Schlagwort: Post Punk

Love A

Love A – Meisenstaat

Lang ist’s her, über fünf Jahre: Love A hatten sich zumindest auf Platte rar gemacht. Man genoss die Möglichkeit, sich auf die Musik zu konzentrieren, und veröffentlichte zwischendurch mit diversen Nebenschauplätzen, wie Trixsi und The Dead Sound. Nun will es das Quartett aus Trier wieder wissen und bemüht frische Ansätze im vertrauten Gewand. Man verzichtete auf Einflüsse von außen und nahm alleine in lockerer Proberaum-Atmosphäre auf, einzig der Mix wurde ausgelagert. Musikalisch halten Hall und Härte Einzug, bemühen mehr Breite, ohne auf die vertraute Resignation zu verzichten. „Meisenstaat“ zeigt Love A abermals in bestechender Form.

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LIFE

LIFE – North East Coastal Town

Mit ihren ersten beiden Alben erarbeiteten sich LIFE verdiente Aufmerksamkeit, nun will verfestigt und bestätigt werden. Das Quartett fühlt sich fest in seiner Heimat verankert. Hull, eine Küstenstadt im Nordosten Großbritanniens, prägte Sound, Schaffen und Geschichte der Band. Die neue Platte ist Hull und seinen Bewohnern, der Gemeinschaft und den Kuriositäten gewidmet. „North East Coastal Town“, so der passende Name, konzentriert sich zudem auf das musikalische Erbe des Nordens, das den etatmäßigen Post Punk erweitert und zugleich zu kleineren musikalischen Konflikten führt.

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Joseph Boys

Joseph Boys – Reflektor

Scharfzüngig, scharfkantig – generell einfach irgendwie scharf. Das sind Joseph Boys, eine Band um erfahrene Musiker mit gemeinsamer Spielwiese. Grundsätzlich im Post-Punk angesiedelt, aber gerne rockig bis noisig unterwegs, musiziert das Auge bei diesem Quartett mit. Ganzheitliches Auftreten von den Songtexten über das Artwork bis jin zur Video-Ästhetik unterstreicht lautstarke Wortmeldungen in unbequemen Gefilden. „Reflektor“, ihr neues Album, brettert mit Nachdruck durch emotionale und gesellschaftliche Untiefen, reiht unnahbare Düsternis an unerwartete Eingängigkeit.

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Death Bells

Death Bells – Between Here & Everywhere

Will Canning und Remy Veselis eroberten erst den australischen Untergrund, bevor es sie in die weite Welt hinauszog. Die ersten beiden Alben als Death Bells waren ein voller Erfolg, der auch außerhalb der Heimat für Furore sorgte. Mittlerweile wohnt man in Los Angeles und nutzte das neue Umfeld als Inspiration für neue Musik. Wie auch die Musik, sagen sie, ist dieses frische Zuhause gleichermaßen erschütternd wie hoffnungsvoll, oft in derselben Sekunde. „Between Here & Everywhere“ bemüht sich um besagtes Wechselspiel mit einem Noir-Sound, dessen Intimität auf einem Pulverfass der Emotionen reitet.

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Interpol

Interpol – The Other Side Of Make-Believe

Die Umstände veränderten die Vorzeichen bei Interpol. Ausnahmsweise traf man sich nicht in einem Raum, um Songs live auszuarbeiten, sondern schickte sich Ideen hin und her, entwickelte Skizzen und bemühte zudem einen neuen Fokus. Natürlich hätten die etatmäßigen Noir-Themen prima zum Hier und Jetzt gepasst, doch wollte es sich das Trio nicht so einfach machen. Paul Banks schrieb lieber über Hoffnung, Anstand und Edelmut in schwierigen Zeiten, begleitet von einer neuen musikalischen Offenheit. Auf „The Other Side Of Make-Believe“ stellen sich Interpol quasi erneut vor.

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Mush

Mush – Down Tools

Sarkastisch, künsterlisch wertvoll, wunderbar eigenwillig: Mit ihren ersten beiden Alben richteten sich Mush häuslich ein im Hinterstübchen der beklemmenden Empfindsamkeit, begleitet von zynischen Kommentaren und Art-Rock-Sinnsuche mit Noise-, Indie- und Post-Punk-Unterstützung. Ihre dritte Platte in ebenso vielen Jahren will sich von den engmaschigen Stimmungen und Texturen auf „Lines Redacted“ entfernen und musikalisch deutlich mehr versuchen. Entsprechend geht „Down Tools“ als logische Weiterentwicklung mit hypnotisierender Vielschichtigkeit durch.

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Wu-Lu

Wu-Lu – LOGGERHEAD

In seinen jungen Jahren stand Miles Romans-Hopcraft zwischen zwei Welten: Er wollte Grunger und Chili Pepper sein, stand aber auf Grime- und Jungle-Platten. Irgendwann schloss sich der Kreis der Identitätskrise: Romans-Hopcraft wurde zu Wu-Lu (eine Abwandlung des amharischen Wortes für Wasser) und öffnete seinen ureigenen HipHop-Ansatz für allerlei Einflüsse von Post Punk über Industrial bis Screamo. Das klappte vor sieben Jahren auf „Ginga“ bereits prima und erfährt nun weitere Verfeinerung. „LOGGERHEAD“ – die Unechte Karettschildkröte – wurde zum Spirit Animal und zugleich zum Titel der neuen Platte.

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Petrol Girls

Petrol Girls – Baby

Ren Aldridge möchte sich freischwimmen von den teils selbst auferlegten Zwängen einer politischen Punk-Szene, die zu Moralisierung und Scheinheiligkeit tendieren kann. Kurzum: Die Stimme von Petrol Girls wollte ein gewisses Augenzwinkern in die nach wie vor drastischen Lyrics zurückholen. Ihre kürzlich von London ins steirische Graz gezogene Band nahm dies zum Anlass, den Sound deutlich nuancierter auszulegen. „Baby“, das mittlerweile dritte Album, soll deutlich respektloser ausfallen, weiterhin klare Stellung zu heißen Eisen beziehen und dabei nicht bierernst bleiben.

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van Kraut

van Kraut – bleiben

Die Politik hat Pause: Auf „Zäune aus Gold“ legten van Kraut den Finger in die Wunde. Das war vor drei Jahren, vor einer gewaltigen Pandemie und nicht minder mächtigen Umwälzungen. Songwriter und Mastermind Christoph Kohlhöfer widmet sich dieses Mal der Introspektive und erzählt eine Art Zyklus des Scheiterns in Form eines Minialbums. „bleiben“ dreht sich um vergebene Chancen, spielt sich zwischen dem Aufstehen und letztlichen Vergeigen ab. Und doch kann das Private nie komplett unpolitisch bleiben.

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TV Priest

TV Priest – My Other People

Eine Urgewalt aus London erschütterte Anfang vergangenen Jahres die Szene. TV Priest jagten ihren Erstling „Uppers“ durch den Wahnsinn des Seins und rannten damit offene Türen ein. Die ruppige, rüpelhafte Seite des Post Punk brannte sich mit Wut und Aggression ein. Davon wollte das Quartett allerdings weg. Gerade für Sänger Charlie Drinkwater ging es darum, über andere Themen zu diskutieren, persönliche und intime Dinge aufs Tableau zu bringen, dabei aber auch die politische und gesellschaftliche Lage in ihrer Heimat keinesfalls außer Acht zu lassen. „My Other People“ geht frische Wege mit Nachdruck.

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