Kategorie: Reviews & Previews

Dragonforce – Reaching Into Infinity

Nach ihrer Gründung 1999 und ihrem Bekanntwerden über ein MP3-Portal, entwickelten sich die Briten von Dragonforce schnell zu den Königen des ultramelodiösen Hochgeschwindigkeitsmetals. Damit hatten sie ihre eigene Nische gefunden, Kritiker bemängelten aber oft die stilistische Limitiertheit. Nach einigen schwächeren Alben und einem Sängerwechsel entdeckten Dragonforce auf „The Power Within“ 2012 die Tempiwechsel und gestalteten das 2014er Album „Maximum Overload“ noch etwas abwechslungsreicher. 2017 reicht ihnen aber auch das nicht mehr – auf „Reaching Into Infinity“ sprengen sie die abgesteckten Genregrenzen des Power Metals.

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The Wholls – The Wholls

Sind sie ‚the next big thing‘ am britischen Gitarrenrock-Markt? Die Indie-Szene spricht seit anderthalb Jahren über The Wholls. Das Quartett aus Bedford hat sich seinen Status als neue Indie- und Alternative-Hoffnungsträger hart erarbeitet und erinnert ein wenig an die Arctic Monkeys – ungestüm und launig wie zu Anfangstagen, anspruchsvoll und etwas komplexer wie auf den jüngeren Wüstenalben. Schlicht „The Wholls“ betitelt, rollt nun das erste Album vom Stapel.

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Millionaire – Sciencing

In den späten 90er Jahren und frühen 2000ern war Tim Vanhamel das Poster Child der belgischen Rockszene. Evil Superstars, dEUS, Millionaire und ein Abstecher über den großen Teich zu den Eagles Of Death Metal standen auf dem Programm. Im letzten Jahrzehnt tendierte sein Output, abgesehen von einer Solo-Platte und ein paar Gastauftritten, jedoch gegen Null. Zwölf Jahre nach „Paradisiac“ reaktiviert er nun Millionaire. Das neue, dritte Studioalbum „Sciencing“ nahm er binnen zwei Monaten in Costa Rica auf. Vanhamels Showcase-Projekt zeigt sich zugleich von vertrauter und neuer Seite.

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!!! (Chk Chk Chk) – Shake The Shudder

Sie tanzen weiter und weiter und weiter. Wer kann !!! aufhalten? Das lautmalerische Sammelsurium mit den Klick-Geräuschen im Namen tankt sich seit bald zwei Jahrzehnten durch den New Yorker Underground und taucht alle Jahre aus dem Studio auf, um etwas Nachschub für die nächste Tour aufzubereiten. Eineinhalb Jahre nach „As If“ folgt nun „Shake The Shudder“, auf dem sie unter anderem ihre beiden neuen Live-Sängerinnen Lea Lea und Meah Pace vorstellen.

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Caspian Sea Monster – Caspian Sea Monster

Stolze fünf Jahre versuchten Musiker der Chemnitzer Bands Playfellow, Calaveras und Might Sink Ships eine gemeinsame Platte auf die Beine zu stellen, viel zu oft von den jeweiligen Hauptschauplätzen unterbrochen. Caspian Sea Monster, der Spitzname eines russischen Bodeneffektfahrzeugs, wird nun zur Überschrift für spektakuläre gemeinsame Unternehmungen zwischen Post Rock und emotional aufgeladenen Alternative-Klängen. Das Album heißt schlicht und ergreifend wie die Band und zählt zu den bislang größten Entdeckungen des Jahres.

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The Wooden Sky – Swimming In Strange Waters

The Wooden Sky werfen gleich eine Reihe an Fragen auf. Wohin wollen sie musikalisch gehen? Antworten bleiben aus. Welches Konzept steckt hinter dem wilden Soundmix mit zig lyrischen Fäden, die sich im Nirgendwo verlaufen? Auch das wollen die Kanadier nicht verraten. Einzig – das lässt sich mit Sicherheit sagen – der Albumtitel stammt von Frank Herberts Sci-Fi-Roman „Dune“. „Swimming In Strange Waters“ ist bereits das fünfte Album von The Wooden Sky, das abermals Indie, Psychedelia, Americana und Art-Rock in einen großen Topf wirft.

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Dreamcar – Dreamcar

No Doubt ohne Sängerin Gwen Stefani, dafür verstärkt durch das Organ von AFI-Vokalist Davey Havok? Zumindest von der Besetzung her könnte man das US-amerikanische Quartett Dreamcar auf diese simple Weise umschreiben, den musikalischen Kern würde man damit aber nur unzureichend treffen. Die 2014 gegründete Band erinnert nämlich allerhöchstens dezent an den punkigen Pop-Rock von No Doubt, während Post-Hardcore à la AFI hier gar keine Rolle spielt. Stattdessen geht die Reise auf dem Debütalbum „Dreamcar“ zurück in die 80er: New Wave, Post Punk und besonders New Romantic geben hier musikalisch den Ton an, angereichert durch einen dezenten Zuckerguss neuzeitlicher Elemente. Ob Dreamcar im Zuge des grassierenden 80er-Booms mit dieser Mischung eigene Akzente setzen können?

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Jim Jones & The Righteous Mind – Super Natural

Keine Zeit zum Verschnaufen: Nach The Jim Jones Review, Black Moses und Thee Hypnotics hat der britische Sänger und Gitarrist Jim Jones schon wieder das nächste Projekt am Start. Jim Jones & The Righteous Mind widmen sich schweißtreibendem Garage Rock im hitzigen Spannungsfeld zu schweren, mächtigen Blues-Tönen. Das Debütalbum „Super Natural“ wird als erdiges, spirituelles und doch blutiges Werk angekündigt – Treffer und versenkt.

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Woman – Happy Freedom

Ist der Erdkern in Wahrheit eine Discokugel? Das Cover zum ersten Album von Woman lässt dies vermuten. Die Wurzeln der Band aus Köln reichen bis ins Jahr 2012 zurück; bis sich das Trio jedoch musikalisch gefunden hatte, sollte es eine ganze Weile dauern. Irgendwo zwischen Electro, Disco, Psych und RnB gehen zehn aufs Vinylformat zugeschnittene Songs auf dystopische und (post-)urbane Sinnsuche. Schnell stellt man fest: „Happy Freedom“ ist nur eine Illusion. Oder doch nicht?

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Dirty Sound Magnet – Western Lies

Mit dem Ausstieg ihres Sängers brach für Dirty Sound Magnet eine neue Zeitrechnung an. Bis zu diesem Zeitpunkt verwalteten die Schweizer das musikalische Erbe von Led Zeppelin auf zwei Alben und knapp 200 Konzerten. Nun also der Neustart als Trio mit Gitarrist und Texter Stavros an gesanglicher Front. Auf „Western Lies“ ist nun alles anders – weg von klassischem Rock, hin zu Psych, Prog, Indie, Space und zig weiteren Facetten anspruchsvoll-verkopfter Gitarrenmusik. Das muss man erst einmal sacken lassen.

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