Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.
Actors

Actors – Acts Of Worship

Die Musik der 80er Jahre strahlt weiterhin ungebrochene Faszination aus. Bei Artoffact Records finden zahlreiche Revivalisten aus dem vermeintlichen Underground ein wunderbares Zuhause. So auch Actors aus Kanada, die vor drei Jahren ihr Wave-getränktes Post-Punk-Debüt veröffentlichten und mit ihrer erdrückenden Düsterromantik seither Herzen brechen. „Acts Of Worship“, von Sänger und Gitarrist Jason Corbett im eigenen Studio in Vancouver produziert, holt nun erneut auf die Tanzfläche, nur um dort nach einem ausladenden Balzritual schulterzuckend zu resginieren.

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Ronnie James Dio - Rainbow In The Dark: Die Autobiografie

Ronnie James Dio – Rainbow In The Dark: Die Autobiografie

Am 16. Mai 2010 verlor die Metal-Welt eine ihrer wichtigsten Stimmen: Ronnie James Dio erlag im Alter von 67 Jahren seinem Krebsleiden. Bis kurz vor seinem Tod war er überaus beschäftigt, arbeitete an neuer Musik von Dio sowie Heaven & Hell. Außerdem befasste er sich mit seinen Memoiren, eine Sammlung handschriftlicher Seiten, die später abgetippt und von Dios gutem Freund Mick Wall sowie seiner Ehefrau Wendy Dio in Buchform gebracht wurden. Das dauerte einige Zeit, wie Wendy im Vorwort selbst zugab, weil die Arbeiten eine überaus emotionale Angelegenheit waren. Nun steht „Rainbow In The Dark: Die Autobiografie“ in den Läden, inzwischen sogar als deutsche Übersetzung, und liefert den Auftakt für einen Blick auf das Leben des Metal-Meisters.

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The Lathums

The Lathums – How Beautiful Life Can Be

Wigan mag vieles sein, doch eine große Musiktradition kann man der britischen Industriestadt kaum nachsagen. Entsprechend mussten sich The Lathums erst ihre eigene Infrastruktur schaffen und bezogen ein Pub. Unter der Woche wurde geprobt, gespielt abends und wochenends für die Gäste – wie die Beatles in Hamburg, wie das Quartett scherzhaft meint. Drei Jahre später haben sie einen Majordeal in der Hand und gelten als nächste große Indie-Band der Insel. „How Beautiful Life Can Be“ verbindet einen gewissen DIY-Ethos mit einem Faible für große Melodien, das die Brücke zwischen Pub-Bühne und Stadion schlägt.

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Laura Jane Grace

Laura Jane Grace – At War With The Silverfish

Überraschungen von Laura Jane Grace sind stets willkommen. Auf diese unkonventionelle Weise tauchte bereits ihre erste echte Soloplatte mit Tracks, die ursprünglich für Against Me! gedacht waren, auf dem Radar auf. Nun legt sie mit einer EP nach, teils in ihrem eigenen Studio in Chicago, teils in St. Louis aufgenommen und von Devouring Mothers-Kollege Marc Hudson abgemischt. In sieben Kapiteln wandelt „At War With The Silverfish“ auf dem oftmals schmalen Grat zwischen Selbstzweifel und Selbstwertgefühl. Und das mit etwas mehr Strom als zuletzt.

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School Of X

School Of X – Dancing Through The Void

Endlich hatte sich Rasmus Littauer, der unter anderem MØ als Schlagzeuger auf Tour begleitet, musikalisch emanzipiert. Als School Of X veröffentlichte der Däne im vergangenen Jahr nach zwei EPs sein erstes Soloalbum „Armlock“ und sollte auf dem legendären SXSW-Festival auftreten. Kurz vor der Abreise wurde es abgesagt, wie auch das gesamte öffentliche Leben lahmgelegt. Anstatt nun verständlichen Trübsal zu blasen, steckte Littauer seine ganze Energie in die Musik und schrieb ein neues Album. „Dancing Through The Void“ denkt den kurzweiligen Indie Pop weiter, blickt in eine spannende Zukunft und lässt zugleich die Vergangenheit Revue passieren.

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ViLLA NOiSE

ViLLA NOiSE – Conversations On A Lonely Star

Die letzten eineinhalb Jahre hinterließen bei und an allen Spuren. ViLLA NOiSE vertonen diese und öffnen sich musikalisch deutlich. „Stories“, der Einstand der Kölner, hat bereits drei Jahre auf dem Buckel und wirkt stellenweise wie aus einer anderen Zeit. Mehr Experimente, mehr Alternative- und sogar Art-Einflüsse, dazu deutlich präsentere elektronischere Einflüsse – der Indie-Ansatz des Debüts erhält nun einen frischen Anstrich. „Conversations On A Lonely Star“ arrangiert Gedankenfetzen um musikalisch wechselhafte Tracks, die präzisen Minimalismus mit wuchtigem Druck torpedieren.

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Childcare

Childcare – Busy Busy People

Weird. Wonderful. Whimsical. Childcare aus England machen einen bewussten großen Bogen um gängige Indie- und Pop-Ansätze, und bemühen stattdessen Surrealismus als kurzweiligen Begleiter sympathischer, psychedelisch angehauchter Songs. Das klappte auf zwei EPs und einem Album bislang prima, nun will und versucht man mehr. Wo sich der Einstand noch mit persönlicher Weiterentwicklung und Akzeptanz beschäftigte, kümmert sich „Busy Busy People“ um all die Dinge, die den Alltag begleiten – egal wie banal, egal wie schräg, egal wie skurril.

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LÜT

LÜT – Pandion

Nach dem Album ist das Album vor dem Album – nein, das ist nicht etwa das Tic Tac Toe-Follow-up zu „Morgen ist heute schon gestern“, sondern die Release-Politik von LÜT. Erst im Februar veröffentlichten die Norweger ihren bärenstarken Zweitling „Mersmak“, schon jetzt eine der besten Platten des Jahres. Im Zuge dessen werfen sie nun einen Blick zurück auf den Einstand, der nie offiziell außerhalb der Heimat erschien. Mit „Pandion“ ging es 2017 los, Nominierung für den norwegischen Grammy und manch ein Festival-Auftritt inklusive. Diesen Auftakt gibt es nun überall inklusive Bonus-Track.

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Lehnen

Lehnen – Negative Space

Vor einigen Jahren schrieben Die Ärzte ein Lied vom Scheitern. Lehnen machen ein ganzes Album daraus. Die drei Wiener klopfen nach gut sechs Jahren endlich wieder an und betrachten, wie sich die Angst vorm Scheitern in der heutigen Gesellschaft gestaltet, wie man im Konflikt mit sozialen Konstrukten und Erwartungen einen Platz sucht, ob und wie man das eigene Schicksal ändern kann und will. Dabei verbleibt stets etwas leerer Raum, ein „Negative Space“, der gefüllt werden will. Und genau das tun Lehnen mit ihren zehn neuen Tracks.

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José González

José González – Local Valley

Endlich ist es wieder an der Zeit für ein neues Soloalbum von José González – ein Satz, der gefühlt jede Besprechung seines Werks einleiten kann, vergeht doch stets einiges an Zeit zwischen seinen Platten. „Vestiges & Claws“ hat bereits sechseinhalb Jahre auf dem Buckel, klingt aber nach wie vor zeitlos. Das ist die Kunst eines Musikers, der die legendäre Londoner Royal Albert Hall ausverkaufen konnte, drei komplette Jahre nach seinem letzten Release. „Local Valley“ widmet sich abermals großen Themen im akustischen Gewand, wird zur wichtigen Stimme für Hoffnung und Gerechtigkeit in schwierigen Tagen.

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