Monza – Der Tag an dem Berge aus dem Himmel wuchsen

Monza
(c) Noisolution

Monza liegt neuerdings in Bayern. Oder liegen in Bayern, wobei die drei Herren hinter diesem Pseudonym alles andere als auf der faulen Haut liegen. Vor sieben Jahren in München gegründet, befinden sie sich meilenweit entfernt von jeglichem Szenedenken und stellen sich geschickt quer, wenn es darum geht, ihre Musik in irgendeiner Form zu kategorisieren. Auf ihrem Debütalbum „Der Tag an dem Berge aus dem Himmel wuchsen“ – neben dem Digital-Release nur auf Vinyl erhältlich – treffen Alternative, Post-Something, ein wenig Prog und bärbeißige Riffs aufeinander.

Sounds und Lyrics passen prima zusammen, denn ein gewisses Unbehagen erstreckt sich über die gesamten 40 Minuten. Monza beobachten, wie die Welt in sich zusammenbricht, und versuchen wachzurütteln. Das gelingt besonders gut in „Maschinengott“ mit epischen Post-Hardcore-Untertönen, brodelnder Spannung und angenehm unangenehmen Vocals. „Das Ende, Maschinengott, es hält uns nichts mehr auf…“ – knapp fünf Minuten rauscht der Track vor sich hin und ist urplötzlich vorbei, so wie es auch die menschliche Existenz sein könnte.

Direkt im Anschluss bewegt sich der Titelsong in epische, noisige Gefilde. Gitarren-Störsignale entladen sich wie Loops, fiese Sprachfetzen zucken durch das Arrangement, der komplette Zusammenbruch lugt ums Eck. Brachiale, metallische Riffs und ein martialisches, geradezu kakophones Finale reißen mit. „Nullraum“, der zweite Gigant, geht es hingegen deutlich gemächlicher an, wobei von Gemütlichkeit keine Rede sein kann. Der Anti-Punk im Finale kommt mindestens so gut wie der beschwörende, unbequeme Opener „Terraformer“. Etwas spacig hier, richtig schön nervös da – nichts für schwache Nerven.

Das Ende aller Zeiten naht mit Riesenschnitten, befinden Monza zumindest musikalisch. Geschickt entzieht sich ihr Debütalbum jeglichen Versuchungen zumindest behelfsmäßiger Kategorisierung und erzeugt, vertraute Elemente hin oder her, ein komplett eigenständiges Klangerlebnis der unorthodoxen, mitreßenden, leidenschaftlichen Art. Wer nach dem Genuss von „Der Tag an dem Berge aus dem Himmel wuchsen“ immer noch ein Lächeln auf den Lippen trägt, ist entweder unverwüstbar oder erkennt trotz (oder gerade wegen) Endzeitstimmung das Potential des bayrischen Trios.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 15.02.2019
Erhältlich über: Noisolution (Soulfood Music)

Monza @ Home | @ Facebook
„Der Tag an dem Berge…“ @ Amazon kaufen