Schlagwort: Post Rock

Go March – II

Mogwai meets Kraftwerk – diese spannende Umschreibung war vor drei Jahren in der Fachpresse zu hören, als Go March ihr Debütalbum vorstellten. Die Band aus dem belgischen Antwerpen versteht sich auf Post-Math-Rock – progressive, vertrackte Strukturen mit deutlich elektronischem Einschlag. Mehrere Tourneen durch Europa und Asien mit echten Szenegrößen sollten folgen, begleitet von spektakulären Remixen. Nun meldet sich das Trio mit „II“ zurück und setzt auf bewährt entstellte Songstrukturen, die abermals geschickt mit sämtlichen Erwartungen brechen.

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Self Defense Family – Have You Considered Punk Music

Ein neues Album der Self Defense Family ist ein Erlebnis für sich. Wer ist neben Sänger Patrick Kindlon zu hören? Wer aus dem großen Künstlerkollektiv begleitet ihn demnächst auf Tour? Sieben Musiker sind auf dem aktuellen Bandfoto zu sehen, auf Platte klingt das – wie üblich, möchte man mittlerweile sagen – deutlich reduzierter. „Have You Considered Punk Music“ folgt abermals dem Prinzip der narrativen One-Take-Präsentation, von einem lyrischen Stream of Consciousness und geschickt inszeniertem musikalischen Kargland begleitet.

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Scraps Of Tape – The Will To Burn

Die schönsten musikalischen Momente tauchen oft aus dem kompletten Nichts auf. Wobei, ganz unbekannt sind Scraps Of Tape nun auch nicht. Seit 2000 veröffentlichen die Schweden in schöner Regelmäßigkeit süßlich-sperrigen Post Rock mit Alternative-, Math- und sogar Post-Hardcore-Einschlag. Für das mittlerweile sechste Studioalbum „The Will To Burn“ verbarrikadierte sich das Quintett in einer alten Schule auf dem Land und nahm ihr bislang stärkstes Werk auf.

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And So I Watch You From Afar – The Endless Shimmering

Zurück zu den Wurzeln mit Karacho – so oder so ähnlich könnte aktuell das Motto von And So I Watch You From Afar lauten. Die nordirischen Instrumentalisten verlagerten sich zuletzt mehr und mehr auf musikalische Experimente, die ein wenig den Math- und Post-Rock-Rahmen sprengten. Auf ihrem fünften Studioalbum will sich das Quartett nun aber auf seine Wurzeln besinnen. „The Endless Shimmering“ bringt den perfekt strukturierten Wahnsinn der Afars auf den Punkt.

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Frère – Void

Ein Songwriter, mit seiner Gitarre und einem Stift bewaffnet, beginnt seinen Alltag zu Papier zu bringen. Drei Jahre und ca. 150 Gigs später, steht der Bochumer Alexander Körner als Frère gemeinsam mit Band auf den Bühnen des Landes und kreuzt elektronisch befeuerten Folk mit Post-Rock-Elementen. Das nunmehr erscheinende Debütalbum „Void“ kleidet die Schönheit des Moments in ausladende, clever umherwogende Arrangements.

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First Breath After Coma – Drifter

First Breath After Coma – sounds relatable. Hinter dem ominösen Bandnamen steckt ein junges Quintett aus Portugal, das aktuell die internationale Post-Rock-Szenerie im Sturm erobert. Mit ihrem fragilen Mix aus beinahe proggiger Sinnsuche, ausladenden Sinnstrukturen und auf Atmosphäre ausgelegtem Art-Rock nehmen sie aktuell keine Gefangenen. Dass das Durchschnittsalter bei 24 Jahren liegt, passt beinahe ins Bild. Ihr zweites Album „Drifter“ macht Laune.

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Mt. Wolf – Aetherlight

Gäbe es eine Band wie Mt. Wolf nicht, man müsste sie erfinden. Die schroffe Hibbeligkeit von Holy Esque trifft auf die verklärte Elektronik von Bon Iver und M83, die wiederum mit charmantem Indie-Pathos Marke Elbow kollidiert. Klingt komisch, funktioniert aber. Elektronisch behafteter, zuweilen dezent avantgardistisch angehauchter Folk-Sound mit glockenhellem Gesang wagt schwierige Experimente. Auf „Aetherlight“ trifft viel Licht auf so manchen Schatten.

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Caspian Sea Monster – Caspian Sea Monster

Stolze fünf Jahre versuchten Musiker der Chemnitzer Bands Playfellow, Calaveras und Might Sink Ships eine gemeinsame Platte auf die Beine zu stellen, viel zu oft von den jeweiligen Hauptschauplätzen unterbrochen. Caspian Sea Monster, der Spitzname eines russischen Bodeneffektfahrzeugs, wird nun zur Überschrift für spektakuläre gemeinsame Unternehmungen zwischen Post Rock und emotional aufgeladenen Alternative-Klängen. Das Album heißt schlicht und ergreifend wie die Band und zählt zu den bislang größten Entdeckungen des Jahres.

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sleepmakeswaves – Made Of Breath Only

Unverhofft kommt oft: Recht plötzlich, beinahe aus dem Stand kündigen sleepmakeswaves ihr drittes Studioalbum an. Die australischen Experten für rein instrumentalen Post Rock, in ihrer Heimat bereits mehrfach mit renommierten Preisen ausgezeichnet, sicherten sich das nötige Budget für die Aufnahmen durch Crowdfunding und konnten somit autonom an neuer Musik arbeiten. Nun international bei Pelagic unter Vertrag, macht das luftig-leichte „Made Of Breath Only“ seinem Namen alle Ehre.

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Exquirla – Para Quienes Aún Viven

Nur in Spanien könnte ein Projekt wie Exquirla funktionieren. Hinter diesem ominösen Namen stecken die instrumentalen Post-Rocker Toundra und der populäre Flamenco-Newcomer Niño de Elche. Auf gegenseitige Bewunderung, nachdem man sich auf einem Festival traf, folgte die Bandgründung und schließlich ein vielfach gefeierter Auftritt, der nun sogar zu einem gemeinsamen Album führt. „Para Quienes Aún Viven“ (dt. „Für all jene, die noch leben“), das darf ohne Übertreibung gesagt werden, zählt schon jetzt zu den besten Platten des Jahres.

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