

Weiterlesen
PEACH

PEACH – PEACH

Gäbe es PEACH nicht, man müsste sie erfinden. Was 2019 beim Ideenaustausch zwischen Desert Rock, Punk und Grunge begann, fand erst zwei Jahre später zu einem vollständigen Line-up und arbeitete sich über die Distanz voran. Das Quartett aus dem britischen Bristol vermengt die Wüste mit Noise, mit Post Punk und etwas Alternative – scharfkantig, abgehangen, zugleich frontal und forsch. Rund um Frontfrau Ellie Godwin (No Violet) entstand ein Album, das sich mit Veränderungen, mit Grenzen und mit plötzlichen Einsichten in Beziehungen offensiv auseinandersetzt. Schlicht „PEACH“ betitelt, setzt es einen furiosen Nackenschlag in neun Kapiteln.

Weiterlesen
Heavy Lungs

Heavy Lungs – All Gas No Brakes

Wer immer schon wissen wollte, wer dieser von Idles besungene Danny Nedelko ist, sollte nun die Lauscher aufsperren. Es handelt sich dabei um den in der Ukraine geborenen Frontmann von Heavy Lungs, die nach mehreren EPs nun mit ihrem ersten Album zum Landeanflug ansetzen. Dass das Quartett aus Bristol aus einer ähnlichen Szene wie die großen Kollegen kommt, wird schnell deutlich. Ihr Post Punk trifft allerdings auf grummeligen Noise Rock, der sich betont schroff und ungemütlich gibt. „All Gas No Brakes“ verdeutlicht diesen Eindruck mit lautstarker, wachsender Begeisterung.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?