Monat: Februar 2013

Nick Cave & The Bad Seeds – Push The Sky Away

Weiter, immer weiter – so etwas wie eine Auszeit gibt es für Nick Cave nicht. Grinderman haben mittlerweile das Zeitliche gesegnet, womit jener kratzige, sexualisierte Noise Rock, der auch die letzte Bad Seeds-Platte „Dig, Lazazus, Dig!!!“ maßgeblich beeinflusst hat, Geschichte ist. Der Australier lässt nun die musikalische Antithese auf den Plan treten, setzt vornehmlich auf instrumentalen Minimalismus und stille Wiederholungen. Für die Arbeiten am 15. Studioalbum „Push The Sky Away“ zog er sich in ein französisches Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert zurück, befasste sich mit Wikipedia-Absurditäten, endlosen Google-Suchen, urbanen Mythen und der Vergänglichkeit von Mode-Erscheinungen.

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Ewig – Sieh mich an

„Nach der Tour ist vor der Tour!“, dachte sich wohl das Trio Ewig. Die Fangemeinde der jungen Band vergrößert sich eher allmählich. Bis November letzten Jahres tingelten die Ewigs durch Deutschland sowie Österreich und stellten alle Lieder aus „Wir sind Ewig“ vor. Dass die Band um Sängerin Jeanette Biedermann vor teils überschaubarem Publikum musizierte, tat der Energie der deutschen Lieder keinen Abbruch. Immerhin hangelte sich das gelobte Debütalbum in die obere Charthälfte: Jetzt heißt es weitertouren – und das in den größten Hallen Deutschlands, wenngleich im Augenblick noch als Vorband. Auf der Pur-„Sein & Schein“-Tour wollen die Ewigs ihre sehr guten Livequalitäten unter Beweis stellen: Single #2 „Sieh mich an“ eignet sich dazu lediglich bedingt.

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Sea + Air – The Heart Of The Rainbow

Wenn Zwei sich gleichen wie Wasser und Luft, deren elementare Unterschiede anziehender denn je sind, so müssten sie durch die Erdatmosphäre tauchen und im Ozean Luftschlösser bauen können. Zuzutrauen wäre es dem Singer/Songwriter-Duo Sea + Air. Dessen Verbindung geht jedoch auf die Eigenwilligkeit vom gesprochenen „Sie + Er“ zurück, welche das deutsch-griechische Paar vor allem musikalisch auslebt. Man höre „The Heart Of The Rainbow“ und sei hiermit gewarnt: Die Gefahr eines extravaganten Zuckerschocks war selten so kalkuliert.

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Funeral Suits – Lily Of The Valley

Vielleicht ist es Ironie, feinen Zwirn und Trauer in den Bandnamen zu packen, nur um sich auf dem offiziellen Foto betont leger zu kleiden, umgeben von grünem Gras. Vielleicht ist es wichtiger, sich auf die Musik zu konzentieren: Funeral Suits aus Dublin wollen die Tradition großer irischer Rockbands fortsetzen und konnten in ihrer Heimat sowie in Großbritannien bereits kleinere Erfolge feiern. Ihre Singles wurden sogar auf Radio 1 gespielt, sie sind Youtube-Klick-Millionäre und supporteten unter anderem Franz Ferdinand sowie Passion Pit. Für ihr Debütalbum „Lily Of The Valley“, eine kleine „Breaking Bad“-Referenz, konnten sie Stephen Street verpflichten, der unter anderem bei „Parklife“ von Blur und „Viva La Hate“ von Morrissey hinter den Reglern saß. Kann ja nur gut gehen.

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Arkells – Michigan Left

Manchmal dauert es ein wenig länger, bis das vermeintliche ’next big thing‘ auch wirklich zu einem solchen wird. Dabei sind Arkells aus Hamilton, Ontario, Kanada in ihrer Heimat bereits durchaus gefeierte, mit diversen Auszeichnungen versehene Musiker, die auf ausladende Live-Aktivitäten und kleinere Airplay-Hits verweisen können. Und doch dauerte es beinahe vier Jahre, bis es ihr Debütalbum „Jackson Square“ 2012 auch nach Deutschland schaffte. Mittlerweile hat man ein wenig aufgeholt, der Nachfolger „Michigan Left“ hat bloß 14 Monate Verspätung. Entsprechend intensiv nimmt man die Entwicklung wahr, die das Quintett zwischen diesen beiden Platten durchlebt hat.

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ESC 2013: Unsere Kandidaten für Malmö (II)

Vergangene Woche wurden an dieser Stelle bereits sechs Teilnehmersongs von „Unser Song für Malmö“, dem diesjährigen deutschenVorentscheid zum Eurovision Song Contest, vorgestellt. Bevor es am 14. Februar in der TUI-Arena in Hannover dann richtig ernst wird, folgen heute die verbliebenen sechs Titel von LaBrassBanda, Mobilée, Nica & Joe, Die Priester feat. Mojca Erdmann, Saint Lu und den Söhnen Mannheims.

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Saint Lu – 2

Casting-Show hin, Exodus her – Luise Gruber musste erst nach Berlin gehen, um ihre Karriere in Schwung bringen zu können. Als Saint Lu vermischt sie Soul mit Rock’n’Roll, so geschehen auf ihrem unterhaltsamen, hitverdächtigen Debütalbum „Saint Lu“. Stillstand kommt für die gebürtige Österreicherin nicht in Frage, musikalische Evolution dafür umso mehr. Sie führt ihren Stil, den sie selbst als „Soul’n’Roll“ bezeichnet, weiter, unterzieht diesen jedoch einer Frischzellenkur. Zwar mag der Albumtitel „2“ nicht gerade kreativ sein, auch wenn die charmante 70s-Referenz unverkennbar ist, ihre Musik ist es dafür.

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Disco Ensemble – Second Soul

Die obskure Posse um das fünfte Disco Ensemble-Album „Warriors“ nähert sich einem versöhnlichen Ende. Nachdem die Finnen mit dieser Platte in ihrer Heimat verdientermaßen abräumten – der Übergang von wild gestikulierenden Screamo-Jünglingen zu echten Alternative Rock-Hitlieferanten ist mittlerweile abgeschlossen – sollte es im vergangenen Oktober zu einem Deutschland-Release kommen, aus der letztlich eine Hauruck-Download-Veröffentlichung wurde. Dann kam Til Schweiger, erklärter Disco Ensemble-Fan, und sorgte dafür, dass „Second Soul“ Platz auf dem Soundtrack zu „Kokowääh 2“ fand. Die Finnen haben nun einen Major-Deal, „Warriors“ erscheint am 1. März, die Download-Single gibt es zwei Wochen zuvor.

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Lindsey Stirling – s/t

Sie ist die Erste im Sinfonieorchester, das Größte aller melodiösen Gefühle, zwischen Barock, Kammermusik und feinstem Fiddle Folk: die Violine. Dass man mit ihr auch dramatischen Dubstep kreieren kann, ist neu. Lindsey Stirlings Geigenkunst überrascht und zeigt zudem, dass es der jungen US-Amerikanerin weder an Persönlichkeit noch an Ideenreichtum mangelt. Erst dank der Videoplattform YouTube erfuhr die 26-Jährige den nötigen Zuspruch für ihre Intonierungen – und den basslastigen Saitentanz.

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Leslie Clio – Gladys

Leslie Clio ist die Unschuld aus dem Norden, blond, blauäugig, stets mit offenen Augen durch die Welt gehend. Die 26jährige Hamburgerin klingt mit ihrem sympathischen, erfrischend schlichten Retro-Soul-Pop-Gebräu weltmännisch (oder ist es weltweiblich?), sucht das musikalische Glück jedoch in der Heimat. Ihr zur Seite stand Nikolai Potthoff, der nicht nur Tomte-Bassist ist, sondern auch Thees Uhlmann bei dessen aktuellem Soloalbum unter die Arme griff, und gemeinsam mit Clio elf radiofreundliche, unaufdringliche Songs zauberte. „Gladys“, so der Titel des Debütalbums, überzeugt über weite Strecken.

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