Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

The Asteroids Galaxy Tour – Out Of Frequency

Es ist wie verhext: Da räumen The Asteroids Galaxy Tour europaweit ab (die Single „The Golden Age“ platzierte sich auf der #4 in Österreich, der #7 in der Schweiz und der #19 in Spanien) und schaffen es sogar dank massivem Werbe-Einsatz nach Nordamerika, doch in Deutschland kriegt man davon nichts mit. Schade, denn „Fruit“, das schräge Debütalbum der Dänen, entpuppte sich ob seiner eigenwilligen Mischung – irgendwo zwischen Pop, Indie, Funk, Soul, Reggae, Dancehall, Acid und Electro – als Wundertüte und Grower. Der Nachfolger „Out Of Frequency“ soll nun auch hierzulande den mehr als nur verdienten Durchbruch bringen.

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Chiddy Bang – Ray Charles

Als Sample-Könige und besonders Crossover-affine Indie-Rap-Vertreter (Gym Class Heroes, KiD CuDi und Pigeon John lassen grüßen) haben sich Rapper Chidera „Chiddy“ Anamege und Soundtüftler Noah „Xaphoon Jones“ Beresin aka Chiddy Bang auch hierzulande bereits einen Namen gemacht. Ihre erste Single „Opposite Of Adults“ hat sich immerhin sieben Wochen in den unteren Chartregionen gehalten, die dazugehörige EP „The Preview“ versprach ebenso Großes. Bevor das Debütalbum „Breakfast“ am 2. März diese Versprechungen auch einlöst, erscheint die Vorab-Single „Ray Charles“ – als 1-Track bereits eine Woche auf der #88 klassiert – nun auch als erweitertes Download-Bundle.

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Featuring Yourself – Inner Underground

Ein wenig Namedropping zum Auftakt: Featuring Yourself ist ein Trio aus Norddeutschland, dessen Mitglieder in Bands wie The Detectors, The Creetins und Rantanplan spielen bzw. spielten. Nach einer kleinen EP, die kurz nach der Bandgründung 2010 veröffentlicht wurde, sind Kay Petersen, Matthias Frank und Timo Köhler mittlerweile bei 141records (Three Chord Society, Baby Lou, Chäirwalk) untergekommen, von wo aus sie generischem Punk Rock den Kampf ansagen wollen. Klingt mutig, zumal ihr Debütalbum „Inner Underground“ mit Punk jedweder Art relativ wenig zu tun hat, wobei die selbst gewählte Genre-Bezeichnung ‚Modern Postpunk‘ ein wenig in die Irre führt.

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Ólafur Arnalds – Another Happy Day

Im Spannungsfeld zwischen moderner Klassik, Indie-Pop und Elektronik fühlt sich der Isländer Ólafur Arnalds besonders wohl. Sein stilistischer Crossover und der Mut, neue Wege zu beschreiten, haben ihn längst zum ‚Darling der modernen Klassik‘ werden lassen, wie ihn sein Label so treffend bezeichnet. Keine drei Monate nach seiner EP „Living Room Songs“, einem gelungenen Songwriting-Experiment, erscheint nun „Another Happy Day“, der Soundtrack zum gleichnamigen Film von Sam Levinson, auf dem Arnalds sein Spektrum ein wenig erweitert.

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Randi Tytingvåg – Impatience

Aus Norwegen dringt eine der interessantesten Jazz- und Singer/Songwriter-Stimmen der vergangenen Jahre an deutsche Ohren. Randi Tytingvåg hat bereits zwei Alben veröffentlicht, die sich zwar ein kleines aber feines Publikum erspielt haben, jedoch mit Sicherheit nach mehr verlangen. Bis zu ihrem neuen Werk „Grounding“ dauert es noch bis zum 27. April, ein erstes Lebenszeichen gibt es aber bereits jetzt zu hören. Die Single „Impatience“ entpuppt sich als fragiler, vorsichtiger Jazz-Pop-Song mit dezent souliger Note.

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The Answer feat. Lynne Jackaman – Nowhere Freeway

Als Teil der jungen Hard Rock-Generation um The Parlor Mob und Airbourne beackern The Answer aus Nordirland Clubs und Hallen rund um die Welt, zuletzt vor allem in prominenter Rolle als AC/DC-Support auf mehreren Konzertreisen. Waren ihre ersten beiden Alben noch etwas bluesiger und Riff-orientierter aufgebaut, orientiert sich das Quintett auf dem im vergangenen September veröffentlichten „Revival“ etwas stärker an Hard Rock-Klängen der späten 70er und 80er Jahre, ohne jedoch an die eigenen Vorgängerwerke heranzukommen. Die zweite Auskopplung „Nowhere Freeway“ hingegen ist ein Lichtblick inmitten von Plattitüden und Durchschnittskost.

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The Stewardesses – Pussy Empire hebt ab

Zum zehnjährigen Jubiläum von Pussy Empire Recordings haben sich die Labelgründerinnen Catharina Boutari (u.a. Uh Baby Uh und Puder) und Chantal de Freitas etwas Besonderes überlegt: Unter dem Pseudonym The Stewardesses veröffentlichen sie gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen Katriana und Birgit Fischer (Motorsheep), sowie Illute von Las Vegas Records eine ganz spezielle Geburtstags-CD, auf der sie bekannte Songs made in Germany covern und in eine ungewohnte musikalische Umgebung stecken. Vollkommen zu Recht hört die Platte auf den programmatischen Titel „Pussy Empire hebt ab“.

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Frau Potz – lehnt dankend ab

Ein Ende kann ein neuer Anfang sein; gelegentlich auch ein verspäteter Anfang, wie in diesem Fall. Nachdem sich Escapado zunächst in eine längere Pause, schließlich aber komplett verabschiedeten, konnte Sänger Felix Schönfuss endlich das Debütalbum seiner Band Frau Potz – den Namen verdankt das Trio einer besprühten Wand – vorantreiben. Aufgenommen im Tonstudio 45 von Kurt Ebelhäuser (Blackmail, Scumbucket), entpuppt sich „lehnt dankend ab“ als angepisster Stoff zwischen Hardcore und Punk, zwischen Comeback Kid und Turbostaat.

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Khari Cabral Simmons feat. India.Arie – Never In Your Sun

Khari Cabral Simmons kennt man wohl am ehesten als Bassist der mit vier Grammys ausgezeichneten India.Arie. In seiner Heimatstadt Atlanta, Georgia hat er sich mittlerweile einen guten Ruf durch seine Kollaboration mit Julie Dexter und seine eigene Band Jiva aufgebaut. Nun versucht sich Simmons an seinem ersten Soloalbum „Clementine Sun“, das am 24. Februar auch in Deutschland erscheinen soll und den Hörproben auf seiner Homepage zufolge ein attraktiver Mix aus Soul, Bossa Nova und Smooth Jazz mit Gästen wie Incognito und der Bossa-Sängerin Sabrina Malheiros werden dürfte. Die erste Single „Never In You Sun“ platziert sich in eben jenem musikalischen Feld und wird durch India.Aries Stimme veredelt.

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Kettcar – Zwischen den Runden

„Die halbe Welt wartet auf den nächsten Hüftschwung“: Vor einer Dekade revolutionierten Kettcar mit ihrem Debütalbum „Du und wieviel von deinen Freunden“ die deutschsprachige Indie Rock-Landschaft – so viel Superlativ muss schon sein. Während sich seither eine Vielzahl an Bands, bewusst und unbewusst, auf die Hamburger berufen, sind sie ihren Weg konsequent weitergegangen. Das letzte Studioalbum „Sylt“ hat mittlerweile knapp vier Jahre auf dem Buckel, eine Live-Platte diente als zwischenzeitliches Lebenszeichen, ebenso eine kleine Akustiktour mit Streichquartett, die hörbar Spuren hinterlassen hat. Auf „Zwischen den Runden“ machen laute Gitarren Platz für Streicher und Bläser, während Keyboarder Lars Wiebusch eine zentrale Rolle einnimmt.

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