Kategorie: Reviews & Previews

Manchester Orchestra

Manchester Orchestra – The Million Masks Of God

Bei Manchester Orchestra lag etwas in der Luft, das zeigten unter anderem Andy Hulls Gastauftritte bei diversen von Bands und Musikern in den vergangenen Monaten. Tatsächlich ist die Hauptband wieder da mit dem ersten Album seit vergleichsweise langen vier Jahren. Hull und Co-Songwriter Robert McDowell verarbeiten ein einschneidendes Erlebnis, begleitet von tiefer Trauer und der Erkenntnis, das man sich mit dieser intensiv und konzentriert auseinandersetzen müsse, um wieder nach vorne blicken zu können. „The Millions Masks Of God“ zeigt das Indie-Orchester so druckvoll und feinsinnig wie schon lange nicht mehr.

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Adrian Crowley

Adrian Crowley – The Watchful Eye Of The Stars

Das Leben in Irland als Kind einer multikulturellen, künstlerisch geprägten Familie begleitet Adrian Crowley seit mittlerweile über 20 Jahren durch sein musikalisches Schaffen. Der in Malta geborene und seit 1970 auf der grünen Insel lebende Singer/Songwriter befasst sich mit fantastischen Geschichten und ungeschönten Beobachtungen aus der Mitte des Seins. Eben das findet sich auch auf „The Watchful Eye Of The Stars“, Crowleys mittlerweile neuntem Studioalbum und erstem Longplayer seit dreieinhalb Jahren.

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Matt Sweeney & Bonnie 'Prince' Billy

Matt Sweeney & Bonnie „Prince“ Billy – Superwolves

Matt Sweeney und Will Oldham aka Bonnie „Prince“ Billy machen im Studio endlich wieder gemeinsame Sache und steigern sich sogar, zumindest wenn man sich den Albumtitel zur Brust nimmt. Denn gut 16 Jahre nach „Superwolf“ landet nun, na ja, „Superwolves“. An neuem Material arbeitete man eigentlich eh schon immer, mit intensiven Sessions wurde 2020 begonnen und einiges an Studio-Musiker-Prominenz eingeladen. Über allem steht abermals die wunderbare Zusammenkunft von Oldhams Charakterstimme und Sweeneys nicht minder ausdrucksstarker Gitarre.

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Warish

Warish – Next To Pay

Seit einigen Jahren pendelt Riley Hawk zwischen seinen musikalischen Schauplätzen hin und her. Während Petyr vornehmlich im weiten Stoner- und Psychedelic-Feld unterwegs sind, bemühen sich Warish um deutlich rauere Töne, von Punk, Metal und Noise getragen. Das Debütalbum „Down In Flames“ war ein garstiger Bastard aus der Garage mit Sludge-Untertönen, seither änderte sich so ziemlich alles. Schlagzeug-Neuzugang Justin de La Vega spielte bereits auf der Hälfte des Einstands, Neu-Bassist Alex Bassaj kam überhaupt erst nach Abschluss der Erstlingsaufnahmen hinzu. Beide konnten sich auf „Next To Pay“ endlich einbringen, und das ist nicht zu überhören.

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Myd

Myd – Born A Loser

Seit knapp 20 Jahren steht das französische Label Ed Banger für feinste elektronische Musik. Die Heimat so illustrer Acts wie Justice, Uffie und Cassius gibt aktuell auch dem sympathischen DJ und Producer Myd eine sympathische Plattform. Nach diversen Singles und EPs wagt sich Quentin Lepoutre nun an ein erstes Album. Der DJ aus Lille pflügt sich unter anderem durch Techno, House, Synth und etwas poppigere Klänge zu einer Art Coming of Age-Platte mit erfrischend schrulligen und sonderbaren Untertönen. „Born A Loser“ dreht den Club auf links und will Kraft geben, um Großes zu erreichen.

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Dinosaur Jr.

Dinosaur Jr. – Sweep It Into Space

Ein neues Album von Dinosaur Jr. ist immer ein Grund zum Feiern. Dieses Mal hat es – teils aus bekannten Gründen – etwas länger gedauert, „Give A Glimpse Of What Yer Not“ liegt beinahe fünf Jahre zurück. Kurt Vile schwirrte bei den Aufnahmen immer wieder umher, zudem trat Lou Barlow bei seinen Songs ein wenig selbstbewusster auf, was gerade der Produktion gut tat. All das, ein gewohnt fieberhafter Murph und Indie-Mastermind J Mascis an vorderster Front machen „Sweep It Into Space“ zu einem weiteren Leckerbissen. Also alles wie immer bei den Indie-Dinosauriern?

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The Pighounds

The Pighounds – Hilleboom

Einst tourten Peter und Sandro mit Fitches durch die Lande, veröffentlichten zwei Alben und zwei EPs, bis sich das Quartett mehr oder minder auflöste. Das Duo blieb sich jedoch verbunden und machte nahtlos zu zwei als The Pighounds weiter. Man spielte live in Deutschland, der Schweiz und Italien, supportete The Libertines und lag, wie so viele andere Bands, ab Frühjahr 2020 auf dem Trockenen. Kurzerhand schnappte man sich das komplette Equipment und nahm das Debütalbum „Hilleboom“ in nur einer Sommerwoche auf einem alten Bauernhof an. Der spontane und doch geschickt ausgeklügelte Charakter dieser Platte ist stets greifbar.

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Communions

Communions – Pure Fabrication

Multiple Häutung, das klingt ungesund, fasst jedoch Communions im Jahr 2021 zusammen. Vom Kern-Line-up blieben die Gebrüder Rehof (Sänger und Gitarrist Martin sowie Bassist Mads) über, wobei die mittlerweile ausgeschiedenen Mitglieder auf der neuen Platte zu hören sind. Nebenher entstand eine neue Aufstellung als Quintett. Zudem bewegt man sich auf dem zweiten Studioalbum „Pure Fabrication“ musikalisch und thematisch ebenfalls in eine andere Richtung. Während der zuletzt angerissene Indie-Rock-Sound mehr Tiefgang erhielt, arbeiten sich die Rehofs nun an Kulturkritik, Selbst-Reflektion und einer Art umgekehrten Coming-of-Age-Geschichte ab.

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Lazy Queen

Lazy Queen – Get Home Or Die Trying

Die individuellen Kämpfe der Mitglieder von Lazy Queen mit psychischen Problemen und der Stigmatisierung selbiger treibt seit jeher den Sound des norwegischen Quartetts mit New-York-Bezug an. Bislang veröffentlichte man zwei EPs mit krachenden, punkig-rockigen Arschtritten und tourte mit wachsender Begeisterung durch die nordischen Staaten und darüber hinaus. Unterwegs ist aktuell niemand, und diese Zäsur dient als Leitmotiv für die neueste Mini-Scheibe „Get Home Or Die Trying“ mit sechs neuen Songs, teils bereits im vergangenen Jahr unters Volk gebracht.

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Donots

Ingo Neumayer – Die Geschichte der Donots: Heute Pläne, morgen Konfetti

Nur wenige Bands haben sich so häufig und so gekonnt neu erfunden wie die Donots. Sie waren die lustigen Pop-Punks mit dem Majordeal, die experimentierfreudigen Rocker mit eigenem Label und jetzt die politische Band mit deutschen Texten. Das liest sich nun stark, stark vereinfacht… und ist letztlich auch genau das. Tatsächlich stecken 27 Jahre Blut, Schweiß und Live-Konzerte hinter dieser banalen Zusammenfassung. Wie das mit den Donots eigentlich so war und ist, beleuchtet nun Ingo Neumayer mit der ultimativen Bandgeschichte. „Die Geschichte der Donots: Heute Pläne, morgen Konfetti“ liefert einen angenehm ehrlichen, sympathischen Blick hinter die Kulissen.

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