Casafungo – Killing Time Without Injuring Eternity

Die Lübecker Bucht ist unter Wind- und Kitesurfern sowie Stand-up-Paddlern mehr als beliebt. Ob das den Sound von Casafungo beeinflusste, ist allerdings nicht bekannt. Christopher Langkauf und Lucas Weinknecht kennen sich bereits seit mehreren Jahren aus verschiedenen Bands. Eher zufällig trafen sie bei einer Jam-Session auf die vielfach ausgezeichnete Jazz-Sängerin Ella Burkhardt, die Chemie stimmte sofort. Als Casalungo widmet man sich einer poetischen Mischung aus Indie, Dream-Pop und eben Surf Rock. „Killing Time Without Injuring Eternity“ ist das erste komplette Album des Trios aus Lübeck.
„All Of These Things R Lies“ bringt den musikalischen Spagat recht gut auf den Punkt. Zwei Stimmen, schrammelnde Gitarren, getragenes Tempo und unwirkliche Atmosphäre treffen auf sonniges Gemüt und verträumte Dringlichkeit. Schnell erschaffen sich Casafungo ihre ureigene Welt und machen es sich dort gemütlich. Könnte „Abstraction White Rose“ die richtige Überschrift für diese Platte sein? Hier schwingt sogar ein wenig 60s- und 70s-Flair mit, von einer feinen psychedelischen Brise gekonnt unterstützt. Die Wellen erreichen das Ufer mit Verzögerung und unterstreichen die Schönheit des Moments, die während dieser fünf Minuten kultiviert wird.
An anderer Stelle bemüht sich „Aguacate“ darum, aus der eigenen Zurückhaltung auszubrechen. Die Surf-Gitarren schrammeln wunderbar, der lebhafte Basslauf brennt sich ein, während entspannte Vocals wundersame Geschichten erzählen. An anderer Stelle findet man sich in „Same City Different People“ wieder, ein wunderbar flottes und launiges Stück Musik mit deutlich mehr Gitarren und Indie-Charme. So energisch und doch zurückgelehnt rocken Casafungo nur selten, doch steht ihnen das gut zu Gesicht. Hingegen tänzelt „Song For Aaron“ vergnügt durch zarte Sonnenstrahlen, erinnert entfernt an die Anfänge von The Drums und ringt ein Lächeln ab.
Binnen kürzester Zeit erschaffen Casafungo ihre ureigene musikalische Welt, mit feiner Detailarbeit und gelegentlichen breiten Pinselstrichen und untermalen das mit sympathischen Geschichten und Beobachtungen. Der modern interpretierte Surf-Charme macht Laune, ebenso wie die sympathischen Pop-Weisheiten, psychedelisch-verträumten Ausritte, eine Prise Folk und die gelegentlichen Gitarren, die mit der Tür ins Haus fallen. In „Killing Time Without Injuring Eternity“ steckt unendlich viel Liebe und Herzblut, und das hört man in jeder Note. Ein mehr als unterhaltsamer Einstand einer Band, die man definitiv im Hinterkopf behalten sollte.
Wertung: 4/5
Erhältlich ab: 04.09.2026
Erhältlich über: Broken Silence Records (Broken Silence)
Website: casafungo.com
Instagram: www.instagram.com/casafungo
