Schlagwort: Hardcore Punk

March

March – Set Loose

Das gegenwärtige System funktioniert einfach nicht mehr, finden March, und stemmen sich dagegen. Wie sie zu diesem Schluss kommen und warum sie sich laut und deutlich zu intersektionalem Feminismus bekennen? Alleine schon ein Blick in den Social-Media-Alltag sollte als Antwort reichen. Die vier Niederländer*innen zelebrieren forschen, hymnischen Hardcore Punk, der gerne auch mal ins Rockige ausschlägt und Vergleiche mit The Distillers oder The Pearl Harts nahelegt. „Set Loose“, der Titel ihres zweiten Albums, hat was von einem Mission Statement.

Weiterlesen
Four Year Strong

Four Year Strong – Brain Pain

Als sich Four Year Strong 2001 gründeten, gingen die Musiker noch auf die High School. Knapp zwei Jahrzehnte ist man immer noch im Kern-Line-up unterwegs und vermischt weiterhin Pop-Punk mit melodischem Hardcore, Hooks mit Stahlkanten. Dennoch sind beinahe fünf Jahre seit dem letzten Longplayer ins Land gezogen, neben einer ausdauernden Jubiläumstour für ihr zweites Album „Rise Or Die Trying“ ließ man sich fürs Songwriting ausnahmsweise ordentlich Zeit. „Brain Pain“ erntet nun den Lohn der Mühe und fasst die besten Qualitäten der Herren aus Worcester, Massachusetts exquisit zusammen.

Weiterlesen
Leitkegel

Leitkegel – Wir sind für dich da

Geduld ist bei Leitkegel-Fans Pflicht. Der Mix aus Punk, Emo, Hardcore und Indie schlägt alle paar Jahre auf, dann dafür umso heftiger. Ihr Debütalbum hat bereits sieben Jahre auf dem Buckel, den letzten Split-Release gab es 2014. Nach ein paar einzelnen Tracks folgt nun endlich der nächste, angenehm vogelwilde Output: „Wir sind für dich da“ weckt wehmütige Erinnerungen an Escapado und nimmt zugleich Marathonmann, Fjørt und Konsorten mit.

Weiterlesen
Refused

Refused – War Music

In den 90er Jahren revolutionierten Refused Gevatter Hardcore und brachen am Höhepunkt in sich zusammen. Seit 2012 spielen sie wieder Konzerte, kurz darauf folgte das Comeback-Album „Freedom“ – kurzweilig, durchaus experimentell, eigentlich eine runde Sache. Die Schweden um Dennis Lyxzén beweisen weiterhin Haltung von Kapitalismuskritik bis zur Unterstützung von Hilfsprojekten, beschreiten aber auch neue Wege. So steuern sie unter dem Alter Ego Samurai den Soundtrack zu einem Game, das kommendes Frühjahr in den Läden stehen soll, bei. Eine neue Refused-Platte kam dabei auch die Ecke, und „War Music“ erfüllt die Erwartungen.

Weiterlesen
Marathonmann

Marathonmann – Die Angst sitzt neben dir

Nach dem Release von „Mein Leben gehört dir“ nahmen sich Marathonmann erstmals etwas Zeit, um ein wenig Abstand vom Bandleben zu gewinnen und die leer getourten Akkus einigermaßen aufzuladen. Entsprechend frisch und erholt widmete man sich dem Thema Album #4. Dieses Mal dreht sich alles um Ängste, steter Begleiter von Geburt bis Tod. Auch wenn sich die Art und Form der Ängste verändern, man wird sie doch nie los. „Die Angst sitzt neben dir“ könnte in Zeiten wie diesen kaum wichtiger sein. Dazu passt auch verfeinerte musikalische Ausrichtung der Band.

Weiterlesen

Drug Church – Cheer

Mit ihrem dritten Album landen die angenehm kotzigen Drug Church bei Pure Noise Records, und das passt wie Arsch auf Eimer. Der räudige Sound des Quintetts aus Albany, New York ist nach wie vor zugleich abstoßend und harmonisch, denn hier trifft Punk mit Hardcore-Schlagseite auf Grunge- und Alternative-Sounds aus den 90er Jahren. „Cheer“ gibt sich nun noch kompromissloser und doch, für Bandverhältnisse, eingängiger denn je.

Weiterlesen

Lygo – Schwerkraft

Seit Jahren fühlen sich Lygo von einem eigenartigen Zwiespalt begleitet, der irgendwo zwischen Zuversicht und Resignation klebt. Gesellschaftliche Verhältnisse sorgen für Frust, und doch steckt das Trio aus Bonn jegliche Anflüge von Unmut viel lieber in die Musik. Nach Jahren zwischen Proberaum und JuZ entwachsen Jan Heidebrecht, Daniel Roesberg und Simon Meier ihrem Dunstkreis endgültig. Das zweite gemeinsame Album „Schwerkraft“ schlägt geschickt in die Fjørt’sche Kerbe, und ist doch so viel mehr.

Weiterlesen

Hysterese – Hysterese

Namen, so sagt man sich gerne, seien Schall und Rauch. Verzichten Hysterese daher auf Albumtitel? Aktuell erscheint ihre bereits dritte selbstbetitelte Platte. Ob nun mangelnde Kreativität oder Fokus auf die Musik dahintersteckt, ist eigentlich relativ egal. Tatsächlich versteht sich das Punk-Quartett aus Tübingen und Mannheim auf mächtige Hymnen und derbe Nackenschläge, die sogar gelegentlich gen Hardcore schielen. Mit dem Wechsel zu This Charming Man Records will man eine Spur poppiger geworden sein. Ecken und Kanten bleiben jedenfalls erhalten.

Weiterlesen

Farben/Schwarz – Drei

Ruhig sitzen bleiben und alles über sich ergehen lassen? Nicht mit Farben/Schwarz: Das Hamburger Quartett zieht die Daumenschrauben nach zwei intensiven EPs an und legt den Finger in die sprichwörtliche Wunde, nachdem zuvor noch ordentlich Salz reingestreut wurde. Aua? Und wie, aber so richtig. Das dritte Kleinformat hört auf den erwartbaren Titel „Drei“ und denkt den angepunkten Post-Hardcore-Sound in fünf manischen Kapiteln weiter.

Weiterlesen

Lyvten – Bausatzkummer

„…sondern vom Mut, mit dem du lebst“ – ein Album wie ein Nackenschlag. Vor ziemlich genau zwei Jahren debütierten die Schweizer Lyvten mit diesem kleinen Punk-Kunstwerk samt dezentem Hardcore-Charme. Ihren Sinn für düsteren Tiefsinn behielt sich das Quartett, neuer Bassist hin, verfeinerter Sound her. „Bausatzkummer“ ist alles, nur nicht generisch, und verbindet Wut und Eingängigkeit mit einem Hauch von Emo-Chic.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?