Schlagwort: Post Punk

ZAHN

ZAHN – Adria

Zweites Album, schwerstes Album? ZAHN können darüber nur herzlich lachen und klatschen einfach einen XXL-Brocken hin. Das Trio um Mitglieder so illustrer Formationen wie Heads. und Muff Potter widmet sich nach wie vor rein instrumentalen Klängen, vornehmlich im Noise Rock verhaftet, von krautigen und jazzigen Tönen, etwas Post Punk und Elektronik gekonnt unterstützt. Ihr neuestes Werk umfasst gleich mal 80 Minuten, auf zwei Tonträger aufgeteilt, so eigentümlich wie zugänglich. „Adria“ soll die banalen Aspekte eines Urlaubs aufs Parkett holen, wie endlose Autobahnen, leicht schmuddelige Raststätten und heruntergekommene Campingplätze. Die Schönheit liegt freilich im Detail.

Weiterlesen
Leto

Leto – Leben und tot

Keine Zeit für Floskeln, für Verstecken, für unklare Verhältnisse: Nach ihren starken ersten beiden Alben orientieren sich Leto neu und lassen ihren Bandnamen zugleich in den Titel ihres neuesten Werks einfließen. Verwirrende und verschachtelte Textfragmente haben hier definitiv nichts mehr zu suchen, zudem bricht man mehr und mehr aus gängigen Post-Punk-Erwartungen aus, während sich der lyrische Blick weiter auf das Selbst und die eigene Umgebung legt. „Leben und tot“ stellt in jeder Hinsicht eine kräftige, beherzte Öffnung dar, härter und deutlicher auf allen Ebenen, was dem Quartett aus Hamburg wunderbar bekommt.

Weiterlesen
Spunsugar

Spunsugar – A Hole Forever

Wäre man zynisch veranlagt, man würde die Präzision, mit welcher Spunsugar sich diversen aktuellen Alternative-Trends widmen, genüsslich sezieren. Klar, Post Punk ist eh seit gefühlt ewig wieder en vogue, Shoegaze kam in den letzten Jahren wieder hinzu. Gepaart mit beklemmender Düsternis und poppiger bis elektronischer Süße, entsteht ein drückender und doch zurückgelehnter Sound, der abstößt und sich himmlisch anschwiegt. All das und noch viel mehr packen die Schweden auf „A Hole Forever“, das jedoch – und das wird sehr, sehr schnell deutlich – mit Trendreiterei herzlich wenig am Hut hat und eine angenehm eigene Handschrift trägt.

Weiterlesen
Culk

Culk – Generation Maximum

Alles vorbei, alles zu spät? Culk wollen eine Generation unterstützen, die den drohenden Untergang durch positive Ansätze zu verhindern versucht, während sie jene verteufeln, die für die Finalität des Seins verantwortlich sind. Dieser drastische Ansatz passt wie Faust aufs Auge zum Wiener Quartett, das mit seinen ersten beiden Alben beklemmende wie faszinierende Volltreffer landete, die Publikum wie Feuilleton begeistern konnten, zuletzt sogar die Jahres-Top-5 des Spiegel eroberte. Nun also „Generation Maximum“, das den desolaten wie verführerisch bekömmlichen Ansatz vorantreibt und den Finger feste in die Wunde drückt.

Weiterlesen
The Clockworks

The Clockworks – Exit Strategy

Sind die Zeiten der großen The-Bands eigentlich schon vorbei? Zumindest The Clockworks hat offenkundig niemand etwas davon gesagt, wobei das im irischen Galway gegründete und nunmehr in London ansässige Quartett von etwaiger Hype-Presse herzlich wenig hält. Nach einigen gefeierten Singles nahm man das erste Album mit Produzenten-Veteran und Ex-Suede-Gitarrist Bernard Butler auf, unter anderem in den legendären Abbey Road Studios, nur um das Ergebnis in Eigenregie zu veröffentlichen. „Exit Strategy“ verbindet Indie, Alternative, Pop, Rock und Post Punk mit einer nostalgisch angehauchten Konzeptplatte voller spannender Figuren mit einem Protagonisten, der von Galway noch London zieht. Welch Zufall.

Weiterlesen
Knud Voss

Knud Voss – mono

Aus dem schönen Schleswig-Holstein melden sich neue angehende Meister des scheuklappenlosen Punk. Post und andere Präfixe begleiten den Sound von Knud Voss, die 2020 mit dem in Eigenregie entstandenen „Capristube“ erstmals auf sich aufmerksam machten. Inzwischen griff Flight13 zu und gibt den tanzbaren, kratzbürstigen, ab und an synthetischen Ideen des Quartetts eine verdiente Bühne. „mono“ reißt letzte Genre-Grenzen mit Wonne ein, packt Scheuklappen in den hintersten Winkel und schüttelt nebenher den einen oder anderen kleineren Hit aus dem Ärmel.

Weiterlesen
The Native Cats

The Native Cats – The Way On Is The Way Off

Bass und Schlagzeug, Gesang und Elektronik: Mit diesem einfachen wie Grenzen sprengenden Mix konnten sich The Native Cats nicht nur in ihrer australischen Heimat als Kultband etablieren. Der eigenwillige Post-Punk-Ansatz des Duos schwappt immer wieder – auf mehr oder minder bekömmliche Weise – über die Landesgrenzen. Ihr fünftes Album zog sich allerdings, denn die in Australien überaus heftige Lockdown-Isolation ging an die Substanz. Die kreativen Herausforderungen von Einsamkeit und Distanz nahm man jedoch mutig an und entschied sich, musikalisch wie textlich noch mehr zu versuchen. Davon profitiert „The Way On Is The Way Off“ hörbar.

Weiterlesen
Isoscope

Isoscope – Conclusive Mess

Nachdem die angenehm chaotische Unruhe ihres Erstlings „Ten Pieces“ vor etwa eineinhalb Jahren ein zweites Leben erhielt, legen Isoscope nun tatsächlich ein zweites Album nach. Das Berliner Quartett spielt mit Klängen und Schubladen, die sich durch Post und Punk, Noise und Kraut, Indie und Alternative tanken, um nur einige sehr grundlegende Referenzen zu nennen. Dabei geht die sehr klare politische und gesellschaftliche Position – die Musiker*innen zählen zur Gründungszelle des für FLINTA engagierten GRRL NOISY-Kollektivs – der Scopes etwas zu Unrecht unter. Entsprechend lohnt es sich, bei „Conclusive Mess“ nicht nur auf den musikalischen Wahnsinn zu achten.

Weiterlesen
interna

interna – Nach außen konziliant

Neue Band mit ordentlich gemeinsamer Erfahrung: Die drei Musiker von interna kennt man zu je zwei Drittel von Keine Zähne im Maul aber La Paloma pfeifen und Sie kamen Australien, mit Bassist Lars Stuhlmacher als gemeinsamer Nenner. Wenig überraschend fällt die gemeinsame Band laut und energisch aus, zeichnet konkrete und zugleich abstrakte Bilder, während rundherum ein wilder musikalischer Mix zwischen Post Punk, Noise und Indie Rock tänzelt, ab und an sogar im wahrsten Sinne des Wortes. „Nach außen konziliant“ ist ihr fabulöser Einstand auf Albumlänge.

Weiterlesen
PEACH

PEACH – PEACH

Gäbe es PEACH nicht, man müsste sie erfinden. Was 2019 beim Ideenaustausch zwischen Desert Rock, Punk und Grunge begann, fand erst zwei Jahre später zu einem vollständigen Line-up und arbeitete sich über die Distanz voran. Das Quartett aus dem britischen Bristol vermengt die Wüste mit Noise, mit Post Punk und etwas Alternative – scharfkantig, abgehangen, zugleich frontal und forsch. Rund um Frontfrau Ellie Godwin (No Violet) entstand ein Album, das sich mit Veränderungen, mit Grenzen und mit plötzlichen Einsichten in Beziehungen offensiv auseinandersetzt. Schlicht „PEACH“ betitelt, setzt es einen furiosen Nackenschlag in neun Kapiteln.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?