Kategorie: Reviews & Previews

Dirty Talons

Dirty Talons – Deep Dive

Mit einem packenden Zwischending aus Album und diskographischer Songsammlung machte das österreichische Sextett Dirty Talons im Herbst 2023 von sich reden. Die Mischung aus klassischen Rock-Tönen, poppigen Indie-Weisheiten und brachialer Hardcore-Attacke, von Jess Howells‘ Gesang entsprechend angetrieben, hallt immer noch nach und erhält nun eine Fortsetzung. „Deep Dive“ wurde in den legendären Middle Farm Studios unter Regie von Peter Miles (u. a. Architects, Petrol Girls) direkt auf Tape gebannt und zeigt nicht nur musikalische Geschlossenheit, sondern zugleich den nächsten kleinen Leistungssprung.

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Bambara

Bambara – Birthmarks

Bambara hatten Pech, wie viele andere Bands zu dieser Zeit. Ihr letztes Album „Stray“ erschien im Februar 2020, die dazugehörige Tour wurde nur wenige Wochen später abgebrochen. Und doch gelang dem Trio aus Brooklyn damit der verdiente große Wurf, der dem eigenwilligen Post-Punk-Ansatz, von Reid Batehs finsteren Noir- und Southern-Gothic-Erzählungen beflügelt, zur mehr als verdienten Aufmerksamkeit verhalf. Zwischenzeitlich reichte es – im zweiten Anlauf – für eine kleine EP, bevor es dank des Deals bei Bella Union nach Ramsgate ging, um mit Bark Psychosis-Legende Graham Sutton aufzunehmen. „Birthmarks“ entwächst dem eigenen Sound einmal mehr hochgradig erfolgreich.

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Albert af Ekenstam

Albert af Ekenstam – Ghost In Us

Sechs Jahre voller kreativer Stille und intensiver Sinnsuche – so wird die jüngste Ruhephase in der Karriere von Albert af Ekenstam genannt. Der schwedische Klangmagier und Songwriter machte sich zuletzt rar, meisterte allerlei persönliche Herausforderungen und launcht nun den Neustart. Und der bemüht sich um noch mehr Tiefgang als zuletzt, mit bewusst lose zusammengehaltenen Strukturen, dem Post Rock nahe und doch folkig. „Ghost In Us“ kämpft sich durch Verlust, durch die Suche nach neuen Ufern und bemüht sich um Kraft im vermeintlich leeren Raum.

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Circuit des Yeux

Circuit des Yeux – Halo On The Inside

Alleine und abgeschieden, so arbeitete es sich für Haley Fohr am besten. Für ihr neues Werk unter ihrem wohl bekannteren Pseudonym Circuit des Yeux zog sich die in Chicago ansässige Sängerin, Komponistin und Songschreiberin nachts in ihr Kellerstudio zurück. Anstatt Isolation erfuhr sie jedoch einen Kreativitätsschub, die Stille verhalf ihr zu einem neuen Zugang zum Innersten. Aus den Tiefen des eigenen Herzens schwamm eine kleine Stimme an die Oberfläche und wurde immer lauter. Zugleich wurde der Mythos des Pan von einer Reise nach Griechenland zum weiteren Quell der Inspiration. „Halo On The Inside“ bringt die lauten und leisen Momente des Seins auf geschickte Weise zusammen.

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Bob Mould

Bob Mould – Here We Go Crazy

Ungebrochen betriebsam und kreativ, so zeigt sich der im Herbst 65 Jahre werdende Bob Mould. Die Alternative-Legende veröffentlichte das letzte, sehr politische Solowerk 2020, als die erste Amtszeit Trumps zu Ende gehen. Dass der Nachfolger nur wenige Wochen nach Beginn der zweiten erscheint, passt ins Bild. Mould widmet sich elementaren Themen, die sich auf die heutige Zeit umlegen lassen, wie Chaos versus Ordnung oder Mensch versus Natur, und reduzierte die Arrangements auf das, was wichtig ist, was ihn als jungen Gitarristen begeisterte. „Here We Go Crazy“, das 15. Soloalbum, serviert einmal mehr Alternative- und Power-Pop-Magie in Reinkultur.

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HotWax

HotWax – Hot Shock

Zwei EPs, Top-Festival-Gigs und namhafte Supporter: Für HotWax könnte es aktuell kaum besser laufen. Das Trio aus der britischen Küstenstadt Hastings bringt mehr als verdienten Hype mit und will diesen in Zählbares umwandeln. Die Voraussetzungen stimmen: Unter anderem arbeitete man mit Catherine Marks (Boygenius, Wolf Alice), Steph Marziano (Picture Parlour, Cassandra Jenkins) sowie Warpaint-Schlagzeugerin Stella Mozgawa zusammen, teils wurden die Songs im Live-Setting eingespielt, um die besondere Bühnenenergie einzufangen. „Hot Shock“, das erste komplette Album, verbindet die unruhige Zeit des Erwachsenwerdens mit jugendlicher Unbekümmertheit.

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Cari Cari

Cari Cari – One More Trip Around The Sun

Cari Cari gingen immer schon ihren eigenen Weg. Das österreichische Duo um Alexander Köck und Stephanie Widmer sowie wechselnde Mitstreiter auf der Bühne und im Studio setzt auf kompletten DIY-Ethos, von der eigenen Plattenfirma über das eigene Studio bis hin zum Webshop und der Gestaltung von Artwork und Bühnenbild. Nachdem es in der Heimat zuletzt sogar in die Top 5 ging, befasst sich das dritte Album „One More Trip Around The Sun“ mit dem steten Verlangen nach ‚mehr‘, mit echten Erlebnissen und Verbindungen, aber auch mit einem herzlichen wie herzhaften Mittelfinger für etablierte Strukturen.

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No Body

No Body – Loves You

Nach dem Ausstieg bei Musa Dagh hat der umtriebige Aydo Abay die nächste Band am Start – und die ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Im Sommer 2021 wurde er von Sascha Wiercinski, der als Old Nobody instrumentalen Post Rock macht, angeschrieben, er hätte Musik mit Abays Stimme im Kopf geschrieben. Der lehnt zwar aus Zeitgründen erst einmal ab, bleibt von den Songs fasziniert. Letztlich entschied man sich, ein komplettes Album zu machen. Am Schlagzeug sitzt Thomas Götz (Beatsteaks), mit dem Abay bereits auf der ersten Musa Dagh-Platte zusammenarbeitete. Gemeinsam nennt sich das Trio No Body, der Einstand heißt „Loves You“.

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Jason Isbell

Jason Isbell – Foxes In The Snow

Neue Musik von Jason Isbell ist immer eine schöne Sache; das erste Soloalbum seit fast zwölf Jahren, das dritte überhaupt (und erstmals sogar rein akustisch) darf gut und gerne als Besonderheit bezeichnet werden. Dabei war der Mittvierziger zuletzt alles andere als untätig. Neben den Alben mit seiner Band The 400 Unit, zuletzt „Weathervanes“ im Sommer 2023, ist Isbell inzwischen auch als Schauspieler tätig – zuletzt im Scorsese-Streifen „Killers Of The Flower Moon“, demnächst in einem RZA-Projekt. Und irgendwo zwischendrin entstand „Foxes In The Snow“, das den Fokus auf Isbells Storyteller-Qualitäten rückt.

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Vundabar

Vundabar – Surgery And Pleasure

Ihre erste Dekade als Band rundeten Vundabar mit einem geschickten Kunstgriff ab: Beflügelt vom überraschenden viralen Erfolg ihres Songs „Alien Blues“ erschien mit „Good Old“ ein Album, das übrig gebliebene Songs sowie Neuaufnahmen wichtiger Tracks beinhaltete. Für das Trio aus Boston war dies zugleich das Ende eines großen Kapitels. Acht schicksalshafte Wochen im Leben von Sänger und Gitarrist Brandon Hagen gaben letztlich den entscheidenden Impuls für den nächsten Schritt. Erst beendete er eine langjährige Beziehung und verlor dadurch sein zweites Zuhause in London, dann verstarb sein Vater plötzlich und schließlich brach er sich seinen Arm in Frankreich. Kaum zurück auf heimischem Boden, wurde der Grundstein für „Surgery And Pleasure“ gelegt.

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