Schlagwort: Electro-Pop

HEALTH

HEALTH – Addendum

Einmal mehr steht für HEALTH das Ende einer Ära an. Dieses Mal ist es der Releasezyklus rund um die beiden Geschwisteralben „Rat Wars“ und „Conflict DLC“, der nun abgeschlossen wird. So etwas wie Resteverwertung kommt den Noise-, Industrial- und Electro-Meistern aber keinesfalls in den Sinn. Ihr neuestes Mini-Album verbindet vergangene prominente Kollaborationen mit diversen anderen Tracks. Oder wie es die Band auf den Punkt bringt: „Das Müll-Jahrzehnt geht weiter“. Von Schrott ist „Addendum“ aber meilenweit entfernt, sondern findet eine Art musikalischen Mittelweg der letzten beiden Platten, kleine Überraschungen inklusive.

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Robyn

Robyn – Sexistential

In einer Zeit grober Einschnitte und persönliche Veränderungen kann die Rückkehr zu Vertrautem Wunder wirken. Nach dem etwas clubbigeren „Honey“ ging es für Robyn erst in eine kleine private Pause, die letztlich zur Neuausrichtung führte. Ihren im Sommer 2023 geborenen Sohn zieht sie alleine groß, zudem beschäftigten sie Themen wie Identität, Intimität, Sexualität, Unabhängigkeit und Nähe intensiv. Die Arbeiten am mittlerweile neunten Studioalbum begannen bereits 2020, als die Welt die Grenzen dichtmachen musste, was zur Zusammenarbeit mit schwedischen Weggefährten fühte. Und doch klingt „Sexistential“, die Rückkehr zu typischen Popsongs, alles andere als gewöhnlich.

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congratulations

congratulations – Join Hands

Hände reichen und gemeinsam ab auf die Tanzfläche: congratulations aus Brighton veröffentlichen seit vier Jahren immer wieder Singles und Kleinformate und spornen Indie-Klänge zu euphorischer Bewegung an. Kantiger Indie Rock der Nullerjahre trifft 80s-Pop, Groove, Funk und ordentlich Elektronik, während die Texte mitreißen möchten, im Angesicht persönlicher und gesellschaftlicher Probleme. Entsprechend unbekümmert, deutlich und zugleich herzensgut gibt sich ihr erstes komplettes Album. Passend dazu der aufrüttelnde, energische und anfeuernde Titel: „Join Hands“.

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Lukas Oscar

Lukas Oscar – Everything’s Built To Last

Mit gerade einmal 23 Jahren hat Lukas Oscar gefühlt bereits mehrere Musikerleben hinter sich. 2016 gewann er The Voice Kids, vier Jahre später schrieb er am bulgarischen Beitrag für den abgesagten Eurovision Song Contest, bevor 2022 die Solokarriere mit der ersten EP „Colors Of A Void“ langsam Fahrt aufnahm. Seither erschienen ein Album, zwei weitere EPs und diverse Songs, zudem supportete in Wien wohnende Fürstenfelder mit philippinischen Wurzeln so unterschiedliche Künstler wie Mark Forster, Khruangbin und L’Impératrice. Mit „Everything’s Built To Last“, seinem neuen Album, kündigt Oscar einen deutlich mutigeren, vielschichtigeren Pop-Ansatz an, der Normen hinterfragt, gerade mit unterstützendem Blick auf die LGBTQIA+ Community, und den Lärm im Kopf zur Ordnung ruft.

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Sébastien Tellier

Sébastien Tellier – Kiss The Beast

Seit Jahren und Jahrzehnten schreibt und produziert Sébastien Tellier. Er trat 2008 für Frankreich beim Song Contest an, war 2024 Teil der Paralympics-Eröffnungszeremonie in Paris, in Soundtracks zu hören und schrieb selbige in Hülle und Fülle. Obwohl er zuletzt alles andere als untätig war, ist das letzte Album „Domesticated“ doch schon wieder fünfeinhalb Jahre her. Die Trademarks blieben erhalten – Bart, lange Haare, Sonnenbrille – die Musik erfuhr eine kleine Metamorphose. „Kiss The Beast“ stellt sich noch eine Spur breiter auf und erweitert vertraute Synth- und Electro-Klänge in verschiedenste Richtungen.

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Austra

Austra – Chin Up Buttercup

Fünfeinhalb Jahre ohne ein Studioalbum – für Austra eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Als „HiRUDiN“ erschien, ware Katie Stelmanis‘ Leben eben erst komplett umgekrempelt worden. Erst verabschiedete sich die langjährige Partnerin mit einem einzigen Satz und war seither nicht mehr gesehen, dann setzte die Pandemie ein und Stelmanis hatte bloß 24 Stunden, um den damaligen Wohnsitz in London für die kanadische Heimat aufzugeben. Was folgte, war der Versuch, sich mit den neuen Lebensumständen abzufinden, das Trauma zu verarbeiten und doch nach vorne zu blicken. Songwriter und Produzent Kieran Adams half mit experimentellen Dance-Tracks weiter, langsam, aber sicher begann der Wiederaufbau. „Chin Up Buttercup“ ist entsprechend sarkastisch zu verstehen.

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Cubzoa

Cubzoa – Unfold In The Sky

Vor über zehn Jahren tauchten zwei Releases unter dem Namen Cubzoa auf Bandcamp auf, die als Grundlage für den Sound von Penelope Isles dienen sollten, die Band der Geschwister Jack und Lily Wolter. Es war Jack, der mit dem an Cubozoa (eine giftige Würfelqualle) angelehnten Pseudonym erste psychedelische Gehversuche wagte. Während der Lockdowns schrieb er zahlreiche Songs im Haus seiner Eltern, die nicht zur gemeinsamen Band passen. Stattdessen wurde Cubzoa als Wolters Soloprojekt wiederbelebt, verträumt, elektronisch, semi-akustisch und – trotz aller Synthetik – höchst warmherzig. Exakt das zeigt sich im magischen ersten Album „Unfold The Sky“.

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Automatic

Automatic – Is It Now?

Erst sorgten sie mit ihrem Motorik-Pop für Bewegung, nun soll Deviant-Pop dem Brainrot im Hier und Jetzt entgegenwirken: Automatic mögen es gerne ungewöhnlich und doch eingängig, das zeigten sie zuletzt vor gut drei Jahren auf „Excess“. In der Zwischenzeit haben sie ihren synthetischen Ansatz noch weiter auf ein absolutes Minimum heruntergebrochen, zynisch und schwarzhumorig, betont respektlos. „Is It Now?“ will Unterdrückungsstrukturen durch neue Dringlichkeit aufbrechen und ruft zu einer Art kleinen Revolution gegen Konsum und zerstörerische Strukturen auf, begleitet von minimalistischer Eingängigkeit.

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Moscoman

Moscoman – Caviar

Nach diversen recht elektronischen Platten wollte DJ, Produzent und Disco Halal-Labelchef Moscoman etwas anders machen. Organische Klänge mit Bandsound, live reproduzierbar und weit weg von reiner Tanzmusik, wurden zum erklärten Ziel. Über zwei Jahre wurde neues Material geschrieben und aufgenommen, unterstützt durch zahlreiche Partner. Die Mission: Nostalgie trifft moderne Produktion. Ein klassischer, warmherziger Sound sollte eine Frischzellenkur bekommen und sich zugleich wie eine Art musikalischer Roadtrip anfühlen. „Caviar“ sorgt tatsächlich für spannendes und willkommenes Umdenken im Hause Moscoman.

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Goldkimono

Goldkimono – This One’s On The House

Für Martijn ‚Tienus‘ Konijnenburg geht es konstant nur nach oben. Als Goldkimono veröffentlichte der Niederländer erst 2020 seine erste Single. Zwei Alben und diverse Tracks sollten folgen, die unter anderem Radioeinsatz erhielten und zur Untermalung von Fernsehserien verwendet wurden. Zudem wurde Konijnenburg zum gefragten Songwriter und häufte ganz nebenbei über 40 Millionen Streams auf Spotify an. Diese Serie sollte sich mit der dritten eigenen Platte fortsetzen: „This One’s On The House“ schafft es einmal mehr, poppige Eingängigkeit mit sympathischer Eigenständigkeit sowie ernsten Noten dahinter zu verbinden.

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