Schlagwort: Punk Rock

Knud Voss

Knud Voss – mono

Aus dem schönen Schleswig-Holstein melden sich neue angehende Meister des scheuklappenlosen Punk. Post und andere Präfixe begleiten den Sound von Knud Voss, die 2020 mit dem in Eigenregie entstandenen „Capristube“ erstmals auf sich aufmerksam machten. Inzwischen griff Flight13 zu und gibt den tanzbaren, kratzbürstigen, ab und an synthetischen Ideen des Quartetts eine verdiente Bühne. „mono“ reißt letzte Genre-Grenzen mit Wonne ein, packt Scheuklappen in den hintersten Winkel und schüttelt nebenher den einen oder anderen kleineren Hit aus dem Ärmel.

Weiterlesen
Crime In Stereo

Crime In Stereo – House & Trance

Mit einem Wort: endlich. Endlich sind Crime In Stereo auch im Studio wieder da. Zwar fand man nach der zwischenzeitlichen Auflösung schnell wieder zusammen, abgesehen von einem Compilation-Beitrag 2021 ist das letzte musikalische Lebenszeichen, das letzte Album, aber bereits über 13 Jahre her. Das ändert sich nun endlich und zeigt zugleich eine Band, an der die lange Pause zwar nicht spurlos vorübergegangen ist, die dennoch nichts an Stärke und Strahlkraft einbüßte. Das in Eigenregie aufgenommene „House & Trance“ setzt sich mit der Gegenwart auseinander, wurde ungewollt politisch und fragt sich, welche Rolle Vernunft in Zeiten wie diesen haben kann.

Weiterlesen
The Iron Roses

The Iron Roses – The Iron Roses

Nathan Gray hat wieder mal eine Band am Start, und dieses Mal ergab sich die Angelegenheit ganz organisch. Während der Tour zu „Rebel Songs“ wurde der Solo-Schauplatz erst einmal zu Nathan Gray & The Iron Roses, bis der Name der Hardcore-, Punk- und Rock-Legende komplett verschwand. Zugleich setzte Gray die Reise zum echten Selbst fort, was sich nicht nur in Style und Pronomen äußert. Von fünf überaus talentierten Musiker*innen begleitet, entstand ein erstes gemeinsames Album über (innere) Stärke und Selbstbestimmtheit, das schlicht und ergreifend „The Iron Roses“ heißt.

Weiterlesen
The Menzingers

The Menzingers – Some Of It Was True

Mittlerweile gelten The Menzingers vollkommen verdient als Punk-Institution. Gut 15 Jahre nach ihrem ersten Album tankt sich das Quartett aus Scranton im US-Bundesstaat Pennsylvania weiterhin voller Elan durch seine hymnischen bis emotionalen Songs, die Kraft aus dem Inneren schöpfen und gerne musikalische Grenzen überschreiten. Das gilt ebenso – und mehr denn je – für ihren neuesten Streich, das erste reguläre Album seit vier Jahren. Man erfüllte sich den Wunsch, eine Platte komplett live einzuspielen, und nahm zudem ausnahmsweise Eindrücke von Familie und Freunden mit. Das macht sich auf „Some Of It Was True“ hörbar bezahlt.

Weiterlesen
Blood Command

Blood Command – World Domination

Der Einstieg von Nikki Brumen erwies sich für Blood Command als Glücksfall. Mit einer neuen Stimme und frischem Kreativ-Wind verlieh sie dem eigentlich bereits fertigen „Praise Armageddonism“ das gewisse Etwas. Dieses Mal war sie von Anfang an dabei und drückt dem ohnehin eigenwilligen Death-Pop der Nordlichter ihren eigenen Stempel auf. Und das ist nicht zu überhören, denn musikalisch wagt man sogar noch mehr. „World Domination“ ist wütender und poppiger zugleich, durchaus technoid und nie um einen völlig überdrehten Spagat verlegen. Zwischen Ungerechtigkeit, unerwiderter Liebe, finsteren Abgründen und dem unbedingten Willen, niemals aufzugeben, wartet starker Tobak.

Weiterlesen
NO°RD

NO°RD – Böse Wetter

So viel toxische Scheiße, so viel Einsamkeit, so viel Hoffnungslosigkeit. NO°RD sangen davon bereits vor fünf Jahren, als ihr letztes Album durch Mark und Bein fuhr. Das Quintett aus Münster und Dortmund befasst sich notgedrungen mit ähnlichen Themen, weil es einfach nicht besser werden will, zeigt sich zugleich musikalisch und kompositorisch jedoch deutlich verbessert. „Böse Wetter“ drängt den Punk-Ansatz in neue Richtungen, der Post und Indie ebenso mitnimmt wie eine gekonnt eingesetzte Portion Pop, ohne auch nur im Ansatz obligatorische Ecken und Kanten glätten zu wollen.

Weiterlesen
Koyo

Koyo – Would You Miss It?

Erst 2020 gegründet, gelten Koyo bereits als heiße Aktie im Emo-, Punk- und (Post-)Hardcore-Sektor. Ihre bisherigen EPs wurden mehr als wohlwollend aufgenommen und legten die Grundstein für mehrere Konzertreisen (im Dezember geht es als Support von Stick To Your Guns nach Deutschland). Das erste reguläre Album wurde über sechs Wochen in einer Scheune im ländlichen New Jersey aufgenommen, von ordentlich Arbeit und einer spürbaren Liebe fürs Detail begleitet. „Would You Miss It?“ hat das Zeug zum nächsten großen Schritt und orientiert sich in Richtung Durchbruch.

Weiterlesen
Corey Taylor

Corey Taylor – CMF2

Corey Taylor ist offenkundig noch lange nicht ausgelastet und beackert schon wieder seine Solo-Spielwiese. Bereits auf dem Einstand „CMFT“ kam alles zusammen, was bei Slipknot und Stone Sour nicht so recht passte, begleitet von Ideen, die seit Jahren und Jahrzehnten darauf warteten, umgesetzt zu werden. Der US-Radio- und Streaming-Erfolg gab ihm Recht, die erste Tour war entsprechend umjubelt und gefeiert. Mehr davon findet sich nun auf „CMF2“, das nach eigenen Angaben zumindest textlich eine Spur düsterer ausfällt, zugleich musikalisch erneut richtig viel wagt und damit gewinnt.

Weiterlesen
Captain Planet

Captain Planet – Come On, Cat

Sie hatten sich etwas Zeit gelassen, Captain Planet, aber das ist vollkommen in Ordnung. Ihr letztes Album erschien vor gut sieben Jahren, das letzte Konzert spielten sie 2020. Entsprechend groß ist die Freude über frischen Output, eine neue Tour und neuen Elan. Tatsächlich war es zuletzt nicht einfach – nicht nur für die Band, sondern für eigentlich eh fast alle – und das schlägt sich auch auf dem neuesten Output nieder. „Come On, Cat“ denkt den mittlerweile bewährten Mix aus Emo und Punk mit cleveren, aufwühlenden Texten gekonnt weiter und setzt das nächste aufregende Ausrufezeichen.

Weiterlesen
Jeff Rosenstock

Jeff Rosenstock – Hellmode

Die Welt geht den Bach hinunter, die Gesellschaft kollabiert, der Planet brennt: Jeff Rosenstock hat mehr als genug Gründe, wütende und chaotische Musik für wütende und chaotische Zeiten zu machen. Auf seiner neuesten Platte haut er ganz gewaltig auf die Kacke, gibt sich so laut wie möglich und findet dabei immer wieder Momente der Klarheit, der Hoffnung. In den renommierten EastWest Studios in Hollywood, wo einst „Toxicity“ von System Of A Down und der „Bodyguard“-Soundtrack von Whitney Houston entstanden, nahm Rosenstock seinen neuesten Streich „Hellmode“ auf.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?