Max Herre – Ein geschenkter Tag

(c) Daniel Sannwald

Endlich nimmt Max Herre wieder die Gitarre in die Hand. Fernab seiner Freundeskreis-Zeiten mimt er den Singer/Songwriter, der viel zu selten seine Qualität an der Akustik-Gitarre auslebt. Seine zweite Platte „Ein geschenkter Tag“ entlohnt für die lange Wartezeit, darf getrost als absolutes Topalbum bezeichnet werden.

„Blick nach vorn“ leitet die Platte relativ ruhig und entspannt an, versucht einen Ausweg aus der Depression des Protagonisten zu suchen. Es gibt keine Ausweglosigkeit, das Leben hat immer einen Sinn. Gemeinsam mit „Geschenkter Tag“ ist das auch die erste Single. Der Titeltrack hebt ab, lässt den Herre Tempo machen, schmunzeln und die Western-Gitarre anwerfen. Totales Kontrastprogramm zum Opener, leidenschaftlich und mit einem breiten Grinsen versehen. Die kommende Auskopplung „Scherben“ platziert sich zwischen den Stühlen, zeigt aber Herz, Hirn und Seele – drei Schlagwörter für dieses Album.

Die ruhigen Nummern überwiegen deutlich, Herre also ganz im Stil des klassischen Songwriters. In „Es geht“ hat er den Blues, in „Er-sagt-sie-sagt“ den Soul. „Weg von hier“ denkt an die Flucht, an das gemeinsame Ausreißen und Ausbrechen, das Einreißen von Grenzen. Das melancholische „Staub“ – im Übrigen der vielleicht beste Song dieser Platte – bildet die Ausnahme, denn bei Max Herre stirbt die Hoffnung zuletzt. Und wenn es mal ganz dunkel wird, gibt es eine Tongue-in-Cheek-Nummer Marke „Baby Mama Rag“, die ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

So ist er halt, der Max Herre. Ein Singer/Songwriter, wie er im Buche steht. Clueso ist mit an Bord, Satire und praktizierte Lebensenergie ebenfalls. „Ein geschenkter Tag“ ist genau das, was sein Titel aussagt – die Liebe zum Moment, der Silberstreif am Horizont, der Optimismus und die Hoffnung. War ja auch an der Zeit, Herr Herre.

VÖ: 18.09.2009
Four Music (Sony Music)
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