Schlagwort: Hardcore Punk

Blood Command

Blood Command – Praise Armageddonism

Im Frühjahr 2020 befanden sich Blood Command einmal mehr auf der Suche nach einer neuen Sängerin, nachdem Karina Ljone die Band aufgrund ihrer Schwangerschaft verlassen hatte. Fündig wurde man ausgerechnet in Australien, rund 15.000 km von der norwegischen Heimat entfernt. Die ehemalige Pagan-Stimme Nikki Brumen erhielt das mit Ljone bereits komplett eingespielte Album und fand sich in den Texten sofort wieder. Logistischer Albtraum hin oder her, Brumen heuerte an, zog sogar in den hohen Norden und verpasste den Tracks ihre eigene Würze. „Praise Armageddonism“ setzt die ureigene Death-Pop-Vision konsequent fort.

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Petrol Girls

Petrol Girls – Baby

Ren Aldridge möchte sich freischwimmen von den teils selbst auferlegten Zwängen einer politischen Punk-Szene, die zu Moralisierung und Scheinheiligkeit tendieren kann. Kurzum: Die Stimme von Petrol Girls wollte ein gewisses Augenzwinkern in die nach wie vor drastischen Lyrics zurückholen. Ihre kürzlich von London ins steirische Graz gezogene Band nahm dies zum Anlass, den Sound deutlich nuancierter auszulegen. „Baby“, das mittlerweile dritte Album, soll deutlich respektloser ausfallen, weiterhin klare Stellung zu heißen Eisen beziehen und dabei nicht bierernst bleiben.

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Be Well

Be Well – Hello Sun

Ein Knallbonbon erschütterte Ende 2019 die Hardcore-Szene. Mit ihrer gleichnamigen Single starteten Be Well durch. Es war zugleich Brian McTernans gefeierte Rückkehr zur Musik, als der ehemalige Battery-Frontmann endlich wieder zum Mikrofon griff und seinen eigenen Ballast verarbeitete. Das Debütalbum „The Weight And The Cost“ ging im Folgejahr ebenfalls durch die Decke, bloß mit den Live-Auftritten passierte relativ wenig. Also trommelte McTernan nebst Produzentenjobs die Meute für eine weitere kleine EP zusammen. „Hello Sun“ knüpft in sechs Kapiteln an die düsteren Zeiten des Erstlings an, macht aber zugleich einen entscheidenden Schritt aus der Dunkelheit heraus in eine hoffnungsvollere Zukunft.

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Lyten

Lyvten – Offbeast

Im Hause Lyvten bewegt sich einiges: Nach der kurzweiligen EP „Prebeast“ mischt der (nicht mehr ganz so) neue Sänger und Gitarrist Claudio Kaiser erstmals auf Albumlänge mit, die Platte wurde gemeinsam im Proberaum zusammengebastelt, zudem steht eine neue Plattenfirma dahinter. Musikalisch braucht es hingegen keine Sprünge. Punk bleibt weiterhin das Fundament, mit Post-, Rock- und Hardcore-Begleitung wechselnd in Szene gesetzt. „Offbeast“ sollte ursprünglich bereits im Dezember erscheinen, haut aber auch jetzt doppelt und dreifach rein.

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Soul Glo

Soul Glo – Diaspora Problems

Über fünf Jahre konzipiert und mitten in der Sommerhitze 2021 zwischen einem unfertigen Lagerhaus und dem eigenen Proberaum aufgenommen: Soul Glo wollten, dass auf ihrem vierten Album alles stimmt. Hardcore Punk, so das Quartett aus Philadelphia, stehe an der Schwelle zu einer klanglichen Revolution. Neue kulturelle Identitäten halten Einzug, der Sound verändert sich, ebenso dessen Ausdrucksformen. „Diaspora Problems“ behandelt Selbsthass und Selbstzweifel eines Künstlers, verarbeitet Traumata und sucht nach sozialer Gerechtigkeit zwischen institutioneller und staatlicher Gewalt sowie der Kraft der eigenen Gemeinschaft.

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Drug Church

Drug Church – Hygiene

Auf „Cheer“ hielt Melodie Einzug in den Sound, nun wachsen die Songs mit: Vor dreieinhalb Jahren legten Drug Church einen kantigen und zugleich hymnischen Leckerbissen vor, der mit den Hardcore-Wurzeln zunehmend Schlitten fuhr, die Punk- und Rock-Einflüsse intensivierte. Genau das passiert nun auch auf dem Nachfolger, ohne dass dies bewusst geplant gewesen wäre. Stattdessen feilte das US-Quintett einfach weiter am eigenen Sound und spricht von einer zufälligen Schönheit, die während den Aufnahmen entstand. „Hygiene“ bietet sich für höhere Weihen an.

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Ruined

Ruined – Everything Is

Solo-Projekt gewinnt Mitglieder für Live-Auftritte und wird schließlich zur vollwertigen Band, das ist die sehr stark vereinfachte Entstehungsgeschichte von Ruined. Sänger und Gitarrist Gian veröffentlichte die erste EP 2019 noch im Alleingang, mittlerweile sind die Schweizer als Quartett unterwegs, spielten zwei weitere Kleinformate ein und nützten die unfreiwillige Bühnenpause, um am eigenen Sound zu arbeiten. Ihr Emo-Punk mit Hardcore- und Punk-Rock-Einflüssen wirft nun das erste komplette Album „Everything Is“ ab. Darauf findet sich nicht nur neuer Stoff, sondern auch Material, das vor der eigentlichen Gründung entstand.

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Shoreline

Shoreline – Growth

Mehr als 200 Shows in ganz Europa mit so illustren Bands wie Hot Water Music, Basement und Spanish Love Songs, dazu eine starke EP und ein nicht minder unterhaltsames Album: Shoreline aus Münster ackern sich seit Jahren nach vorne. Ihr Punk-Sound, der gerne mal in Emo- und Hardcore-Gefilden fischt, ist so zeitlos wie brandaktuell, dazu kommt die Verbindung persönlicher und größerer gesellschaftlicher Themen in den pointierten Texten. Klingt nach den Zutaten für den ganz großen Wurf, und genau diesen hätte sich das Quartett mit „Growth“ mehr als verdient.

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Writhe

Writhe – Awaiting A Tide

Das menschliche Be- und Empfinden als Noise-Rock-Platte, darauf muss man erst einmal kommen. Writhe versuchen genau das mit ihrem Debüt. Erst 2018 in Kopenhagen gegründet, veröffentlichte das Quartett 2020 eine selbstbetitelte EP und arbeitete seither intensiv an seinem Full-Length-Einstand, der live eingespielt wurde, um bei aller Akribie dennoch die spontane, zuweilen drastische Gefährlichkeit des eigenen Sounds einzufangen. „Awaiting A Tide“ stellt sich der Katharsis der Emotionen und Erwartungen mit offenen Armen entgegen und erwartet den Untergang sehenden Auges.

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Es war Mord

Es war Mord – Four Track Mind Vol. 4 – In der Miesosuppe

Das Konzept ist so einfach wie genial: Für die Serie „Four Track Mind“ lädt Tomatenplatten Bands in ein kleines Studio, um auf einem Vier-Track-Tascam-Kassettenrecorder ein paar Songs einzuspielen. Für die mittlerweile vierte Auflage konnten Es war Mord gewonnen werden, das Berliner Quintett mit Düster-Punk-Faible. Auf bislang einem Album und mehreren Kleinformaten ging es um unbequeme, durchaus politische Themen mit klarer Kante. Schlechte Streitkultur, Aggressionsprobleme und Identitätskampf statten die sechs Songs auf „In der Miesosuppe“ aus.

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