Kategorie: Reviews & Previews

’68 – Two Parts Viper

Bei Josh Scogin entsteht aus Chaos – richtig – noch mehr Chaos. Nach dem Ende der Math-getränkten Metalcore-Heroen The Chariot stürzte sich der Frontmann sogleich Hals über Kopf in ein neues Projekt. Gemeinsam mit Drummer Michael McCellan zerlegt er als Power-Duo ’68 seit geraumer Zeit die US-Konzert-Szene. Garage, Noise und ordentlich viel Dreck sammeln sich nun auch auf dem zweiten gemeinsamen Album „Two Parts Viper“.

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All We Are – Sunny Hills

Pop war früher mehr als nur Hintergrundmusik – markige Worte, die das neue Album von All We Are begleiten. Das Trio aus Liverpool debütierte vor zwei Jahren mit einer mal funkigen, dann wieder leicht psychedelischen Platte, einem Sammelsurium aus fünf Jahrzehnten Genre-Geschichte mit kuriosen Ohrwürmern und unorthodoxem Ansatz. Nun steht „Sunny Hills“ in den Startlöchern, die Zuwendung zu organischeren Klängen, Technicolour und Avantgarde, ohne dabei auf unverschämt eingängige Melodien zu verzichten.

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Saint Etienne – Home Counties

Die Regionen rund um London im Südwesten Englands, auch „Home Counties“ genannt, sollten ursprünglich wohlhabende, naturnahe, durchaus pittoreske Landstriche sein. Politische Wunschvorstellungen hin oder her, die sprichwörtliche Schere zwischen Essex und Sussex, Buckinghamshire und Kent geht weit auseinander. Wie viele andere Einwohner verbinden auch Saint Etienne eine gewisse Hassliebe mit ihrer Heimatregion. Nun haben sie ihr sogar ein musikalisches Denkmal gesetzt.

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alt-J – Relaxer

Was ist eigentlich Kunst und wie lässt sich die Theorie hinter entsprechenden Begrifflichkeiten erfolgreich in die Praxis umsetzen? Mit derlei beinahe existentialistischen Fragen beschäftigen sich aktuell alt-J. Das britische Trio räumte vor drei Jahren mit „This Is All Yours“ ab und zog sich nach absolvierter Tour erst einmal ein wenig ins Private zurück. Was tun nach dem Werk, das selbst die alte Avant-Garde in Schockstarre zurückließ? Gleich weiter dekonstruieren, denkt man sich, und wirft „Relaxer“ ab.

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Nils Wülker – On

Um HipHop zu verstehen, hieß es einst, müsse man Jazz erst kapieren. Diese Ansicht ist längst überholt, wirft jedoch ein interessantes Licht auf die neue Platte von Nils Wülker. Der Jazz-Trompeter fand sein letztes Album „Up“ eine Spur zu poppig und tat sich mit dem Produzententeam The Krauts zusammen, das unter anderem hinter den Erfolgsalben von Peter Fox und Miss Platnum steckt. So entstand „On“, die musikalische Union von Jazz und etwas moderneren, urbanen Klängen.

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Free Throw – Bear Your Mind

Free Throw legen nach. Fünf Jahre nach Bandgründung ist das Quintett aus Nashville, Tennessee drauf und dran, sich als Experten für emotional aufwühlenden Punk Rock mit Pop-Untertönen zu etablieren. Nebenbei packen die US-Amerikaner zig Pokémon-Referenzen in ihre Songs und Songtitel, greifen aber ebenso ernste Themen an. Das neue Album „Bear Your Mind“ entwickelt sich schnell zur aufreibenden Tour de Force.

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8kids – Denen die wir waren

Eines der ungeschriebenen Gesetze der Musikbranche lautet: In deutscher Sprache wird erst gesungen, wenn der Boom eines Genres schon wieder abklingt. Das war beim Punk so, ebenso beim Hardcore und, jüngstes Beispiel, beim Metalcore. Nun ist auch der Post-Hardcore an der Reihe. Die kommerzielle Erfolgswelle liegt mit Bands wie Funeral For A Friend, Thrice, Underoath und den Architects knapp zehn Jahre zurück, doch erst seit etwa drei Jahren gibt es mit Marathonmann oder Fjørt im deutschsprachigen Underground nennenswerte Bands. „Denen die wir waren“, das Debütalbum des Darmstädter Trios 8kids, könnte mit seinem poppigen Charme aber sogar im Mainstream für Aufsehen sorgen.

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The Amazons – The Amazons

Immer wieder drängen junge, hungrige Gitarrenbands von der Insel aufs Festland vor, allein mangelte es ihnen zuletzt vor allem an Durchsetzungsvermögen. The Amazons könnten diesen Trend nun – endlich – umkehren. Das Quartett aus Reading, einige Kilometer westlich von London, machte 2015 mit einer ersten Demo auf Soundcloud auf sich aufmerksam und findet sich heuer in sämtlichen Hitmaker-Polls wieder. Schlicht „The Amazons“ betitelt, bemüht sich das Debütalbum um klassische Indie-Klänge.

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Future Faces – Revolt

Beinahe vier Jahrzehnte nach dem ersten Aufflammen entsprechender musikalischer Ideen scheint Post Punk stärker und populärer denn je zu sein. Reihenweise junge Bands verschreiben sich einem Sound, der jahrelang verschwunden schien und mittlerweile Popper und Metaller vereint. Future Faces zählen zu eben jenen Nachwuchshoffnungen. Das Schweizer Trio gibt es erst 2015, die hypnotische EP „Revolt“ ist ihr erster Output.

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Justin Townes Earle – Kids In The Street

Wie der Vater so der Sohn: Ein Jahr nach Steve Earles starker Platte mit Shawn Colvin zieht nun Filius Justin Townes, benannt nach Townes Van Zandt, nach. Der 35jährige unterschrieb vor kurzem bei New West und zeigt sich auf seinem mittlerweile achten Studioalbum hörbar gereift. Earle heiratete, wurde Vater und nahm erstmals außerhalb von Nashville auf. „Kids In The Street“ ist eine bewegende wie bewegte Platte geworden.

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