Swain – Negative Space

Swain
(c) Simon Veith

Das Leben nach This Routine Is Hell war für die Niederländer Swain bislang spannend. Ihr Album „The Long Dark Blue“ lieferte spannende Ansätze, kam jedoch nur selten aus dem ersten Gang heraus. Man tourte mit diversen Post-Hardcore-Bands, legte den Selbsthass der Vergangenheit ab und begann sich musikalisch umzuorientieren. Ob „Negative Space“ nun eine Episode dieses Wandels ist oder bereits die neue, fertige Form Swains, muss sich erst zeigen. Spannend ist diese neue Platte allemal.

„Negative Space“, der eröffnende Titelsong, bringt dieses Mantra auf den Punkt. Es geht um mehr Hoffnung, um Sinn und Sinnhaftigkeit. Der Track macht Wellen durch, klingt stellenweise melancholisch bis depressiv, dann wieder herrlich packend im Refrain – ein einfaches wie kurzweiliges Spiel mit musikalischen Stimmungen. Im Anschluss drängt „Same Things“ nach vorne. Hier singt Jeremy Bolm von den ehemaligen Tourpartnern Touché Amoré mit und gibt dem bekömmlichen Midtempo-Song ein paar zusätzliche Kanten mit auf den Weg, ohne dabei an Eingängigkeit zu verlieren.

In diesem Spannungsverhältnis zwischen Sein und Schein ergeben sich spannende Momente. „Uncomfortably Aware“ erinnert zunächst an Self Defense Family, stimmt dann eine Art Shanty an und badet schließlich in den letzten Überresten von Selbstaufgabe. Ähnlich bissig und bedrohlich gibt sich „Skin On Skin“. Gerade der missmutige Refrain mit prominenter Zweitstimme brennt sich ein. Auch in „Hit Me Till I Break My Bones“ wird es unbequem mit einem Hauch von Frohsinn und Grunge, „Big Dumb Boy“ versucht sich an einem semi-poppigen Midtempo-Duett und „But Then What?“ schielt sogar verhalten gen Radio.

Die Frischzellenkur bekommt Swain richtig gut. „Negative Space“ vermeidet es, sich komplett von der musikalischen Vergangenheit zu distanzieren, bringt zugleich aber ausreichend frischen Wind mit, um neue Wege zu beschreiten. Überraschendes Pop-Appeal, mitreißende Hymnen und ganz viel Druck im Midtempo-Bereich lassen die Niederländer den erhofften Volltreffer landen, von prominenten Gästen begleitet. Willkommen in der Hoffnung.

Wertung: 4/5

Erhältlich ab: 26.07.2019
Erhältlich über: End Hits Records (Cargo Records)

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