Schlagwort: Indie Rock

Death Bells

Death Bells – Between Here & Everywhere

Will Canning und Remy Veselis eroberten erst den australischen Untergrund, bevor es sie in die weite Welt hinauszog. Die ersten beiden Alben als Death Bells waren ein voller Erfolg, der auch außerhalb der Heimat für Furore sorgte. Mittlerweile wohnt man in Los Angeles und nutzte das neue Umfeld als Inspiration für neue Musik. Wie auch die Musik, sagen sie, ist dieses frische Zuhause gleichermaßen erschütternd wie hoffnungsvoll, oft in derselben Sekunde. „Between Here & Everywhere“ bemüht sich um besagtes Wechselspiel mit einem Noir-Sound, dessen Intimität auf einem Pulverfass der Emotionen reitet.

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Entropy

Entropy – Death Spell

Ihr erstes Album war ein kleiner Leckerbissen, nun wird nachgelegt: Entropy debütierten vor zwei Jahren auf „Liminal“ mehr als erfolgreich mit ihrem nostalgischen und doch fest im Hier und Jetzt verankerten Sound. Irgendwo zwischen Indie, Alternative, Noise, Punk und Shoegaze steckte Hans Frese sein Territorium ab und ließ die Emo-Vergangenheit zumindest teilweise hinter sich. Nun folgt eine kleine EP hinterher, welche letzte metallische Untertöne austreibt und sich dem vollkommenen Schwelgen hingibt. „Death Spell“ tankt sich in drei Kapiteln durch die (frühen) 90er.

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Dawes

Dawes – Misadventures Of Doomscroller

Nach über einem Jahrzehnt im Dienste von Americana, Folk und Indie brauchten Dawes einen Tapetenwechsel. Dabei ging es weniger um einen veränderten Sound als um einen frischen Ansatz. Wo man bislang nach eigenen Angaben minimalistisch unterwegs war, ist nun das Gegenteil der Fall. Die Songs sollen leben und atmen, ohne dabei über die klassische LP-Länge hinauszuschießen. Heißt also, dass das Material deutlich länger und lebendiger ausfallen soll, mit ’nur‘ sieben Songs auf der Tracklist und durchaus epischen Spielzeiten. „Misadventures Of Doomscroller“ bleibt dennoch dem eigenen Grundsound treu.

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Interpol

Interpol – The Other Side Of Make-Believe

Die Umstände veränderten die Vorzeichen bei Interpol. Ausnahmsweise traf man sich nicht in einem Raum, um Songs live auszuarbeiten, sondern schickte sich Ideen hin und her, entwickelte Skizzen und bemühte zudem einen neuen Fokus. Natürlich hätten die etatmäßigen Noir-Themen prima zum Hier und Jetzt gepasst, doch wollte es sich das Trio nicht so einfach machen. Paul Banks schrieb lieber über Hoffnung, Anstand und Edelmut in schwierigen Zeiten, begleitet von einer neuen musikalischen Offenheit. Auf „The Other Side Of Make-Believe“ stellen sich Interpol quasi erneut vor.

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Cadet Carter

Cadet Carter – Anthems For The Weak

Und sie wachsen weiter: „Perceptions“ katapulierte Cadet Carter in die iTunes-Download-Charts sowie ins Vorprogramm von Basement und Touché Amoré. Auf diesen Lorbeeren könnten sich die Wahl-Münchener natürlich prima ausruhen, tun sie aber – selbstverständlich – nicht. Stattdessen suchen sie mit ihrem Emo-Punk neue Wege der Nachdenklichkeit, um mit der eigenen Vergangenheit sowie mit einer ungewissen Zukunft zurande zu kommen. „Anthems For The Weak“ bemüht sich um den Mut der Verzweiflung und Zweckoptimismus mitten in der Ungewissheit.

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Mush

Mush – Down Tools

Sarkastisch, künsterlisch wertvoll, wunderbar eigenwillig: Mit ihren ersten beiden Alben richteten sich Mush häuslich ein im Hinterstübchen der beklemmenden Empfindsamkeit, begleitet von zynischen Kommentaren und Art-Rock-Sinnsuche mit Noise-, Indie- und Post-Punk-Unterstützung. Ihre dritte Platte in ebenso vielen Jahren will sich von den engmaschigen Stimmungen und Texturen auf „Lines Redacted“ entfernen und musikalisch deutlich mehr versuchen. Entsprechend geht „Down Tools“ als logische Weiterentwicklung mit hypnotisierender Vielschichtigkeit durch.

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Berries

Berries – How We Function

Nach mehreren Singles und EPs schienen Berries mitten in der Pandemie gestrandet – voller Energie, aber doch eingesperrt. In dieser düstersten Zeit unterschrieben die drei Londonerinnen einen Deal bei Xtra Mile und waren plötzlich wieder voller Elan. Einige weitere Songs später liegt nun das erste Album vor, das den mittlerweile vertrauten Mix aus Garage Rock, Noise, Jangle, Indie und Grunge mit wachsender Begeisterung kultiviert. „How We Function“ ist ein Triumph über die schweren Zeiten im Leben und bemüht Empowerment, während man sich gleichzeitig mit der eigenen psychischen Gesundheit auseinandersetzt.

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Pleil

Pleil – Keine Zeit

Unorthodoxe Faszination begleitete „Die Spur des Kalenders“, das erste Solowerk des Veteranen Marco Pleil. Der Lo-Fi-Ansatz – E-Gitarre, Stimme und Distortion allein im weiten Raum – schlug im Frühjahr 2020 ein, passte zu den damals noch neuen Umständen einer isolierten Welt. Live bleibt Pleil diesem Konzept treu, will auf Platte allerdings nun sämtliche Grenzen einreißen. Experimente sind willkommen, Elektronik erhält eine prominente Rolle, ohne dabei den ursprünglichen Sound ad acta zu legen. Der Musiker hat „Keine Zeit“ und tankt sich durch zwölf Songs in unter einer halben Stunde.

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van Kraut

van Kraut – bleiben

Die Politik hat Pause: Auf „Zäune aus Gold“ legten van Kraut den Finger in die Wunde. Das war vor drei Jahren, vor einer gewaltigen Pandemie und nicht minder mächtigen Umwälzungen. Songwriter und Mastermind Christoph Kohlhöfer widmet sich dieses Mal der Introspektive und erzählt eine Art Zyklus des Scheiterns in Form eines Minialbums. „bleiben“ dreht sich um vergebene Chancen, spielt sich zwischen dem Aufstehen und letztlichen Vergeigen ab. Und doch kann das Private nie komplett unpolitisch bleiben.

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Mt. Joy

Mt. Joy – Orange Blood

Zahlreiche kleine Radiohits und sogar ein erster Chart-Einstieg in den USA mit „Rearrange Us“: Mt. Joy schwimmen auf einer kleinen Welle des Erfolgs. Nach ihren erfolgreichen ersten beiden Alben zog sich das Songwriter-Duo Matt Quinn und Sam Cooper allerdings in die Wüste zurück. Die erhoffte Tour wurde vom Weltgeschehen gestoppt und nach dem Breakup-Flair des letzten Werks suchte man nach neuen Wegen. Die Farbe Orange wurde zum steten Begleiter, zum Symbol des Wunsches nach einer deutlich positiveren Platte, die selbst mitten im Verfall die Schönheit des eigenen Umfeld erkennen wollte. „Orange Blood“ setzt den Reigen an unverschämt guten Alben gekonnt fort.

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