Schlagwort: Indie Pop

Miel De Montagne

Miel De Montagne – Ouin Ouin

Miel De Montagne ist der etwas unbekannte Meister der feinsinnigen Indie-Pop-Hymnen. Die Songs des 28jährigen Franzosen werden millionenfach gestreamt und vermitteln herrliche Leichtigkeit, von sympathischer Elektronik und unverschämt eingängigen Melodien begleitet. Hier darf Pop noch Pop sein, ohne unnötige Coolness auszustrahlen – obwohl genau das wunderbar gelingt. Auch auf dem neuesten Album „Ouin Ouin“ finden lässiges Augenzwinkern sowie ehrliche, aus dem tiefsten Inneren empfundene Emotionen auf herrlich sympathische, energische Weise zusammen.

Weiterlesen
Perfume Genius

Perfume Genius – Glory

Ein Außenseiter, der His People gefunden hat. Ein Songwriter, der wie ein solcher klingen wollte. Mike Hadreas interpretiert Perfume Genius immer so, wie es gerade passt und Sinn macht, gerne mal unvorhergesehen und komplex, doch stets von greifbarer Schönheit durchzogen. Davon gibt es auf dem nunmehr siebten Studioalbum mehr denn je, und Zeit ist es geworden. „Glory“ setzt sich offensiv mit eigenen Ängsten und der Paranoia des Zeitgeists auseinander, fühlt sich aber zugleich in seinem gewachsenen musikalischen Umfeld, mit einer starken Band und wichtigen Partnerschaften, wohler denn je.

Weiterlesen
Anna Hauss

Anna Hauss – Unknown Waters

Die Ungewissheit ist ein spannender, reizvoller Ort für Anna Hauss. Folk, Pop, Jazz und von Soul unterstützter Singer/Songwriter-Sound stattete bereits ihren starken Einstand „How Long Is Now“ aus, der sich mit Bedächtigkeit auseinandersetzte. In seiner Fortsetzung thematisiert die in Berlin geborene Musikerin den Rückzug ins Private sowie die Neugier auf Neues, von turbulenten Zeiten begleitet und beeinflusst. „Unknown Waters“ ist ein Konzeptalbum über das Unbekannte, das zugleich die musikalischen Möglichkeiten und das Songwriting Hauss‘ genauestens und konzentriert auslotet.

Weiterlesen
Bartees Strange

Bartees Strange – Horror

Der durchaus offensive Umgang mit Ängsten gehört für Bartees Strange quasi zum guten Ton – bei einem erklärten Horrorfan keine große Überraschung. Und doch geht es nicht unbedingt um Gruseln und Jumpscares, sondern um eine Welt, die nicht immer durch erklärte Freundlichkeit glänzt. Als junger, queerer, schwarzer Mensch waren die ländlichen USA gewiss nicht der einfachste Ort. Letztlich waren Gruselfilme ein wertvolles Hilfsmittel zur Vorbereitung auf den Alltag. Und der ist anno 2025 selbst in den großen amerikanischen Städten alles andere als eitel Sonnenschein. „Horror“ bringt diese Herausforderungen auf den Punkt und genießt zudem die Freiheit, sich musikalisch einmal mehr vollends auszutoben.

Weiterlesen
Rikas

Rikas – Soundtrack For A Movie That Has Not Been Written Yet

Ein Gefühl der Rastlosigkeit, aber auch der Gemeinschaft begleitete die Arbeiten am zweiten Album der Stuttgarter Alt-Pop-Feinschmecker Rikas. Das Debüt „Showtime“ hat fünf Jahre auf dem Buckel, zwischenzeitlich erschienen zwei EPs, zudem fühlte man sich zwischen verschiedenen Orten hin- und hergerissen. Entsprechend entstanden die Songs an verschiedenen Plätzen, unter anderem Los Angeles und Amsterdam, bevor letztlich in Berlin aufgenommen wurde. Und doch fällt „Soundtrack For A Movie That Has Not Been Written Yet“ charmant, sonnig und bewegend aus, getrieben und sanftmütig zugleich.

Weiterlesen
Canty

Canty – Dim Binge

Vor etwas über einem Jahr änderte sich das Leben von Canty grundlegend. Plötzlich fühlten sich die Beine des Multitalents aus East London taub an. Die Diagnose lautete auf ‚Multiple Sklerose‘, und doch kein Grund, langsamer zu machen. Nach mehreren Songs und Kleinformaten steht nun ein erstes Mixtapes in den Startlöchern, das Altes mit Neuem vermengt, offensiv mit der neuen, eigenen Realität umgeht, aber auch früheste Erinnerungen interpretiert. „Dim Binge“ entstand in einem ‚epischen Anfall von Kreativität‘, wie Canty es nennt, begleitet von einem Buch mit eigenen Designs und Zeichnungen.

Weiterlesen
C Duncan

C Duncan – It’s Only A Love Song

Als alter Romantiker war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis C Duncan dieses Album aufnehmen würde. Der schottische Singer/Songwriter und Multi-Instrumentalist spielt seit jeher liebend gerne mit Arrangierungen und Streichereinsatz, ließ diesen auf den vier bisherigen Platten bewusst viel Raum zur freien Entfaltung. Dieses Mal schärft der klassisch ausgebildete Musiker seinen Blick jedoch und konzentrierte sich auf dichte Texturen voller Herz und Retro-Appeal. „It’s Only A Love Song“ bezieht sich auf Duncans eigene romantische Erfahrungen, nicht zuletzt von der kürzlichen Hochzeit mit seinem Langzeitpartner inspiriert, wie auch auf Verlust und Herzschmerz.

Weiterlesen
AWKWARD i

AWKWARD i – Unalaska

Pläne für ein neues Album von AWKWARD i hatte Djurre De Haan schon lange. Dass es letztlich fast sieben Jahre dauern sollte, ist, wie so oft, verschiedenen äußeren Umständen geschuldet. Unter anderem galt es zuletzt vor allem, eine Fülle an Auftrags- und Soundtrackarbeiten für Theater- und Filmproduktionen abzuarbeiten. Dennoch gab es stets eine gewisse Sehnsucht, sich einen Freiraum, einen anderen kreativen Ort zu schaffen, um zu den musikalischen Wurzeln zurückzukehren. Im eigenen Studio aufgenommen, widmet sich „Unalaska“ der De Haan’schen DNA und betont eine gewisse, nach wie vor schillernde und sympathisch bunte Idylle.

Weiterlesen
School Of X

School Of X – Seventh Heaven

Sehr plötzlich und unvermittelt fand sich Rasmus Littauer in einer kreativen Sackgasse wieder. Nach zwei spannenden Alben wollte er musikalische Wiederholungen vermeiden, verwarf das bisherige Material und beschloss, sein School Of X-Team zu erweitern. Unter anderem holte sich der Däne dieses Mal bewusst produzierende Hilfe von außen, zudem ließ er sich im Studio von einer neuen Band begleiten, die das Live-Feeling einfangen sollte. „Seventh Heaven“ möchte sich hingegen mit dem Zustand des reinen Glücks befassen, ob dieser überhaupt möglich ist und wie man diesen erreichen kann.

Weiterlesen
Market

Market – Well I Asked You A Question

Songwriter, Produzent und Multi-Instrumentalist Nate Mendelsohn hält von Stillstand herzlich wenig. Zuletzt arbeitete er unter anderem für und mit Sam Evian, Vagabon und JW Francis, hat aber ebenso einen eigenen Solo-Schauplatz mit Band am Start. Als Market realisiert er verschiedenste Ideen, meist irgendwo zwischen Folk, Dream-Pop und etwas Singer/Songwriter angesiedelt. Für den Nachfolger von „The Constant Brutal Bullshit Gong“ wurden einfach bisher eingesetzte Klänge betont erweitert und in neue Richtungen gedrängt, ohne auch nur annähernd mit dem eigenen Schaffen zu brechen. Entsprechend groß und doch intim zeigt sich „Well I Asked You A Question“.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?