Schlagwort: Electro-Pop

Kaktus Einarsson

Kaktus Einarsson – Factoid Happiness

Glück und Freude – was das genau ist, beschäftigt Kaktus Einarsson seit geraumer Zeit. Der Musiker und Songwriter aus Island konzentriert sich auf seinem dritten Album darauf, wo man Happiness (angeblich) finden kann. Vermeintliche Wege zur Fröhlichkeit gibt es viele, als bloße Halbwahrheiten verkauft, von Algorithmen bestimmt und letztlich doch oft nur davon abhängig, ob man daran glaubt. Was sich zugegebenermaßen verkopft und abstrakt liest, liefert die durchaus philosophische Basis für „Factoid Happiness“, ein Werk über die Herausforderungen und Reizüberflutung des modernen Lebens, die Kommodifizierung des Glücks und der Schönheit des Gemeinsamen.

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CEVIL

CEVIL – Favourite Girl

Großartige, elektronisch befeuerte Popmusik aus Dänemark ist immer ein Grund zur Freude – man denke an Oh Land, When Saints Go Machine oder MØ. CEVIL könnte schon bald in diese Phalanx vordringen. Die 28jährige Sängerin, Songwriterin und Produzentin machte Ende 2024 mit der EP „FREAK“ von sich reden – gefühlvoll, aber zugleich schroff und sehr eigenwillig. Diesen Weg ging sie erfolgreich weiter, hatte zahlreiche Radiohits und landete am Radar diverser Tastemaker. Das erste Album „Favourite Girl“ hat ein Herz für Extreme und lässt Selbstzweifel, Verlangen, Überforderung und Verliebtheit gleichberechtigt nebeneinanderstehen.

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Olafur Mowa

Olafur Mowa – Post Internet Era

Ist das Internet tatsächlich tot? Seit geraumer Zeit grassieren Theorien, dass weite Teile des Web und der Diskussionen in sozialen Medien und Kommentarspalten von Bots geführt werden, von Unmengen an Werbung (YouTube ohne entsprechende Block-Technologie ist … eine Erfahrung) und künstlicher Intelligenz ganz zu schweigen. Olafur Mowa befasst sich auf seinem ersten Soloalbum mit der Zeit danach. Neben GiGi Blow hatte er Bock, auch mal den einen oder anderen Track ohne Partybezug zu schreiben, über Coming of Age jenseits der Teenagerzeit. Musikalisch zwischen unzähligen Genres und Epochen angesiedelt, kultiviert „Post Internet Era“ den Charme des Seins im digitalen Zeitalter.

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LA Priest

LA Priest – Into The Sky

Ob als Teil der viel zu früh aufgelösten Late Of The Pier, mit Soft Hair oder nun als Solokünstler: Wo Sam Eastgate aufschlägt, wird es immer spektakulär. Als LA Priest werden Pop und Elektronik gerne aufgebrochen, mit psychedelischer Sinnsuche und mutigen Experimenten verbunden. Das war bislang stets künstlerisch wertvoll, aber nur selten zugänglich. Mit dem neuesten Solostreich könnte sich das ändern, nicht zuletzt dank tatkräftiger Unterstützung durch Boys Noize, die zuletzt unter anderem mit Nine Inch Nails für Aufruhr sorgten. „Into The Sky“ klingt so direkt und zugänglich wie nie zuvor und dabei fast leichtfüßig.

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James Ellis Ford

James Ellis Ford – Lost In Another World

Selbst wenn man gerade keinen zur Hand hat, kann man vor James Ellis Ford nur den Hut ziehen. Als Teil von Simian Mobile Disco und The Last Shadow Puppets bleibt er musikalisch umtriebig, produziert Größen wie Pet Shop Boys, Depeche Mode und Gorillaz, und schreibt nebenher auch noch den einen oder anderen Solosong. Anfang 2025 wurde bei ihm eine aggressive Form von Leukämie entdeckt, mehrere Chemotherapie-Zyklen folgten. Der Antrieb, dennoch Musik zu machen, erfolgte nach eigenen Angaben aus purer Langeweile. Binnen zwei Wochen – im Krankenhaus, auf Station, bei Blutdruckmessungen – entstand „Lost In Another World“, sein zweites Soloalbum.

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Panda Bear & Sonic Boom

Panda Bear & Sonic Boom – A ? of WHEN

Wenn Panda Bear und Sonic Boom zusammenkommen, wird es schräg, spektakulär und eingängig. „Reset“, das 2022 erschienene, erste gemeinsame Album von Noah Benjamin Lennox (Animal Collective) und Peter Kember (Spacemen 3), brachte Loops und Samples längst vergangener Pop- und Rock-Tage für etwas komplett Neues, Kunstvolles, leicht Anderweltliches zusammen. Im Laufe der Jahre trugen die beiden verschiedenste Ideen aus aller Welt zusammen – von mexikanischen Mariachis bis zum Jodeln aus der Schweiz. „A ? of WHEN“ verschmilzt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, begleitet von deutlichen Kommentaren zu den politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Hindernissen im Hier und Jetzt.

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HEALTH

HEALTH – Addendum

Einmal mehr steht für HEALTH das Ende einer Ära an. Dieses Mal ist es der Releasezyklus rund um die beiden Geschwisteralben „Rat Wars“ und „Conflict DLC“, der nun abgeschlossen wird. So etwas wie Resteverwertung kommt den Noise-, Industrial- und Electro-Meistern aber keinesfalls in den Sinn. Ihr neuestes Mini-Album verbindet vergangene prominente Kollaborationen mit diversen anderen Tracks. Oder wie es die Band auf den Punkt bringt: „Das Müll-Jahrzehnt geht weiter“. Von Schrott ist „Addendum“ aber meilenweit entfernt, sondern findet eine Art musikalischen Mittelweg der letzten beiden Platten, kleine Überraschungen inklusive.

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Robyn

Robyn – Sexistential

In einer Zeit grober Einschnitte und persönliche Veränderungen kann die Rückkehr zu Vertrautem Wunder wirken. Nach dem etwas clubbigeren „Honey“ ging es für Robyn erst in eine kleine private Pause, die letztlich zur Neuausrichtung führte. Ihren im Sommer 2023 geborenen Sohn zieht sie alleine groß, zudem beschäftigten sie Themen wie Identität, Intimität, Sexualität, Unabhängigkeit und Nähe intensiv. Die Arbeiten am mittlerweile neunten Studioalbum begannen bereits 2020, als die Welt die Grenzen dichtmachen musste, was zur Zusammenarbeit mit schwedischen Weggefährten fühte. Und doch klingt „Sexistential“, die Rückkehr zu typischen Popsongs, alles andere als gewöhnlich.

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congratulations

congratulations – Join Hands

Hände reichen und gemeinsam ab auf die Tanzfläche: congratulations aus Brighton veröffentlichen seit vier Jahren immer wieder Singles und Kleinformate und spornen Indie-Klänge zu euphorischer Bewegung an. Kantiger Indie Rock der Nullerjahre trifft 80s-Pop, Groove, Funk und ordentlich Elektronik, während die Texte mitreißen möchten, im Angesicht persönlicher und gesellschaftlicher Probleme. Entsprechend unbekümmert, deutlich und zugleich herzensgut gibt sich ihr erstes komplettes Album. Passend dazu der aufrüttelnde, energische und anfeuernde Titel: „Join Hands“.

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Lukas Oscar

Lukas Oscar – Everything’s Built To Last

Mit gerade einmal 23 Jahren hat Lukas Oscar gefühlt bereits mehrere Musikerleben hinter sich. 2016 gewann er The Voice Kids, vier Jahre später schrieb er am bulgarischen Beitrag für den abgesagten Eurovision Song Contest, bevor 2022 die Solokarriere mit der ersten EP „Colors Of A Void“ langsam Fahrt aufnahm. Seither erschienen ein Album, zwei weitere EPs und diverse Songs, zudem supportete in Wien wohnende Fürstenfelder mit philippinischen Wurzeln so unterschiedliche Künstler wie Mark Forster, Khruangbin und L’Impératrice. Mit „Everything’s Built To Last“, seinem neuen Album, kündigt Oscar einen deutlich mutigeren, vielschichtigeren Pop-Ansatz an, der Normen hinterfragt, gerade mit unterstützendem Blick auf die LGBTQIA+ Community, und den Lärm im Kopf zur Ordnung ruft.

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