Schlagwort: Alternative Country

Leeroy Stagger

Leeroy Stagger – Strange Path

So etwas wie die sprichwörtliche faule Haut scheint es im Wortschatz von Leeroy Stagger nicht zu geben. Der kanadische Alternative-Country-Songwriter kann auf elf Alben und zwei EPs in 17 Jahren zurückblicken, veröffentlichre erst vor ein paar Monaten die feine Americana-Platte „Me And The Mountain“. „Strange Path“ ist das Pendant dazu mit zeitgenössischeren Rock-Sounds, herrlichem Biss und packendem MOR-Gefühl.

Weiterlesen
Paul Cauthen

Paul Cauthen – Room 41

Als eine Art Hoheprediger lieh Paul Cauthen einst dem Duo Sons Of Fathers seine Stimme, doch erst mit dem Solodebüt „My Gospel“ gelang ihm 2016 der Durchbruch in der Alternative-Country-Szene. Mit Soul in der Stimme und Gospel im Herz erreichte er musikalisch Großes, während die Probleme auf privater Ebene zunahmen. Cauthen verlor sein Haus, lebte zwei Jahre lang in einem Hotelzimmer und fand sich schnell in einer Abwärtsspirale aus Alkohol und Drogen wieder, als er eine neue Platte schrieb. Mittlerweile geht es ihm besser, aus dem Hotel ist er ausgezogen. „Room 41“ – die Nummer seines Zimmers im Belmont Hotel Dallas – erinnert an eine bewegte Zeit und befreit sich aus tiefsten Tiefen.

Weiterlesen

Sons Of Bill – Oh God Ma’am

Knapp dreieinhalb Jahre vergingen seit „Love And Logic“ – eine ungewöhnlich lange Pause, die unter anderem einer schweren Nervenverletzung von Gitarrist und Sänger James Wilson geschuldet war. Es sollte eine ganze Weile dauern, bis dieser wieder zur Gitarre greifen konnte. „Oh God Ma’am“ reflektiert jedoch überraschend wenig darauf. Stattdessen wurde es, so die ungewöhnliche Umschreibung, eine Art Coming-of-Age-Platte für Fortgeschrittene zwischen Post-Adoleszenz und Altersweisheit. Auch gut.

Weiterlesen

Calexico – The Thread That Keeps Us

Joey Burns ging im Frühjahr und Sommer vergangenen Jahres unter die Wanderer. Während den Aufnahmen zum neuen Calexico-Album streifte er durch den Norden Kaliforniens, ließ sich vom weit offenen Land zu musikalischen Höchstleistungen inspirieren. Und doch ist dieses „The Thread That Keeps Us“ von privaten Ängsten und Hoffnungen gezeichnet, wie auch vom schwerfälligen und bedrohlichen politischen Klima – und zugleich so abwechslungsreich und kraftvoll wie schon lange nicht mehr.

Weiterlesen

Son Volt – Notes Of Blue

Seit 1994, damals als Quasi-Nachfolgeband von Uncle Tupelo gegründet, bestimmen Son Volt die Alternative-Country- und Blues-(Rock-)Szene entscheidend mit. Angetrieben von einem mittlerweile 50jährigen Jay Farrar, dessen kraftvolle und doch so weiche Stimme nicht zu altern scheint, stürzt sich das Quintett aus St. Louis, Missouri auf die nachdenkliche und doch leidenschaftliche Seite der amerikanischen Seele. „Notes Of Blue“ ist bereits das 20. Album, dem Farrar seine Stimme leiht, und klingt beinahe so, als wäre dieser abermals in einen Jungbrunnen gefallen.

Weiterlesen

The Jayhawks – Paging Mr. Proust

Seit stolzen drei Jahrzehnten sind The Jayhawks unterwegs und legten mit ihrem Alternative-Country-Sound den Grundstein für Bands wie Low oder Lambchop. In jüngeren Jahren gab es mehr Pausen als neue Musik, doch wenn sich Gary Louris und Konsorten wieder an ein neues Album wagen, dann setzt es gewohnt fantastische, ja geradezu begeisternde Kost. „Paging Mr. Proust“ wurde von R.E.M.s Peter Buck und Tucker Martine, der unter anderem bereits mit The Decemberists und Modest Mouse arbeitete, aufgenommen.

Weiterlesen

Yuma Sun – Watch Us Burn

Das Ende der Welt ist nah und Norwegens Yuma Sun haben erneut den perfekten Soundtrack dafür geschrieben. Domesdagrock nennen sie ihren Sound, also apokalyptische Rockmusik für jedermann. Dafür mischen sie Country, Indie, Alternative und ein wenig Post Punk / Dark Wave in einem großen Topf zusammen, getragen von herrlich fatalistischen Lyrics, für die Sänger Jaran immer wieder auf den Sündenfall des Alten Testaments und ähnlich dramatisch-verwegene Topoi zurückgreift. Wer die beiden Vorgänger mochte, wird auch „Watch Us Burn“ lieben. Yuma-Sun-Neulinge schnallen sich besser an.

Weiterlesen

Calexico – Edge Of The Sun

In Mexico City fanden Joey Burns und John Convertino eine neue musikalische Heimat für Calexico. Coyocán, eine stille Oase gesäumt von prächtigen Herrschaftshäusern aus der Zeit der spanischen Konquistadoren, inspirierte zu einer Platte, die den bisherigen kreativen Prozess aufbrechen ließ. Fast jeder Song auf „Edge Of The Sun“ entstand mit einem anderen Kollaborationspartner. Das Ergebnis ist angenehm anders und doch typisch Calexico.

Weiterlesen

Sons Of Bill – Love And Logic

Hinter den durchaus eigentümlich benannten Sons Of Bill stecken unter anderem die drei Brüder Sam, Abe und James Wilson aus Charlottesville, Virginia. Wessen Söhne sie sind – man kann es sich zusammenreimen. Gemeinsam mit (einem) Seth Green und Todd Wellons lassen sie Alternative Country, eine längst in den Hintergrund gerückte Spielart, gepaart mit einer ordentlichen Portion Roots-Rock aufleben. Ex-Wilco-Drummer und nunmehriger Produzent Ken Coomer meint im neuen Album „Love And Logic“ den kreativen Höhenflug seiner einstigen Band zu hören und könnte damit durchaus recht haben.

Weiterlesen

Elliott BROOD – Work And Love

Country und Roots sind, entgegen dem europäischen Empfinden, nicht ausschließlich amerikanische Domänen. Auch in Kanada kann man diesem Sound durchaus etwas abgewinnen. Zu den bekanntesten Szene-Künstlern des Landes zählt das Trio Elliott BROOD aus Toronto, die erst im vergangenen Jahr mit einem Juno Award – dem kanadischen Grammy – für das beste Roots & Traditional-Album des Jahres ausgezeichnet wurden. Für die Arbeiten zum Nachfolger „Work And Love“ zogen sich Casey Laforet, Mark Sasso und Stephen Pitkin in ein Bauernhaus in Bath, Ontario zurück.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?