Schlagwort: Indie Pop

Cut Words

Cut Worms – Cut Worms

Auf seinem mittlerweile dritten Album setzt Max Clarke aka Cut Worms seine Entdeckungsreise durch Pop-, Indie- und Singer/Songwriter-Klänge fort. Nach „Nobody Lives Here Anymore“ wollte der New Yorker seinen Sound komplett entschlacken, zugleich jedoch Erinnerungen an längst vergangene musikalische Tage wecken. Retro und doch im Hier und Jetzt verhaftet, schlägt er gleich mehrere Brücken. Sein neuestes Werk heißt einfach nur „Cut Worms“ und wurde ausnahmsweise in diversen Studios sowie mit einer Fülle an Freunden und Kollegen eingespielt.

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Gus Dapperton

Gus Dapperton – Henge

Die Lockdown-Jahre waren für Gus Dapperton unerwartet spannend. Mit „Orca“ erschien ein betont ungeschöntes, introvertiertes Soloalbum, zudem landete er mit BENEE einen Überraschungshit: „Supalonely“ konnte seither mehr als eine Milliarde Streams verzeichnen und wurde mit Doppel-Platin ausgezeichnet. Nach diversen Tracks und Kolllaborationen, u. a. mit Surf Mesa, Easy Life und Foster The People, unterschrieb Dapperton bei Warner Records für sein drittes Album. „Henge“ nimmt etwas Abstand von Live-Instrumentierung und bemüht sich zugleich um konzeptuelle Kunst, die dennoch das Einzelsong-Format unterstützt.

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The Japanese House

The Japanese House – In The End It Always Does

Ende 2021 erfuhr Amber Bain einen kreativen Schub und widmete sich mit Rückenwind einem zweiten Album als The Japanese House. Dieses entstand in Zeiten des privaten Umbruchs, von einem Umzug und einer polyamorösen Beziehung, die zunächst zum Zweiter-Paar schrumpfte und Bain in eine neue häusliche Situation zwang, bevor schließlich auch dieser Nukleus Vergangenheit war, angetrieben. Gemeinsam mit so illustren Künstlern wie Matt Healy und George Daniel (The 1975), Katie Gavin (MUNA) und Justin Vernon (Bon Iver) entstand das noch eine Spur poppigere „In The End It Always Does“.

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Portugal. The Man

Portugal. The Man – Chris Black Changed My Life

Fast auf den Tag genau sieben Jahre nach ihrem Durchbruchsalbum melden sich Portugal. The Man zurück. Wobei, so ganz ‚weg‘ waren sie so und so nicht, entwickelte sich doch „Woodstock“ zum Sleeper-Hit, nicht zuletzt aufgrund des globalen Charterfolgs der Single „Feel It Still“. Grammy-Auszeichnungen, ausführliche Tourneen und Fernsehauftritte führten das Sextett um die Welt. Nun, im zwanzigsten Jahr ihres Bestehens, müsste der Druck enorm geworden sein. Davon hört man allerdings herzlich wenig, denn „Chris Black Changed My Life“ – einem 2019 verstorbenen guten Freund der Band gewidmet – konsolidiert den Sound auf hohem Niveau.

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Der Blum

Der Blum – Was bleibt

Als Tieftöner und Co-Autor von Judith Holofernes sowie langjähriges Mitglied von Tele prägte Klang- und Wortschmied Jörg Holdinghausen die deutsche Indie- und Pop-Szene der letzten beiden Jahrzehnte, wenngleich bevorzugt aus dem Hintergrund kommend. Mit seinem Projekt Der Blum soll sich das ändern. Gemeinsam mit Benno Schmitz am Saxofon setzt es große Lyrik und anspruchsvolle, gerne mal etwas vertrackte Musik mit Pop-Chic. „Was bleibt“ erweist sich als komplexes, eigenwilliges und angenehm charmantes Wunderwerk.

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Ben Howard

Ben Howard – Is It?

Im Frühling des Vorjahrs erlitt Ben Howard zwei Mini-Schlaganfälle, während denen er weder klar denken noch verständliche Sätze formulieren konnte. Nach einem Monat im Krankenhaus mit Tests ohne eindeutigem Ergebnis zog es ihn samt Band nach Frankreich, um neue Musik aufzunehmen. Es war brütend heiß, die Klimaanlage gab den Geist auf, und aufgrund der gesundheitlichen Belastung der letzten Monate verbrachte der britische Singer/Songwriter viel Zeit schlafend. Das hört man dem Nachfolger seines zweiten britischen Nummer-Eins-Albums „Collections From The Whiteout“ (das dritte Top-20-Werk in Deutschland in Folge) jedoch kaum an. „Is It?“ setzt sich mit der Absurdität einer beängstigenden Zeit offensiv und zugleich fragmentiert auseinander.

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Bayonne

Bayonne – Temporary Time

Die letzten Jahre waren für Roger Sellers aka Bayonne besonders schwer. Die Krebsdiagnose und der anschließende Tod seines Vaters, das Ende einer wichtigen Beziehung sowie der Kampf mit Angstzuständen und Depressionen führte zur intensiven Auseinandersetzung mit innerer Trägheit und letztlich zur einer kompletten Umstellung des musikalischen Schaffensprozesses. „Temporary Time“ bezieht die Kraft für Sellers‘ Pop-Visionen aus den Untiefen der Seele und geht zugleich mehr denn je in synthetischen Alternativen-Gefilden auf.

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DOTE

DOTE – feelings

Vom Feeling her haben DOTE ein gutes Gefühl. Die vier Nordessener kennen sich vom Chor und/oder vom Schulhof, und beschlossen vor sechs Jahren, gemeinsam Musik zu machen. Und die ist vornehmlich in legeren bis verträumten Pop-Gefilden mit deutlicher Indie- und Retro-Schlagseite verhaftet – verwaschen, ohne dabei gekünstelt zu wirken; eingängig, ohne mit voller Absicht ins Radio zu drängen. Dieses Rezept geht auf und führt num ersten Album des Quartetts. „feelings“ befasst sich mit Gefühlszuständen und Gefühlsregungen aus verschiedenen Blickwinkeln.

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Everything But The Girl

Everything But The Girl – Fuse

Plötzlich wieder da, als wäre nichts gewesen: Im Jahr 2000 verabschiedeten sich Everything But The Girl am Höhepunkt. Tracey Thorn zog sich zunächst ins Private zurück und veröffentlichte ein paar Solowerke, während Ben Watt unter anderem als Produzent, DJ, Remixer und Label-Chef tätig war. Ende vergangenen Jahres kündigte das Ehepaar ein Comeback an. Beide sind mittlerweile 60, scheinen allerdings in einen kreativen Jungbrunnen gefallen zu sein: „Fuse“ verschließt sich keinsfalls vor der Moderne, bemüht sich aber ebenso auf den Sound nach den Remix von „Missing“ zwischen folkiger Indie-Akustik und wuchtiger Elektronik mit Deep-House-Einschlag.

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Matt Holubowski

Matt Holubowski – Like Flowers On A Molten Lawn

Zig Millionen Streams, Musikpreise, Goldene Schallplatten, große Tourneen und Festival-Auftritte sowie prominente Fans: Für Matt Holubowski läuft es. Der kanadische Singer/Songwriter spielt mit Genres und Erwartungen, greift tief auf das Persönlichste zu und genießt zudem überaus kreative Phasen, in denen er exzessiv an neuer Musik arbeitet. Für seine neueste Platte wolle er einfache Melodien mit möglichst komplexen Arrangements kombinieren, sodass man sich das Ergebnis immer wieder anhören möchte, um neue Details zu entdecken. Exakt das gelang prima mit „Like Flowers On A Molten Lawn“.

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