Kategorie: Singles & EPs

Tocotronic – Auf dem Pfad der Dämmerung

Nach dem spektakulären Abschluss der „Berlin“-Trilogie mit „Schall & Wahn“ – ein narrativer Kraut-Kreuzzug, der erstmals auf Platz 1 in den deutschen Album-Charts führte – wenden sich Tocotronic neuen musikalischen Ufern zu. Bratende, ausufernde Gitarren haben dieses Mal Sendepause, stattdessen widmete man sich unter anderem den Beatles und den Beach Boys. „Wie wir leben wollen“, das pünktlich zum 20-Jahr-Jubiläum erscheinende zehnte Studioalbum, will dieses Mal mehr Antworten geben als Fragen stellen. Um oben auf zu sein, muss man zunächst offensichtlich tief hinab steigen in das Herz der Finsternis, wie die erste Single „Auf dem Pfad der Dämmerung“ verrät.

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Spector – Friday Night, Don’t Ever Let It End

Auch wenn gerade Kennern und Insidern viele Namen der bald letztjährigen „Sound of…“-Liste der BBC geläufig sind, haben es doch nur wenige zu größerem Erfolg in Deutschland gebracht. Spector waren mit großen Vorschusslorbeeren in das Indie-Jahr gestartet, gingen mit ihrem Debütalbum „Enjoy It While It Lasts“ hierzulande jedoch unter, während es in Großbritannien immerhin für die #12 reichte. Es ist somit kaum zu erwarten, dass die Download-Single „Friday Night, Don’t Ever Let It End“ entsprechende Wellen schlägt. Wer auf tanzbaren Indie-Sounds Marke The Strokes und The Killers steht, sollte jedoch ein Ohr riskieren.

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Pet Shop Boys – Memory Of The Future

Ist es die Midlife Crisis, haben sie die Orientierung verloren oder sind sie einfach nur alt geworden? Fakt ist, dass sich „Elysium“, das aktuelle Werk der Pet Shop Boys, als eines der schwächsten Alben der 37-jährigen Karriere der Briten herausgestellt hat, das auch kommerziell nur wenig reißen konnte. Auch „Winner“ und „Leaving“, die beiden bisherigen Singles, enttäuschten kommerziell wie auch qualitativ auf ganzer Linie. Betrachtet man die Tatsache, dass mit „A Face Like That“ gerade mal eine richtig starke Nummer auf dem Album enthalten ist, verwundert dies allerdings kaum. Als dritte Single haben die Herren allerdings nicht diesen Titel ausgewählt, sondern „Memory Of The Future“, ein Song, der dem Hörer auf dem Album bestenfalls ein müdes Gähnen entlocken konnte.

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Firefox AK – Color The Trees

Zeit für einen weiteren Electro-Pop-Leckerbissen aus Schweden, mittlerweile ein Zentrum für Klänge dieser Art. Andrea Kellerman aka Firefox AK kennt man bereits durch ihre Single „Boom Boom Boom“, die es jedoch nur bis auf die #91 geschafft hat, während das dazugehörige Album „Color The Trees“ die Charts verpasste. An den stimmlichen und musikalischen Qualitäten der 32jährigen ändert die schwache Hitlisten-Performance nichts, auch wenn die zweite Single „Color The Trees“ – wohl angesichts des ausbleibenden Erfolgs – im Februar gecancelt und nun zehn Monate später, wohlgemerkt ohne Promotion-Aufwand, zur Weihnachtszeit als Download-Single rausgeschossen wird.

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Brixtonboogie – John The Revelator

Die Welt geht unter und Brixtonboogie sind live mit dabei. Ihre Mischung aus Blues und modernen, urbanen Klängen (nicht umsonst trug ihr Debütalbum den Titel „Urban Blues“) erinnert an einen Hybrid aus den jüngeren Soulsavers und den frühen Großtaten von Everlast, bricht immer wieder die imaginäre vierte Wand gen HipHop. Ein neues Album ist wohl nur eine Frage der Zeit, der erste Appetithappen lässt ein solches vermuten: „John The Revelator“ bezieht sich auf die Offenbarung des Johannes und beschreibt den Tag des Jüngsten Gerichts. Wenn schon der ominöse Maya-Kalender nicht stimmen sollte und mindestens die Hälfte aller Katastrophenfilme der letzten Dekade eingestampft werden müsssen, dann wenigstens mit entsprechend bedrückender und doch packender Begleitmusik.

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Tame Impala – Feels Like We Only Go Backwards

Es scheint immer ein wenig zu dauern, bis Musik aus Down Under auch in Deutschland zündet. Dabei haben zahlreiche Acts aus Australien (und auch Neuseeland) in den letzten Jahren gezeigt, dass sie auch hierzulande durchaus Abnehmer finden können. Tame Impala setzen freilich nicht auf glammigen Electro-Pop und können mit Gypsy & The Cat, Empire Of The Sun und Konsorten zumindest in diesem Sinn nicht mithalten. Ihre Mischung aus psychedelischem Rock und Dream-Pop hat ihnen in ihrer Heimat bereits zahlreiche Awards eingebracht, dazu kommen beachtliche Charteinstiege (und Soundtrack-Platzierungen in populären TV-Serien) in Großbritannien und den USA für ihr aktuelles Album „Lonerism“. Deutschland hinkt also einmal mehr hinterher; es ist kaum anzunehmen, dass die neue Single „Feels Like We Only Go Backwards“ diese Schieflage korrigieren wird.

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A Life Divided – The Last Dance

Mal ausreißen, einfach verschwinden oder die Flucht nach Vorne antreten. Für Letzteres haben sich die Elektro-Rocker von A Life Divided entschieden. Denn da, wo die Sehnsucht des Entkommens für sie am größten ist, beginnt „The Last Dance“, der ersten Auskopplung vom „Passenger“-Nachfolger „The Great Escape“. Neben der persönlichen Nähe zu Eisbrecher haut man musikalische in die Kerbe zwischen dem wuchtigen Sound von Oomph! und dem gotisch-düsteren Lacrimas Profunderes.

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Schmidt – Heart Shaped Gun

Wenn Das Erste den ersten Hauptabend im neuen Jahr mit „Scheinwelten“, einer neuen „Tatort“-Folge aus Köln, begeht, wird auch Schmidt mit an Bord sein. Die junge Berlinerin konnte sich in den Charts zwar noch nicht behaupten, überzeugte dafür unter anderem Edel-Songwriter Guy Chambers (u.a. Robbie Williams, Kylie Minogue) von sich, der ihr Debütalbum „Femme Schmidt“ mit ihr schrieb und aufnahm. Parallel mit der Neuauflage eben jener Platte erscheint auch der brandneue „Tatort“-Song „Heart Shaped Gun“ als Download-Single.

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Nelly Furtado – Waiting For The Night

Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Auch wenn diese Formulierung ein wenig krass gewählt ist, so beschreibt sie doch recht treffend den Weg, den Nelly Furtados Karriere in der letzten Zeit eingeschlagen hat. Die Tage der „Loose“-Ära 2006/2007 sind lange gezählt, auch mit ihrem rein spanischen Album „Mi Plan“ konnte sie 2009 keine Bäume ausreißen. Nach der böse gefloppten Single „Night Is Young“ wollte die Kanadierin dieses Jahr mit ihrem neuen Album „The Spirit Indestructible“ wieder so richtig durchstarten. Nach einem guten Einstieg auf Platz 3 in Deutschland donnerte die Platte in der Folgewoche jedoch aus den Top 20. Mit dem tanzbaren Song „Waiting For The Night“ versucht die 34-Jährige nun zu retten, was noch zu retten ist, und geht dabei hörbar auf Nummer Sicher.

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Lenka – Everything At Once

Für talentierte, dem Mainstream unbekannte Künstler ist Fernsehwerbung seit Jahrzehnten ein potentielles Sprungbrett für zumindest einen großen Moment im Rampenlicht. Nach Alex Clare, dessen „Too Close“ zu den Überraschungshits des Jahres zählt, ist nun die sympathische Australierin Lenka Kripac dran. Wer dachte, dass das Album „Two“ in der Grabbelkiste verschwinden würde, hat nicht auf einen bekannten Software-Hersteller gezählt, der „Everything At Once“ zur Untermalung seines neuen Betriebssystems verwendet. Während der Track nur durch Downloads mittlerweile in den Top 20 steht, wird nun auch eine 2-Track-Single nachgereicht.

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