Schlagwort: Indie Pop

Blaudzun

Blaudzun – Latter Days

Der überaus fleißige Johannes Sigmond aka Blaudzun, benannt nach einem dänischen Rennradfahrer, meldet sich mit seinem siebten Studioalbum binnen 16 Jahren zurück. Seit einer gefühlten Ewigkeit ist der Niederländer gerade in seiner Heimat Garant für kleine Radiohits und charmante Pop-Perlen mit Indie-Touch, die hierzulande ein etwas unverdientes Randdasein fristen. Ob sich das nun endlich ändern kann? Zumindest rein musikalisch stehen alle Türen offen: „Latter Days“ bringt Frische und Offenheit in die Suche nach Sinn und Veränderung ein, in der sich der Protagonist mit Isolation und Frustration konfrontiert sind.

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Efterklang

Efterklang – Things We Have In Common

Obwohl sie seit über einem Jahrzehnt im Kern ein Trio bleiben, lieben Efterklang ihre Gäste und Mitstreiter, ihre Einflüsse von außen, die den verträumten und zugleich lebhaften Sound der Dänen bereichern. Eine dieser Personen ist Rune Mølgaard, selbst lange Jahre Teil der Band, bis zu seinem Ausstieg 2007 fixes Mitglied und seither Teilzeit dabei. Er schrieb gleich an sieben der neun neuen Songs mit und vertonte unter anderem seine Glaubenskrise, die letztlich 2022 zum Ausstieg aus der Mormonenkirche führte. Entsprechend spirituell, umkämpft und zugleich voller Leben zeigt sich das nunmehr siebte Studioalbum „Things We Have In Common“, das die Musiker enger zusammenrücken lässt.

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Asger Techau

Asger Techau – Candour

Während die kurze, letztlich leicht verzögerte Live-Reunion von Kashmir leider schon wieder vorüber ist, widmet sich Asger Techau einmal mehr seinem Solo-Schauplatz. Hier orientiert er sich teilweise am kunstvollen Sound seiner Hauptband, poppig bis anspruchsvoll arrangiert, schreckt aber ebenso wenig vor Singer/Songwriter-Klängen zurück und schafft damit eine hochgradig spannende Mixtur. Zwei Jahre nach „Levels“ meldet sich der Däne nun mit „Candour“ zurück und schlägt die Brücke zwischen ausladender bis semi-orchestraler Instrumentierung und intimen, emotionalen Momenten.

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86TVs

86TVs – 86TVs

Kaum hatten sich die sträflich unterbewerteten The Maccabees 2017 aufgelöst, fanden sich Felix und Hugo White, Gitarristen und Gründungsmitglieder, gemeinsam mit ihrem ehemals mitwirkenden Bruder Will im Studio im Proberaum, um an neuer Musik zu arbeiten. Mit dem Einstieg des überaus umtriebigen Stereophonics-Drummers Jamie Morrison wurde das fehlende Puzzleteil gefunden. Was zunächst noch als instrumentaler Soundtrack gedacht war, nahm schnell konkrete Formen an. 86TVs arbeiteten stolze fünf Jahre an ihre Musik, bevor sie mit einer ersten EP an die Öffentlichkeit traten. Wenige Monate landet mit „86TVs“ sogar ein komplettes Album.

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Personal Trainer

Personal Trainer – Still Willing

Irgendwo zwischen wildem Einzelkämpfer, verwegenem Produzenten- und Songwriter-Duo sowie einer gerne mal rotierenden Live-Band machen es sich Personal Trainer bequem. Das Projekt von Willem Smit, der im Studio vorwiegend mit Casper van der Lans zusammenarbeitet, entstand ursprünglich aus abgedrehten Bühnenshows, die eine Art Free for All darstellten. Exakt das äußert sich auch im Sound der Niederländer (des Niederländers?), die sich in unterschiedlichen Indie-Welten mit Schwerpunkt auf Pop, Rock, Electronica und Psychedelia austoben. „Still Willing“, das nunmehr zweite Album, gibt sich ähnlich durchgeknallt – im besten Sinne, versteht sich.

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Alex Izenberg

Alex Izenberg – Alex Izenberg & The Exiles

Neues Album, Neustart oder das im besten Sinne vorhersehbare Ergebnis jahrelanger Arbeit? Alex Izenberg öffnet seine fluffige und zugleich melancholische 70s-Welt für eine komplette Band, die sich The Exiles nennt. Folk, psychedelisch, poppig, verträumt und klassisch, mystisch und konkret zugleich – diese vertrauten Widersprüche retteten sich auch in das neue Umfeld. Zudem gab Izenberg den finalen Mix erstmals ab, was sich letztlich als Glücksgriff erweisen sollte. Schlicht „Alex Izenberg & The Exiles“ betitelt, zeigt sich diese neue Platte deutlich bunter, intensiver und kraftvoller als bisher.

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The Decemberists

The Decemberists – As It Ever Was, So It Will Be Again

Nach Ende der Tour zu „I’ll Be Your Girl“ merkte Colin Meloy, dass The Decemberists längst nicht mehr ausschließlich sein kreatives Leben bestimmten. Der Mastermind der 2000 gegründeten Indie- und Folk-Institution wendete sich erst einmal verstärkt seinen anderen Schauplätzen zu, schrieb weitere Kinderbücher und ist an der Film-Version seines ersten Buchs „Wildwood“ beteiligt, die im kommenden Jahr erscheinen soll. Als es schließlich 2023 doch wieder ins Studio ging, war das Feuer wieder da. Die Pause tat hörbar gut, und so zeiget sich das Quintett nach sechs Jahren auf „As It Ever Was, So It Will Be Again“ in bestechender Form.

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Strand Of Oaks

Strand Of Oaks – Miracle Focus

Tim Showalter erlebte in den letzten Jahren einige grobe Einschnitte, die seine Perspektive änderten, die ihn zudem zu einem anderen Menschen machten. Bereits auf dem vor nicht ganz drei Jahren erschienenen „In Heaven“ änderte er den Sound von Strand Of Oaks sukzessive ab. Nun treibt er diese Entwicklung konzentriert voran und wechselt zudem die Sichtweise. Der Blick geht nach außen und ist vom Wunsch, Menschen Freude zu bereiten, angetrieben. „Miracle Focus“ bleibt zu einem gewissen Grad persönlich geprägt, bemüht sich allerdings mehr und mehr um schöne Momente für das Umfeld.

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The Marías

The Marías – Submarine

Nach zwei EPs erzielten The Marías gleich mit ihrem ersten Album einen kleinen, aber überaus feinen Überraschungserfolg. „Cinema“ warf mehrere Airplay-Hits ab und erhielt zudem eine Grammy-Nominierung. Zudem ging das Quartett aus Los Angeles mit seinem feinsinnigen, psychedelisch angehauchten Indie Pop auf Tour, eröffnete für Halsey und nahm einen gemeinsamen Track mit Bad Bunny auf. Das schwere zweite Album verzichtet bewusst auf radiofreundliche Zugeständnisse und setzt den herrlich verträumten bis treibenden Weg souverän fort. „Submarine“ hat das Zeug für noch höhere Weihen.

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Wallows

Wallows – Model

Musizierende Schauspieler sind eine Sache für sich. Das kann sehr gut sein, treibt jedoch mindestens so oft tiefe Sorgenfalten auf die stressgeplagte Stirn. Der hierzulande als Hauptdarsteller des Netflix-Hits „Tote Mädchen lügen nicht“ bekannte Dylan Minnette gibt seiner Band Wallows, die in ihrer Urform bereits seit 2011 besteht, schon länger den Vorzug, und das mit Erfolg. Die beiden bisherigen Alben servierten sympathischen Gitarren-Pop, so eingängig wie – ab und an – expertimentierfreudig, vom einen oder anderen Streaming-Hit begleitet. Mehr davon setzt es nun auf „Model“, für das sich das Trio nach eigenen Angaben deutlich lockerer machte und auf seine Instinkte baute.

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