Schlagwort: Post Punk

Yard Act

Yard Act – Where’s My Utopia?

Mit einem kurzweiligen ersten Album, das sofort aus Post-Punk-Sphären auszubrechen versuchte, sorgten Yard Act vor zwei Jahren für Furore. Platz 2 in den britischen Album-Charts und eine Mercury-Prize-Nominierung für „The Overload“, zudem umjubelte Shows – das war schon mal nicht schlecht. Musikalisch möchte man allerdings tunlichst nicht auf der Stelle treten und lässt nun ganz offen die Liebe zu vielen anderen Klängen einfließen. Gemeinsam mit Remi Kabaka Jr. (Percussionist und Producer der Gorillaz) gebastelt, wagt „Where’s My Utopia?“ in so ziemlich jeder Hinsicht einen spannenden Sprung nach vorne.

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Klez.e

Klez.e – Erregung

Vor gut sieben Jahren veröffentlichten Klez.e mit „Desintegration“ das beste Cure-Album, dass Robert Smith und Konsorten seit gefühlter Ewigkeit nicht hinbekommen. Während die Briten immer noch auf neues Material warten lassen, melden sich Tobias Siebert, Daniel Moheit und Filip Pampuch endlich mit Nachschub zurück. Der hätte eigentlich schon viel früher kommen sollen, denn nach zwei Tourneen entstanden etwa 50 Demos im Proberaum. Dann aber die Pandemie, die Lockdowns, die erzwungende Distanz und damit die künstlerische Pause, von Nebenschauplätzen und dem, was man so ‚Leben‘ nennt, ganz abgesehen. Nun landet „Erregung“ doch und setzt den eingeschlagenen Weg gekonnt fort.

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The Holy

The Holy – Ländmark

Nicht nur in ihrer finnischen Heimat gelten The Holy seit geraumer Zeit als Geheimtipp. Bereits mit ihrem 2018 erschienenen Einstand „Daughter“ rannten sie samt ihrem Mix aus Post Punk, Krautrock, Indie und Alternative offene Türen ein, von allerlei Festival-Auftritten in ganz Europa mal abgesehen. Mittlerweile, unter anderem zwischenzeitlich durch Lockdowns ausgebremst, sind sie bereits bei ihrem dritten Album, das sämtliche Versprechen der bisherigen Releases mit wachsender Begeisterung einlöst. „Ländmark“ entpuppt sich als wilde, brodelnde Tour de Force voller unnahbarer, widersprüchlicher Gefühle.

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Meltheads

Meltheads – Decent Sex

Einer der heißesten Live-Acts Belgiens bündelt seine geballte Wucht endlich auf Platte. Meltheads legen seit einigen Jahren diverse Benelux-Bühnen mit ihrem wilden Mix aus Garage Punk, Indie, Post Punk und Rock’n’Roll in Schutt und Asche, ihre bisherigen Singles hallen immer noch nach. Nach einer Support-Tour für dEUS, die sie unter anderem nach Deutschland, Frankreich und Großbritannien brachte, startet nun die nächste große Offensive. „Decent Sex“ ist ihr Einstand auf Albumlänge, der es tatsächlich schafft, die rebellische, abgedrehte Energie ihrer Shows standesgemäß festzuhalten.

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Dead Years

Dead Years – Night Thoughts

Entspannung? Ruhephase? Erholung? Häufig ist Schlaf alles andere als das. Mit diesem Thema befassen sich Dead Years aus Bielefeld auf ihrem zweiten Album. Das Trio zockt geschmackvollen düsteren Post Punk mit deutlichem 80s-Einschlag, dessen raue, zugleich geschmackvolle Präsentation Urinstinkte anspricht. Nun also „Night Thoughts“, das sich mit Gedankenspielen in schlafferen Zeiten befasst, wenn Leere einsetzt, es zu spuken scheint, man sich komplett verloren fühlt – ein etwas anderes, gekommt beklemmendes Konzeptwerk mit feinen Widerhäkchen.

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Tics

Tics – Flash Language

Man muss nicht unbedingt das Rad neu erfinden, um gute Musik zu machen. Tics aus Köln wissen um die Wurzeln ihres Sounds, der sich wunderbar auf eine Linie mit britischen Post-Punk-Urgesteinen bringen lässt. Anstatt sich hier umständlich um neue Facetten zu bemühen, rückt das Quartett den Song an sich in den Mittelpunkt und schreibt lieber starke, unwiderstehliche Melodien. Das äußert sich auch im Titel ihres nunmehr vierten Albums: „Flash Language“ beschreibt eine erweiternde oder ergänzende Sprachvarietät, die ohne ihre Originalsprache nicht existieren könnte – so etwas wie eine Räubersprache, wenn man so will.

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Sprints

Sprints – Letter To Self

Das neue Jahr ist nur wenige Tage alt und hat bereits sein erstes musikalisches Glanzlicht. Sprints aus Irland entwickelten ihre ureigene Punk-Vision über mehrere Jahre, unter anderem von einem Savages-Auftritt im Jahr 2016 inspiriert. Die bisherigen Kleinformate sind inzwischen begehrte Sammlerstücke und zeigen eine Band, die sich schrittweise fand, was sich nicht nur in den betont persönlichen, ehrlichen Lyrics von Karla Chubb zeigt. Nunmehr bei City Slang unter Vertrag, gelingt mit dem ersten regulären Album „Letter To Self“ ein absoluter Volltreffer.

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Egyptian Blue

Egyptian Blue – A Living Commodity

Von Foals auf Europa-Tournee mitgenommen, von Idles auf eine eigens kurierte Glastonbury-Bühne eingeladen: Bei solch prominenten Fans sind die Erwartungen an Egyptian Blue durchaus hoch. Das Quartett aus der britischen Kleinstadt Colchester in Herzen von Essex veröffentlichte zwei EPs, bevor die Welt eine Pause einlegte und das Momentum kurzzeitig einschlief. Man schrieb weiterhin Songs, dann kamen aus dem Nichts die einleitend erwähnten Live-Möglichkeiten und plötzlich ist das erste Album da. „A Living Commodity“ folgt den Post-Punk-Ansätzen der bisherigen Kleinformate und denkt diese zugleich um mehrere Ecken.

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Voodoo Beach

Voodoo Beach – Wonderful Life

Voodoo Beach standen vor dem Abgrund. Nach mehreren Line-up-Wechseln stand der harte Kern um Drummerin Josephine Oleak und Bassist John-H. Karsten plötzlich ohne Sängerin und Gitarristin da, wollte die Band schon zu Grabe tragen. 18th Day-Gründungsmitglied Heike Rädeker bekam davon Wind, schloss sich dem Duo sofort an und sorgte für die erhoffte Rettung. Nicht nur das, in dieser neuen Besetzung sprudelten die Ideen geradezu aus Voodoo Beach heraus und hievten den ohnehin offenen Sound in neue Sphären. „Wonderful Life“ gibt sich experimenteller und zugänglicher denn je.

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Brother Grimm

Brother Grimm – The End

Der Bruder hat Brüder mitgebracht: Aus dem Soloprojekt Brother Grimm ist nun eine Band geworden. Charlie Paschen von Coogans Bluff und Enni Semmler von Kaskadeur wirken nun aktiv mit, was Dennis Grimm natürlich neue musikalische Möglichkeiten mit auf den Weg gab. Zwei Gitarren, ein Schlagzeug und eine Stimme machen den ohnehin knackigen, eigenbrötlerischen Sound noch eine Spur schräger, aber auch härter und direkter, weiterhin minimalistisch veranlagt. Irgendwo zwischen stetem Widerspruch und komplettem Wahnsinn macht es sich „The End“ bequm und demonstriert recht eindrucksvoll, dass ein vermeintliches Ende zugleich ein prima Anfang sein kann.

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