Schlagwort: Alternative Rock

vandermeer

vandermeer – Grand Bruit

Wie so viele andere Bands wurden auch vandermeer auf der Bühne ausgebremst – für eine Band, die gerne vor Menschen spielt, natürlich fatal, zumal man bewusst auf Streaming-Gigs verzichtete. Also begannen die Arbeiten am dritten Album, das in jeder Hinsicht größer und intensiver ausfallen sollte. Man wollte (und bekam) unbedingt mehr von allem: Lautstärke, Emotionen, Wut und Einfühlsamkeit. „Grand Bruit“ handelt von persönlichen Rückschlägen, von Verlustängsten, aber auch von politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, mit denen man alles andere als glücklich war.

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Shitney Beers

Shitney Beers – This Is Pop

Dass Shitney Beers wesentlich mehr als nur ein großartiger Name ist, bewies sie im Sommer 2021 mit „Welcome To Miami“, einer kleinen Singer/Songwriter-Perle ohne Netz, geschweige denn doppelten Boden. Davon hat Maxi Haug nun mehr im Gepäck, weiterhin betont ungeschliffen und gefühlt komplett spontan. „This Is Pop“ befasst sich mit dem Konzept des Scheiterns auf allen Ebenen und liefert zugleich Ansätze, wie man selbst in Zukunft deutlich seltener scheitert. Und das weiterhin so intim, reduziert und fokussiert wie eh und je.

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Daily Thompson

Daily Thompson – Live At Freak Valley Festival 2022

In den letzten Jahren wandelten sich Daily Thompson zusehend von Grunge- und Alternative-Rockern zu Space- und Psych-Meistern – eine Entwicklung, die „God Of Spinoza“ im vergangenen Jahr auf die Spitze trieb. Speziell auf der Bühne bleibt das Trio aber weiterhin angenehm vielschichtig, was sie nun zum Jahresende mit einem feinen Live-Dokument untermauern. „Live At Freak Valley Festival 2022“ hält den diesjährigen Auftritt auf dem viertägigen Festival in Netphen bei Siegen, der via Rockpalast weithin übertragen wurde, nun auf Vinyl fest.

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Jamie Lenman

Jamie Lenman – The Atheist

Ob mit Reuben oder solo, Jamie Lenman kennt man eher als Mann fürs Grobe, der zwar im Rock zuhause ist, der aber auch vor rasender Post-Hardcore-Explosivität keinesfalls zurückschreckt. Dabei schrieb er eigentlich immer schon, seit über zwei Jahrzehnten, deutlich ruhigere und melodischere Songs, die jedoch nie auf ein Album passten. Bis jetzt, denn nun bündelt der Brite seine hymnischen bis intimen Tracks über Religion, Beziehungen und Sozialwissenschaften auf einer Platte. „The Atheist“ schlägt ein neues Kapitel auf und zeigt den Veteranen so zugänglich, so eingängig wie nie zuvor.

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Omni Of Halos

Omni Of Halos – Omni Of Halos

Längst konnten sich Lövely Records zu einem Rock-Feinschmecker-Label entwickeln, dessen Acts vornehmlich in den 80s und 90s zuhause sind. Selbiges gilt auch für Omni Of Halos, deren Indie- und Alternative-Mix angenehm vertraut und doch frisch wirkt. Erst Ende 2020 gegründet, präsentiert das schwedische Sextett nun ein erstes Album. Schlicht „Omni Of Halos“ betitelt, fassen sie hier die vier Tracks ihrer im Frühjahr erschienenen EP „Care Free“ sowie sechs komplett neue Songs zusammen. Das ist aber keinesfalls als lieblos zusammengekleisterte Compilation zu verstehen, denn die 40 Minuten klingen auf wundervolle Weise wie aus einem Guss.

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The Pighounds

The Pighounds – Phat Pig Phace

Auf den Kapitalstart folgt die Konsolidierung: The Pighounds kamen vor eineinhalb Jahren gefühlt aus dem Nichts und lieferten derbe ab. Ja, natürlich handelte es sich ’schon wieder‘ um ein Rock-Duo, bloß klang „Hilleboom“ ganz und gar nicht nach einem typischen Zweiergespann. Laut, druckvoll, gerne mal dreckig und stets charmant, so gelang der Volltreffer. Daran wollte und will man nun wachsen. „Phat Pig Phace“ ist, so heißt es vorab, in jeder Hinsicht lauter, aggressiver, größer und sogar experimentierfreudiger. Das kann man beruhigt unterschreiben.

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Instrument

Instrument – Sonic Cure

Achteinhalb Jahre, so lang ist der letzte Album-Release von Instrument mittlerweile her. „Read Books“ war nicht nur eine prima Aufforderung, die in jüngster Vergangenheit nur an Bedeutung gewinnen konnte, es entpuppte sich zudem als spannendes Happening, betont schroff und experimentell, dennoch auf wohlige Weise vertraut. Nun ist das Trio aus München wieder da, befasst sich mit gesellschaftlichen Problemen und Verfehlung, und lasst ihren Sound zudem reifen. „Sonic Cure“ ist das Heilmittel nach Jahren der Entbehrung inmitten beispielloser Zeiten, so komplex und belebend wie eh und je.

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Chäirwalk

Chäirwalk – Drüber

Elf Jahre sind ne lange Zeit, doch da stehen Chäirwalk drüber. Von schlechten Wortspielen mal abgesehen: Auf Platte gab es von den drei Hamburgern seit „Top 10“ leider herzlich wenig zu hören, was sich nun ändern soll. In Eigenregie gibt es ein neues Album, das sich zwar keinesfalls von den Wurzeln entfernen, diese jedoch umdenken möchte. Härter, aggressiver, persönlicher, unbequemer – so oder so ähnlich gestaltet sich der drückende Stoner- und Alternative-Mix der Nordlichter nun. Der Name des Unterfangens: „Drüber“.

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The Blue Stones

The Blue Stones – Pretty Monster

Rock-Duos haben weiterhin Oberwasser, doch stehen nur wenige so sehr zu ihrem Crossover-Appeal wie The Blue Stones. Nach einem starken Debüt warf der Nachfolger gleich mehrere Radio-Hits in der kanadischen Heimat ab. Davon möchten Tarek Jafar und Justin Tessier aber nun eigentlich weg. Zwar spielt HipHop-Drumming weiterhin eine wichtige musikalische Rolle, bloß kommt nun mehr Dreck hinzu, mehr Beats und mehr Elektronik, gepaart mit vertrauten Riffs. „Pretty Monster“ platziert sich zwischen den Stühlen, zwischen großen Überfliegern und kleinen Experimenten.

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The Standstills

The Standstills – Shockwave

Ob sie nun Rock retten oder ’nur‘ das nächste große Duo sind, wird die Zeit zeigen. Tatsächlich bringen The Standstills einiges an Power und Euphorie mit. Das Ehepaar Renée Couture und Jonny Fox aus Ontario in Kanada stand unter anderem mit Rival Sons, Seether, Pop Evil und Eagles Of Death Metal auf der Bühne, veröffentlichte zudem ein in der Heimat bejubeltes Debüt und greift nun den Rest der Welt an. „Shockwave“ ist laut, druckvoll und bis obenhin voll mit dicken Riffs und mächtigen Singalongs, die Royal Blood mittlerweile vermissen lassen.

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