Schlagwort: Alternative Pop

Marika Hackman

Marika Hackman – Big Sigh

Endlich ist sie fertig, ihre ‚härteste Platte‘. So nennt Marika Hackman ihr neuestes Werk, und das kommt nicht von ungefähr. Der Kontrollverlust während der Pandemie traft die 31jährige Britin hart, und so musste sie sich intensiv mit ihren Angstzuständen auseinandersetzen. Das Ergebnis war eine kapitale Schreibblockade, die sich erst nach Aufhebung der Beschränkungen löste. Plötzlich war der Bann gebrochen, Hackman bemühte sich zugleich um musikalische Öffnung und stellte ihren gerne mal kunstvollen Pop-Ansatz breiter auf. „Big Sigh“ darf als Seufzer der Erleichterung verstanden werden, trägt aber auch viele andere Emotionen in sich.

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Locate S,1

Locate S,1 – Wicked Jaw

Seit nunmehr fünf Jahren sucht, findet und erkundet Christina Schneider als Locate S,1 alternative Pop-Routen mit Bravour. Ihr kunstvoller, bunter, schillernder Ansatz dreht Radio-Erwartungen durch ein überdimensionales Kaleidoskop und grinst dabei schelmisch. Ihr drittes Werk, an dem sie im Sommer 2020 zu arbeiten begann, trägt zwar die Grundzüge eines Pandemie- und Lockdown-Albums in sich, nützte derlei Ansätze jedoch als Ankerpunkte für eingehende Analysen des Selbst und der eigenen Rolle in der Gesellschaft. „Wicked Jaw“ symbolisiert Öffnung und musikalische Freiheit.

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Gus Dapperton

Gus Dapperton – Henge

Die Lockdown-Jahre waren für Gus Dapperton unerwartet spannend. Mit „Orca“ erschien ein betont ungeschöntes, introvertiertes Soloalbum, zudem landete er mit BENEE einen Überraschungshit: „Supalonely“ konnte seither mehr als eine Milliarde Streams verzeichnen und wurde mit Doppel-Platin ausgezeichnet. Nach diversen Tracks und Kolllaborationen, u. a. mit Surf Mesa, Easy Life und Foster The People, unterschrieb Dapperton bei Warner Records für sein drittes Album. „Henge“ nimmt etwas Abstand von Live-Instrumentierung und bemüht sich zugleich um konzeptuelle Kunst, die dennoch das Einzelsong-Format unterstützt.

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Daniel Blumberg

Daniel Blumberg – GUT

Auf den endlosen Song folgt eine Reise in das Innerste. Das neueste Werk von Daniel Blumberg spielt erneut mit dem Lied als Referenzgröße und wagt sich in Welten des Schmerzes, der Frustation, des Verfalls und der Erschöpfung vor. Eine schwere Darmerkrankung setze ihm in den vergangenen Jahren gewaltig zu, schränkte das Leben gewaltig ein. Also schraubt Blumberg nun seine Musik auf die (lebens-)wichtigsten Funktionen zurück und bemüht in „GUT“ – damit ist nicht der deutsche Begriff gemeint – die absolute Reduktion als Ausdruck von Schmerz und zarter Hoffnung.

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Bayonne

Bayonne – Temporary Time

Die letzten Jahre waren für Roger Sellers aka Bayonne besonders schwer. Die Krebsdiagnose und der anschließende Tod seines Vaters, das Ende einer wichtigen Beziehung sowie der Kampf mit Angstzuständen und Depressionen führte zur intensiven Auseinandersetzung mit innerer Trägheit und letztlich zur einer kompletten Umstellung des musikalischen Schaffensprozesses. „Temporary Time“ bezieht die Kraft für Sellers‘ Pop-Visionen aus den Untiefen der Seele und geht zugleich mehr denn je in synthetischen Alternativen-Gefilden auf.

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LIES

LIES – Lies

Mit Projekten wie American Football, Cap’n Jazz und Owen sind die Kinsellas – teils gemeinsam, teils alleine – eigentlich immer irgendwie beschäftigt. Cousin Nate schleppte zuletzt ein paar Songs mit Synthesizer-Fokus herbei, die Cousin Mike begeisterten. Daraus entstand das Duo LIES, mit dem sich die beiden einer etwas anderen Pop-Vision mit spürbar synthetischem Einschlag widmen. Und das klappt wunderbar: Bei mehreren Studio-Sessions entstand schnell Material, begleitet von Texten, die sich durch Unsicherheiten in einer Beziehung hin zu Hoffnung kämpfen. Das Album heißt wie die Band, wird jedoch bewusst etwas anders geschrieben: „Lies“.

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Ripe

Ripe – Bright Blues

Die Suche nach einem frischen musikalischen Ansatz begleitete Ripe während den letzten Jahren, brachte große Herausforderungen mit sich und machte sie letztlich – nach eigenen Angaben – doch stärker. Ein Herz für poppige, hymnische und zugleich verspielte Klänge hatte das Quartett immer schon, rückt dieses nun aber stärker denn je in Alternative- und Indie-Gefilde, ohne die bestens vertraute Tanzbarkeit außer Acht zu lassen. Entsprechend wächst und gedeiht „Bright Blues“ nun mit wachsender Begeisterung und hievt den Sound des Quartetts auf ein spannendes neues Level.

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Asger Techau

Asger Techau – Levels

Die dänischen Rock-Veteranen haben ihre Auszeit beendet und befinden sich seit wenigen Monaten auf Tour. Ob da vielleicht neue Musik kommt? Schlagzeuger Asger Techau macht derweilen solo von sich reden. Seine eigenen Platten sind alles andere als rhythmuslastig und stützen sich stattdessen auf poppige Sensibilitäten, auf Zeitlosigkeit mit Geschmack. Techaus zweites Soloalbum „Levels“ erschien eigentlich bereits im Vorjahr ohne großes Brimborium, erhält jetzt allerdings seinen verdienten Release auf CD und LP durch das Berliner Label Crocodile Tears. Grund genug, einen zweiten Blick auf diesen Charmebolzen zu werfen.

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Will Joseph Cook

Will Joseph Cook – Every Single Thing

Will Joseph Cook ist verliebt und will die Welt daran teilhaben lassen. Zu viele Platten, so der junge Sänger und Songwriter, befassen sich mit unerwiderter Liebe und Trennungen. Stattdessen gibt es von ihm Musik, die ein Lächeln auf die Lippen zaubern soll, und das kann der Brite, der trotz zwei erfolgreicher Alben und eines viralen TikTok-Hits durch alle kreativen wie mentalen Höhen und Tiefen ging, gut brauchen. „Every Single Thing“ entsprang einem besonders intensiven Aufnahmeprozess – einen eben solchen hatte sich Cook inständig gewünscht – der ihn vom britischen Landleben über Mexiko bis nach Los Angeles führte.

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Alfie Templeman

Alfie Templeman – Mellow Moon

Im Teenageralter tauchte Alfie Templeman mit seinen EPs gefühlt aus dem Nirgendwo auf und erzeugte sofort einen Mini-Hype um seine sympathischen Songs, die sich irgendwo zwischen Declan McKenna, Los Retros und Dayglow ein Plätzchen suchten. Die Pandemie setzte dem jungen Briten ordentlich zu, aufgrund einer Atemwegserkrankung musste er sich isolieren, hatte mit seiner mentalen Gesundheit zu kämpfen. Aus dem anfänglichen Versteckspiel wurden selbstbewusste neue Songs, die jetzt in einem ersten Album münden. „Mellow Moon“ bestätigt die Vorschusslorbeeren mit sympathischer Lässigkeit, die man einem 19jährigen eigentlich nicht zutrauen würde.

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