Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Norma Jean – If You Got It At Five, You Got It At Fifty

Sie mögen auf ihrem 2010 erschienenen Album „Meridonal“ zwar eine Spur ruhiger geworden sein, doch immer noch zählen Norma Jean zu den lautesten, chaotischten Bands der christlichen Core-Szene. Irgendwo im Math-Sektor angesiedelt, widmete sich das Quintett aus Douglasville, Georgia zuletzt vermehrt noch experimentelleren Klängen auf der einen und Sludge-Melodik auf der anderen Seite. Wohin die Reise auf ihrem im August erscheinenden sechsten Studiowerk „Wrongdoers“ – ein Deutschland-Termin ist noch ausständig – gehen wird, ist bislang offen. Die Vorab-Single „If You Got It At Five, You Got It At Fifty“ klingt zumindest nach einer Rückkehr zu den Wurzeln.

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The D.O.T – Left At The Lights

Mit dem von langer Hand angekündigten, 2011 vollzogenen Ende von The Streets zog sich Mike Skinner kurzzeitig aus dem Rampenlicht zurück. Mit dem Musik-Geschäft hat er allerdings längst noch nicht abgeschlossen, auch wenn er jetzt kleinere Brötchen bäckt und in der zweiten Reihe steht. Für sein neues Projekt The D.O.T tat er sich mit Rob Harvey, dem Frontmann der ebenfalls aufgelösten The Music, zusammen, der die Vocals übernimmt, während sich Skinner vor allem um die Produktion kümmert. Herausgekommen ist „Diary“, ein ungewöhnliches Album zwischen Pop-Appeal, Club-tauglichen Beats und einer Prise Urban. Die neue Single „Left At The Lights“ schlägt deutlich sanftere Töne an.

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Panamah – DJ Blues

In einer Zeit, in der sich elektronisch angetriebene Popmusik aus Nordeuropa besonderer Beliebtheit erfreut, war es nur eine Frage der Zeit, bis die dänischen Senkrechtstarter Panamah ihre Zelte in Deutschland aufschlagen würden. Vergangenes Jahr landete das Trio um Sängerin Amalie Stender in ihrer Heimat mit „DJ Blues“ einen waschechten Sommerhit, der mit Platin ausgezeichnet wurde und zu den meistgespielten Songs im dänischen Radio zählt. Für den internationalen Markt erhält der Track nun englische Lyrics und erscheint mit einem extensiven Download-Bundle.

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Ira Atari – Wish I Had

Warum den Blick in die Ferne schweifen lassen, wenn das Gute doch so nah ist? Natürlich ist Skandinavien reich an großartigen Electro-Pop-Musikerinnen – Lykke Li, Firefox AK und Oh Land, um einige wenige zu nennen – doch in Berlin tummelt sich die studierte Klavierlehrerin Ira Atari, ihrerseits längst reif für den großen Durchbruch. Zwei Jahre nach ihrem Debütalbum „Shift“ meldet sie sich musikalisch zurück. Gemeinsam mit Phil de Gap, der unter anderem Jennifer Rostock produzierte, entstand „Wish I Had“.

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The Defiled – Unspoken

Gruftiges Make-Up, kalte Synthetik: The Defiled sind aktuell drauf und dran, der britischen Metal-Szene einen kräftigen Arschtritt zu verpassen mit ihrer Mischung aus Industral-Klängen und modernerem Metalcore-Sound. Vom Aussehen des Quintetts sollte man sich keineswegs irritieren lassen, denn wie das hierzulande nur digital bzw. via Import erhältliche Debütalbum „Grave Times“ zeigte, verstehen die Jungs ihr Handwerk. Der Nachfolger „Daggers“ erscheint am 2. August beim Branchen-Riesen Nuclear Blast, „Unspoken“ ist bereits die zweite Vorab- bzw. Hype-Single.

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Travis – Moving

Auch wenn ihre erfolgreichsten Zeiten rund um Indie-Evergreens wie „Why Does It Always Rain On Me?“ und „Sing“ bereits weit über zehn Jahre zurückliegen, sperrt man bei einer neuen Platte von Travis automatisch die Ohren auf, gerade wenn man sich zwischenzeitlich fünf Jahre Studio-Auszeit genommen hatte. Nach dem gefloppten „Ode To J. Smith“ verlagerten die Erfinder des Glum-Pop ihre Aktivitäten vor allem auf die Bühne, während Sänger Fran Healy gemeinsam mit Tim Rice-Oxley an neuen Keane-Songs arbeitete. Bevor am 16. August das siebte Album „Where You Stand“, werfen Travis – einmal mehr weitestgehend unbemerkt – den zweiten Vorboten „Moving“ ab.

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Seasfire – Oh..Lucifer

In Bristol wird gelärmt, doch kaum einer bekommt es mit. Seasfire haben in ihrer britischen Heimat bereits zahlreiche Singles und EPs veröffentlicht – ein Album ist noch ausständig -, von denen es bislang einzig der Post-Popstep-Track „Heartbeat“ nach Deutschland geschafft hat. Das ist jedoch noch kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, denn endlich wird nachgelegt. „Oh..Lucifer“ hat nur bedingt mit seinem Vorgänger zu tun und sieht das Quartett ihre Gitarren stärker in den Vordergrund rücken.

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ZZ Top – The Complete Studio Albums 1970-1990 (Teil 2)

Ob als gestandene Rock’n’Roll-Band, Blues-Liebhaber, Stoner-Vorboten oder 80s-Granden – der Ruf des texanischen Trios ZZ Top wuchs mit den Jahren. Hinter zwei mächtigen Bärten und einem Beard versteckt sich unheimlich viel Geschichte, die nun aufgearbeitet wird. „The Complete Studio Albums 1970-1990“ präsentiert die ersten zehn Alben des Trios in einer stabilen Clamshell-Box zum günstigen Preis (ca. 30 Euro), komplett mit Pappschubern, die dem jeweiligen Original-Artwork entsprechen und entsprechend im Fall von „Tres Hombres“ und „Tejas“ gar mit Klappcovern ausgestattet wurden. Noch schöner: Man verzichtete auf die kontroversen, blutleeren 80s-Mixes und rekonstrurierte die Original-Audio-Tape-Versionen; „ZZ Top’s First Album“, „Rio Grande Mud“ und „Tejas“ sind sogar erstmals in dieser Form erhältlich. Im zweiten von zwei Teilen geht es um den großen Durchbruch der Texaner und die kreative Dürreperiode danach.

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John Newman – Love Me Again

Der Weg vom Gastsänger zur Solokarriere ist nicht immer leicht, kann aber funktionieren. Daniel Merriweather machte sich beispielsweise durch seine Arbeit mit Mark Ronson einen Namen und veröffentlichte im Anschluss ein starkes Soloalbum. Ähnlich will nun John Newman schaffen. Sein Beitrag zu Rudimentals „Feel The Love“ machte aus dem Drum’n’Bass-Track einen Nummer Eins-Hit in Großbritannien, der Nachfolger „Not Giving In“ war ebenso wenig zu verachten. Einen Major-Deal hat der junge Brite bereits in der Tasche, die Arbeiten an seiner ersten Soloplatte laufen. In welche Richtung es gehen könnte, zeigt die Single „Love Me Again“.

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Elton John – Home Again

Er mag zwar nie so wirklich weg gewesen sein – vergangenes Jahr erschien „Good Morning To The Night“, das gemeinsame Remix-Album mit Pnau, zwei Jahre zuvor „The Union“ mit Leon Russell -, doch tatsächlich hat das letzte Solowerk von Elton John bereits sieben Jahre auf dem Buckel. Nach mehreren Verzögerungen und Verschiebungen – der Brite soll mit dem Material nicht vollends zufrieden gewesen sein – erscheint im September „The Diving Board“, Johns bereits 30. Soloalbum. Erster Vorbote dieser Jubiläumsplatte ist die Ballade „Home Again“.

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