Catherine MacLellan – Silhouette

Catherine MacLellan

Catherine MacLellan ist ein Kritikerliebling, deren Stern hierzulande nur sehr, sehr langsam aufgeht, aktuell eher Connaisseuren ein Begriff ist. Dabei liefert die junge Kanadierin seit sieben Jahren immer wieder hervorragende Alben zwischen Country, Folk und Singer/Songwriter ab, zuletzt das überaus sympathische „Water In The Ground“, das hierzulande mit ihrem in Eigenregie veröffentlichten „Dark Dream Midnight“ im Bundle erhältlich. „Silhouette“ ist ihr mittlerweile viertes Werk, auf dem sich eine der besten Genre-Stimmen Nordamerikas erneut selbst übertrifft und Vergleiche mit einer der Größten des Country-Songwriter-Mikrokosmos zulässt.

„Silhouette“ ist – ganz nüchtern betrachtet – ein verdammt langes Album mit 14 Songs und knapp 58 Minuten Spielzeit. Wer es dennoch schafft, die Spannung problemlos hoch zu halten, muss verdammt talentiert sein. „Stealin'“ eröffnet sehr sympathisch und entspannt mit radiotauglichen Klängen, die an die ruhigeren Songs von Sheryl Crow erinnern, Country-Harmonien inklusive. Das Gitarrenspiel ist simpel aber effektvoll, die Stimme weich und bewegend. Alison Krauss lässt nicht nur hier grüßen. „Lines On The Road“ gibt sich roots-treu, kommt mit einem Hauch von Nichts und bewegenden Vocals aus, die die Magie von „Raising Sand“ einzufangen versuchen, während in „Eastern Girl“ die Drums sanft traben, tatsächlich in ländliche Gebiete entführen und ein wenig Idylle vorzutäuschen vermögen.

Man möchte nicht behaupten, die Songs wären zweitrangig, aber tatsächlich reicht alleine die weiche, wohltuende Stimme von Catherine MacLellan, um Begeisterungsstürme auszulösen. Vergleiche mit Alison Krauss sind berechtigt, Songs wie „Trickle Down Rain“, „Keep On Fighting“ und „Snowbird“ MoR-Country-Songs mit Radio-Crossover-Potential, magischen Harmonien – unter anderem gibt es in letzterem Track, im Original von MacLellans Vater Gene einen Gastauftritt der kanadischen Black Rodeo-Ikone Jim Cuddy – und bezauberndem Charme. „Silhouette“ ist ein weiteres Highlight von Catherine MacLellan, die sich vergleichsweise schlichter und bestens bekannter Mittel beginnt, diese mit einer unverwechselbar weichen, unschuldigen und doch reifen Stimme veredelt, und dabei den Country-Nerv der AC-Hörerschaft trifft. Ein echter Leckerbissen, ein magisches Stück Musik – ein Kritikerliebling, der gehört werden muss.

VÖ: 16.09.2011
True North Records (AL!VE)

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