Autor: Verena Riedl

Airbourne – Breakin‘ Outta Hell

Keine Airbourne-Rezension ohne AC/DC-Vergleich – bringen wir diese lästige Pflicht somit am besten gleich zu Beginn dieses Textes hinter uns. Natürlich erinnert die Musik der genau wie die großen Vorbilder aus Australien stammenden Hard Rock-Band rund um die Brüder Joel und Ryan O’Keeffe auch im Jahr 2016 stark an eben jene Rock-Giganten, hier und da garniert mit dezenten Anleihen bei anderen Bands aus dem hart rockenden Blues Rock-Spektrum wie z.B. Whitesnake. Will man als Gruppe jedoch auf lange Sicht bestehen, ist auch das Entwickeln einer eigenen Identität von Nöten. Mit „Breakin‘ Outta Hell“ ist dieser Tage das vierte Airbourne-Album in die Läden gekommen. Grund genug also, einmal abzuchecken, wie gut es um die Identität des Quartetts bestellt ist.

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Deacon Blue – Believers

Hoffnung in einer unsicheren Zukunft. Zwei Seiten – und die stetige Problematik, sich für eine von beiden zu entscheiden. Deacon Blue, die schottische Band, die nun auch schon seit 30 Jahren als ein Garant für eingängige Popmusik mit Botschaft gilt, beschäftigt sich auf ihrem neuem Album mit den ganz großen Themen, die derzeit die Welt bewegen. Dabei beziehen sie klar Position, auf welcher Seite sie stehen wollen – und das ist nicht jene Seite, auf der die besorgten Bürger mit ihrer egozentrischen Weltsicht und Angst vor Veränderungen stehen, sondern jene, auf der man an eine bessere Zukunft glaubt und sich für diese auch stark macht. So hat das neue Werk, das nach „The Hipsters“ und „A New House“ den dritten Teil einer Trilogie darstellt, dann auch prompt den passenden Namen „Believers“ erhalten.

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Hansen & Friends – XXX – Three Decades In Metal

Jubiläen sind ja immer so eine Sache. Oft werden sie von Bands dazu genutzt, eine Best Of-Rückschau ihres Schaffens in die Läden zu bringen, in anderen Fällen werden alte Songs neu eingespielt und auf zumeist eher zweifelhaften Retroscheiben veröffentlicht. Kai Hansen, seines Zeichens Ex-Helloween-Gitarrist und Sänger sowie Gitarrist und Songschreiber bei seiner Band Gamma Ray und bei Unisonic, geht einen anderen Weg. Nicht nur, dass es ungewöhnlich ist, wenn ein Künstler, der sonst nur aus Bandzusammenhängen bekannt ist, zu seinem persönlichen 30-jährigem Schaffensjubiläum eine Soloscheibe veröffentlicht, nein, sein Album „XXX – Three Decades In Metal“ ist auch frei von aufgewärmten Altlasten und enthält zehn brandneue Kompositionen und jede Menge Kollaborationen mit dem Who-is-Who der deutschen Heavy-Szene.

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Sodom – Decision Day

Thrash Metal aus deutschen Landen – bei diesem Thema darf der Name Sodom natürlich keinesfalls ungenannt bleiben. Hatten sie in den 80er Jahren eine Vorreiterrolle in diesem Segment, gehörten sie in den 90ern zu den wenigen, die auch in den für Metalbands schwierigen Jahren ihrem ureigenen knüppelharten Kurs treu geblieben sind. Trotz einiger schwächerer Alben ist ihre bis dato 14 Alben umfassende Diskographie beachtlich, besteht sie doch zu großen Teilen aus Genre-Highlights. Hierzu darf man auch das vor drei Jahren erschienene letzte Album „Epitome Of Torture“ zählen, das die drei Gelsenkirchener um Shouter Tom Angelripper, so viel sei vorab gesagt, mit ihrem neuen Meisterwerk „Decision Day“ qualitativ sogar noch übertreffen.

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Running Wild – Rapid Foray

Gut Ding will Weile haben: Als Rock’N’Rolf im Jahr 2012 im Alleingang ein Running Wild-Comeback startete, wollten ihn viele Fans ob des deutlich vom Glam Rock beeinflussten Albums „Shadowmaker“ gleich wieder zurück in die Rocker-Rente schicken. Der Nachfolger „Resilient“ war dann zwar schon wieder eine ziemlich gelungene klassische Metal-Scheibe, doch nach wie vor war Running Wild Rock’N’Rolfs Soloprojekt – dementsprechend gab es auch keinerlei Live-Auftritte. 2016 sieht die Lage aber schon ganz anders aus: Herr Kasparek hat endlich eine inklusive ihm vierköpfige Livetruppe zusammengetrommelt, die beim Wacken Open Air 2015 erstmals in Erscheinung trat. Und auch auf Konserve sieht die Welt rosig aus, denn mit „Rapid Foray“ kommt die beste Running Wild-Scheibe seit 20 Jahren in die Läden.

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Ray Wilson – Song For A Friend

Da behalte mal einer den Überblick… Ray Wilson, bekannt durch den Stiltskin-Hit „Inside“ und seine Zeit bei Genesis, war in den letzten Jahren alles andere als passiv. Seit dem Ende von Genesis hat er mehrere Alben aufgenommen, teils unter seinem Namen, teils auch als Ray Wilson & Stiltskin, außerdem tourt er durch die Lande mit solch unterschiedlichen Projekten wie Genesis Unplugged, Genesis Klassik oder eben Ray Wilson & Stiltskin. Das neue Album des 47-jährigen Schotten wird nun aber ganz gewöhnlich unter seinem eigenen Namen veröffentlicht. Das sehr persönliche Werk trägt den Namen „Song For A Friend“ und ist von der ersten bis zur letzten Note seinem 2015 verstorbenen Freund James Lewis gewidmet.

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Crematory – Monument

25 Jahre in stetigem Wandel – so könnte man die Geschichte der rheinland-pfälzischen Gothic-Metal-Band Crematory in einem Satz beschreiben. War das Debütalbum noch im Death Metal verwurzelt, fand das Quintett auf ihrem zweiten Album „Just Dreaming“ endgültig zu ihrem stark von Keyboards bestimmten Gothic-Metal-Sound. Eine Kurskorrektur hin zu professionelleren, aber mit den Jahren auch immer kommerzielleren Klängen stellte 1999 der Einstieg von Gitarrist Matthias Hechler dar. Da er sich auch als Songschreiber betätigte, verlor die Band 2015 mit seinem Ausstieg eines ihrer wichtigsten Mitglieder. Doch das Ende eines Weges bietet immer auch neue Chancen und so wagen Crematory auf ihrem vorliegendem Album „Monument“ – verstärkt durch gleich zwei neue Gitarristen – endlich die von vielen Fans lang ersehnte Rückkehr zu metallischeren Klängen.

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Pet Shop Boys – Super

Wenn ein neues Album an einem 1.April erscheint, kann das den einen oder anderen Rezensenten schnell zu lustigen Wortspielen rund um das Thema Aprilscherze verleiten. Auch ein Albumtitel wie „Super“ ist geradezu prädestiniert für Kalauer wie „Super ist super“. Derlei abgegriffene Spielereien würden dem neuen Album der Pet Shop Boys jedoch nicht gerecht werden – nicht nur, weil man es hier mit einer Pop-Legende zu tun hat, die sich auf ihren nun 13 Alben immer wieder neu erfunden haben, sondern auch, weil die beiden Briten mit „Super“ trotz deutlicher Früh-90er-Referenzen eine weitere überaus kreative Facette ihres Schaffens präsentieren.

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Ensiferum – Two Decades Of Greatest Sword Hits

Dass zum zwanzigjährigen Bandjubiläum ein „Best Of“-Album in die Läden kommt, ist gängige Praxis. Häufig ist es in solchen Fällen nicht mal die erste „Best Of“, denn in den heutigen schnelllebigen Zeiten bringen viele Bands bereits zum zehnjährigen Bestehen die erste Hitkollektion heraus – oder die Ex-Labels überschütten den Markt mit Greatest Hits-Scheibletten ihrer ehemaligen Schützlinge. Im Falle der Folk-/Viking Metal-Hitgaranten von Ensiferum war eine „Best Of“-Scheibe allerdings mehr als überfällig. Immerhin hat das finnische Quintett um Sänger Pedri Lindroos seit Bestehen sechs hochwertige Studioalben randvoll mit hitverdächtigen Hymnen in die Läden gebracht. Einige der besten dieser Songs finden sich nun auf dem beim Ex-Label Spinefarm erscheinenden „Two Decades Of Greatest Sword Hits“ wieder.

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Chris Isaak – First Comes The Night

Wer Chris Isaak ausschließlich auf seine beiden Hits „Wicked Game“ und „Blue Hotel“ reduziert, tut dem Sänger und Schauspieler, der gerne auch als Roy Orbison der 90er bezeichnet wird, definitiv Unrecht. Immerhin hat der Kalifornier, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiern wird, seit 1985 stolze elf Alben veröffentlicht, die vor hochklassigen Songs, teils im Rockabilly-Stil, teils Country-angehaucht, nur so strotzen. Und auch auf seinem zwölften, in seiner Heimat bereits Ende 2015 veröffentlichtem Album sind keine Ermüdungszeichen zu erkennen. Ganz im Gegenteil, denn auf „First Comes The Night“, das seit dieser Woche endlich auch hierzulande erhältlich ist, stehen die Zeichen auf Hit!

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