Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Reptile Youth – Rivers That Run For A Sea That Is Gone

Party, Hedonismus, Dance-Punk – Mads Damsgaard Kristiansen und Esben Valløen, die beiden Mannen hinter Reptile Youth, sind nicht gerade dafür bekannt, einen feuchten Kericht auf Erwartungen und Hits zu geben. Dass sie, mal eben so im Vorbeigehen, trotzdem einige eben solcher schreiben, nimmt man dankend mit. Nach dem poppigen Debütalbum wollten die beiden Dänen nun die Energie ihrer Liveshows auf CD bannen. Herausgekommen ist dabei eine Platte mit dem unfassbar komplizierten Titel „Rivers That Run For A Sea That Is Gone“, der in seiner Komplexität gewissermaßen zum Sound des Duos past – und auch nicht.

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Elbow – The Take Off And Landing Of Everything

Großbritannien liegt Elbow mittlerweile zu Füßen. Überhäuft mit Preisen, fährt das Quintett aus dem Umland von Manchester regelmäßig Platin-Auszeichnungen ein, durfte im Rahmen der Schlussfeier der Olympischen Sommerspiele in London 2012 auftreten und hat mit „One Day Like This“ einen Song geschrieben, der seither bei sämtlichen Hochzeiten auf der Insel läuft. Unbeeindruckt davon wurde, unterbrochen von Frontmann Guy Garveys Arbeiten am „King Kong“-Musical in New York, das mittlerweile sechste Album „The Take Off And Landing Of Everything“ aufgenommen, das die Briten noch größer, noch monumentaler erscheinen lässt.

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We Are Scientists – TV en Français

Auch wenn „Nobody Move, Nobody Get Hurt“, der Breakout-Hit von We Are Scientists, bereits neun Jahre auf dem Buckel hat, so tanzt man sich zu diesem letzten Aufbäumen der Post-Punk-Revival-Bewegung weiterhin die Füße wund. Die beiden New Yorker Keith Murray und Chris Cain haben diese Zeiten jedoch längst hinter sich gelassen und eine Reihe guter Platten aufgenommen. Mit „TV en Français“ kommen sie nun endgültig im klassischen Indie Rock-Feld an und tauchen vermehrt in (semi-)balladeske Pop-Momente ein.

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Pharrell Williams – G I R L

Pharrell Williams ist einmal mehr „The Man“. Als Teil der Neptunes produzierte er Hits am laufenden Band für Britney Spears, Snoop Dogg, Nelly und Justin Timberlake. Nachdem er weder mit seinem Rockprojekt N.E.R.D noch mit seinem Soloalbum „In My Mind“ größere Erfolge feiern konnte, rückte der mittlerweile 40jährige erst einmal in den Hintergrund, bevor er 2013 wieder auftrumpfen sollte mit Credits und Gastauftritten in zwei der erfolgreichsten Singles des Jahres: „Blurred Lines“ von Robin Thicke und „Get Lucky“ von Daft Punk. Und siehe da, plötzlich stellt sich auch Pharrells Soloerfolg ein. „G I R L“ macht knapp acht Jahre nach dem mittelmäßigen Debüt verdammt viel richtig.

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Coogans Bluff – Gettin‘ Dizzy

Nach ihrem eindrucksvollen Heavy-Prog-Funk-Exkurs „Poncho Express“ satteln Coogans Bluff den Esel ein weiteres Mal und eliminieren den ‚Rost‘ aus ‚Rostock‘ ein für alle Mal. Was aus ursprünglich für instrumentale Live-Performances entstandenen Jams vor zwei Jahren für ein bissiges Album umgearbeitet wurde, ist nun so etwas wie Alltag. Coogans Bluff gehen auf „Gettin‘ Dizzy“ in die musikalische Breite für kleine und große Überraschungen, wagen sich an Country-Exkurse und eine Cover-Version.

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Jamie Isaac – She Dried

Monatlich scheint eine neue magische Stimme aus Großbritannien ihren Pfad hin zu höheren Weihen zu suchen – direkt ins Herz, direkt ins Hirn. Der erst 19jährige Jamie Isaac aus dem Süden Londons trat erstmals im Sommer des vergangenen Jahres mit der Veröffentlichung seiner Vinyl-Single „I Will Be Cold Soon“ in Erscheinung. Schnell als neuer James Blake gefeiert, durfte der Teenager mit der weichen, ausdrucksvollen Stimme unter anderem Chvrches remixen. Nun gibt es Nachschub in Form des Videos zu „She Dried“.

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Junior – Self Fulfilling Prophets

Hier fehlt kein Senior, die heißen einfach nur so. Die deutsch-amerikanische Co-Produktion Junior – Songwriter Ian Fisher aus Missouri, Produzent Fabian Kalker aus Berlin – führt Scheuklappen zurück zu deren ursprünglichen vierbeinigen Besitzern mit einer Platte, die sich nicht so recht einordnen lassen will. „Self Fulfilling Prophets“ spielt sich irgendwo im Spannungsfeld zwischen Electro-Pop, Proto-Punk, Funk und Soul ab. Kategorisierung: fehlgeschlagen.

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Embrace – Refugees EP

Kommerzieller Selbstmord – so und nicht anders nimmt man das wahr, was Embrace mit ihrer Karriere nach ihrem endgültigen Durchbruch 2006 anstellten. Das Album „This New Day“ war gerade erneut an die Spitze der britischen Charts gegangen, darüber hinaus schafften es gleich zwei Singles in Folge in die dortigen Top 3. Gefangen in der Musikmaschinerie, wollte sich das Quintett eine halbjährige Pause nehmen, die länger und länger wurde. Acht Jahre nach der letzten Platte erscheint am 25. April „Embrace“. Eine erste Hörprobe gibt es bereits jetzt in Form der EP „Refugees“.

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LSD on CIA – LSD on CIA

Ja, die heißen so. Ja, die klingen auch so. Nein, die wollen nicht bloß ’nur spielen‘. LSD on CIA sind gekommen, um ähnlichen Eindruck zu hinterlassen wie The Dillinger Escape Plan vor 17 Jahren. Ob die Dänen mit ihrem Debütalbum – natürlich eponym, denn welchem Namen will man diesem Baby schon geben? – ebenfalls ein neues Genre definieren, wird sich zeigen. Klar ist jedoch: Noch nie hat eine Band derart kompromisslos Schweinerock mit Math, Prog, Hedonismus, Funk, Crossover, Pomp, Indie und Porngrind kombiniert. Kids these days…

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Neneh Cherry feat. Robyn – Out Of The Black

Knapp 18 Jahre nach „Man“ wagt sich die bald 50jährige Neneh Cherry an ein neues Soloalbum. „Blank Project“ heißt das von Four Tet produzierte Werk, am 28. Februar wird es erscheinen, und innerhalb von gerade einmal fünf Tagen wurde es aufgenommen und abgemischt. Einen Schnellschuss muss man jedoch nicht erwarten, denn das vorab veröffentlichte Material lässt auf Großes hoffen. Auf das kathartische „Everything“ folgt nun die einzige Kollaboration der neuen Platte: „Out Of The Black“.

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