Schlagwort: Alternative Rock

Waste A Saint

Waste A Saint – Hypercarnivore

Trondheim ist eine Rock-Stadt. Hier gibt es sogar ein eigenes Museum, das der Rock- und Pop-Geschichte des Landes gewidmet ist. Zudem bringt sie immer wieder fantastische Bands hervor, siehe und höre aktuell Waste A Saint. Im Herbst 2015 gegründet, veröffentlichte das Quartett mehrere Singles und eine EP, gespickt mit Fuzz-, Alternative- und Stoner-Anleihen, kraftvoll und schillernd zugleich. Das erste Album „Hypercarnivore“ soll die berauschende Bühnenenergie einfangen und außerdem auf große Pläne für den europäischen Festivalsommer vorbereiten.

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50 Foot Wave

50 Foot Wave – Black Pearl

Vor bald 20 Jahren rief Kristin Hersh 50 Foot Wave ins Leben. Hier lebt die Stimme von Throwing Muses gemeinsam mit Bandkollege Bernard Georges am Bass sowie Drummer Rob Ahlers ihr Faible für E-Gitarren-lastigere Musik aus, möglichst unbequem und doch so faszinierend in ihrer lyrischen wie tonalen Abgründigkeit. Geduld ist so und so Pflicht, denn knapp sechs Jahre nach der EP „Bath White“ gibt es endlich wieder neues Material. „Black Pearl“ bezieht sich auf jenes Viertel in New Orleans, wo das Album geschrieben wurde, und führt einmal mehr Finsteres sowie Bedrohliches auf faszinierende Weise zusammen.

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Tree River

Tree River – Time Being

Langsam, aber beständig wuchsen Tree River seit ihrer Gründung im Jahr 2010, ursprünglich als Soloprojekt von Sänger und Gitarrist Trevor Friedman angedacht. Mittlerweile tritt man als Quartett auf – Produzent Kevin Dye von Gates gilt als eine Art fünftes Mitglied – und baute den Mix aus Alternative Rock und Emo-artigen Sounds immer weiter aus. Die Musik zu „Time Being“ wurde noch vor dem ersten Lockdown, die Lyrics erst während der Pandemie geschrieben. Entsprechend ergibt sich ein spannender Spagat zwischen durchaus energiegeladenen Klängen und Texten, die sich mit düsteren, tiefgründigen Dingen befassen.

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Fheels

Fheels – Lotus

Der Weg ist das Ziel, auch wenn er fünf Jahre dauert. Fheels ließen sich alle Zeit der Welt, erspielten sich live ein Publikum, veröffentlichten eine spannende EP, machten sehenswerte Videos. Jetzt liegt der Alternative Rock – ein sehr ungefährer Richtwert – der vier Hamburger endlich auf Albumlänge vor. Mitten aus Altona erhebt sich „Lotus“ und blüht so spannend wie mysteriös auf. Bis dahin wollten allerdings einige Herausforderungen absolviert haben, denn nach abgeschlossener Musikschule brachen nicht nur viele Kontakte weg, den im Rollstuhl sitzenden Sänger und Gitarristen Felix Brückner begleiten ganz eigene Hürden, die viel zu oft unsichtbar bleiben. Genau das soll sich ändern.

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Placebo

Placebo – Never Let Me Go

Achteinhalb Jahre. So viel Zeit ist seit dem Release von „Loud Like Love“ vergangen. Placebo waren aber keineswegs untätig, versuchten sich an einer Werkschau mit neuem Material, nahmen ein Unplugged-Werk auf und waren fünf Jahre lang nahezu ununterbrochen auf Tour. 2018 musste sich Brian Molko eingestehen, dass er mit der jüngeren Vergangenheit seiner zum Duo geschrumpften Band unzufrieden war, diese und eigentlich alles zu kommerziell fand. Also gingen Stefan Olsdal und er gemeinsam ins Studio, ausnahmsweise ohne Session-Drummer, und suchten nach neuen Wegen, um Sound und Arbeitsweise nicht langweilig klingen zu lassen. Artwork und Tracklist entstanden zuerst, dann wurden die Songs geschrieben. Das sowie der Fokus auf den Schmerz dieser Welt und der verstärkte Synthi-Einsatz bekommen „Never Let Me Go“ erstaunlich gut.

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Proper.

Proper. – The Great American Novel

Schwarz und queer in einer überwiegend cis-männlichen, heterosexuellen Szene zu sein, ist – gelinde gesagt – alles andere als einfach. Proper. packen ihre Erfahrungen in kleine Songperlen zwischen Sturm, Drang und Suche. „I Spent The Winter Writing Songs About Getting Better“ setzte sich vor knapp drei Jahren mit dem Ausbruch aus Erwartungen des eigenen Umfelds auseinander, nun will das Trio gleich ein komplettes Buch vertonen. Jeder Track auf „The Great American Novel“ versteht sich als Kapitel eines Twenty-Something-Protagonisten, der in den 2010er Jahren aufwächst und sich mit der missbräulichen Beziehung seiner Herkunft und seiner Identität auseinandersetzt.

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Lazy Queen

Lazy Queen – A Human Reaction

Mit ihren kurzen Appetithäppchen machen Lazy Queen seit einigen Jahren von sich reden. Zuletzt meldete sich das norwegische Quartett vor elf Monaten mit dem charmanten „Get Home Or Die Trying“, schon geht die wilde Reise weiter. Aus Sicherheitsgründen in fragmentierten Slots für sich aufgenommen, ließ die Band ihrem Ärger freien Lauf, konnte diesen aber nicht auf vertraute Weise zum Ausdruck bringen. Also ließ man unter anderem ein wenig Elektronik Einzug halten, die sich vor allem in den Zwischenspielen von „A Human Reaction“ ausdrückt.

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The Districts

The Districts – Great American Painting

Die High-School-Band aus Lititz, Pennsylvania wächst weiter. The Districts sehen seit jeher für eleganten, gerne verspielten und in den richtigen Momenten ernsten Indie Rock, dessen Pop-Gefühl im richtigen Moment durchzuschimmern weiß. Für die Aufnahmen ihres mittlerweile fünften Albums – das letzte mit Connor Jacobus, der kurze Zeit später in aller Freundschaft ging – wollte Frontmann Rob Grote zurück zum Gemeinsamen, die Einfachheit des eigenen Sounds betonen und dabei die Stärken der individuellen Musiker auf allen Ebenen einbringen. „Great American Painting“ befasst sich mit einem Amerika, in dem sehr viel falsch läuft, und das sich einen kräftigen Funken Hoffnung verdient hat.

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Drug Church

Drug Church – Hygiene

Auf „Cheer“ hielt Melodie Einzug in den Sound, nun wachsen die Songs mit: Vor dreieinhalb Jahren legten Drug Church einen kantigen und zugleich hymnischen Leckerbissen vor, der mit den Hardcore-Wurzeln zunehmend Schlitten fuhr, die Punk- und Rock-Einflüsse intensivierte. Genau das passiert nun auch auf dem Nachfolger, ohne dass dies bewusst geplant gewesen wäre. Stattdessen feilte das US-Quintett einfach weiter am eigenen Sound und spricht von einer zufälligen Schönheit, die während den Aufnahmen entstand. „Hygiene“ bietet sich für höhere Weihen an.

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Spiral Drive

Spiral Drive – Visions In Bloom

Nicht mehr und nicht weniger als ein eigenes Klanguniversum basteln Spiral Drive. Das gelang bereits auf dem Einstand „Unity“ hervorragend und wird nun weiter vertieft. Mastermind Raphael Neikes schrieb den Vorgänger noch komplett allein, holte sich dieses Mal zumindest stellenweise Hilfe von seinen Mitstreitern David Knevels und Nicholas Stampf. Gemeinsam bohren sich die Mannheimer noch tiefer in eine ureigene Psych-Welt vor, die zugleich mit Alternative- und sogar Stoner-Attitüde ums Eck biegt. „Visions In Bloom“ bemüht abgefahrene Eingängigkeit und spannende stilistische Spagate auf einer ausgedehnten Stunde.

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