Downswing – And Everything Was Dark

Downswing
(c) Chris Arnold

Die Metalcore-Szene teilt sich größtenteils auf zwei Hauptrichtungen auf: Die einen legen den Schwerpunkt mehr auf die Metal-Anteile wie Killswitch Engage oder All That Remains, die anderen haben den Fokus eher beim Hardcore, beste Beispiele sind hier Parkway Drive und Architects. Downswing aus Albany gehören eindeutig zur zweiten Kategorie: Der Sound der seit 2018 bestehenden Band basiert auf harten Breakdowns, aggressiven Shouts, einer klaren Hardcore-Attitüde, garniert mit einer gesunden Prise Linkin Park‚iger melodischer Refrains und elektronischen Spielereien. Das Debütalbum „Good Intentions“ setzte 2020 bereits ein Ausrufezeichen, doch mit ihrer zweiten Scheibe „And Everything Was Dark“ dürfte es für den US-Vierer karrieretechnisch deutlich nach oben gehen.

Laut Sänger Harrison Seanor ziehen Downswing ihr Ding noch viel mehr durch als auf dem Debütwerk, und das heißt im Falle des Openers „No God To Me“: knallharte Riffs, fiese Breakdowns und aggressive Shouts, aber eben auch ein harmonischer, hier und da recht elektronischer Gesamtsound, der sich besonders im melodischen Refrain vollends Bahn bricht. Auch bei den folgenden Songs „Emptiness Remains“ und „Drowned Out“ fährt die Band eine ähnliche Schiene und das durchweg auf sehr hohem Niveau, ehe sich bei den etwas softeren „Thanks For Nothing“ und „In A Daze“ auch deutliche Alternative-Metal-Anklänge zeigen. Besonders letzterer Song könnte durchaus aus der Feder von Linkin Park stammen, was definitiv als großes Kompliment zu verstehen ist.

Schwächen oder Ausfälle haben sich Downswing auf „And Everything Was Dark“ komplett geschenkt, was dazu führt, das das Gesamtwerk mit etwa 35 Minuten zwar recht kurz ausfällt, dafür aber auch von Anfang bis Ende voll reinknallt: hier mischt sich hohe Produktionsqualität mit durchweg gutem Songwriting und einem Fingerspitzengefühl für gleichzeitig wuchtige wie eingängige Refrains. Als Albenhighlights sollten an dieser Stelle dann auf jeden Fall noch der fiese Hardcore-Hassbatzen „Serpent“ auf der heftigen und das hochmelodiöse, leicht melancholische „Letting Go“ auf der ruhigen Seite erwähnt werden – perfekt vereint werden beide Seiten der Band dann beim abschließenden „Eternal“.

Downswing ist das Kunststück gelungen, auf ihrem Zweitwerk zur absoluten Höchstform aufzulaufen und eines der großen Metalcore-Highlights des Jahres 2025 abzuliefern. Die Hitdichte ist beachtlich auf „And Everything Was Dark“, so dass alles andere als ein deutlicher Karrieresprung für Downswing schier ungerecht wäre. Leider stehen in nächster Zeit ausschließlich Konzerte im US-Raum an, es bleibt zu hoffen, dass man die Band in Bälde auch auf europäischem Boden live bewundern darf.

Wertung: 4,5/5

Erhältlich ab: 24.10.2025
Erhältlich über: MNRK Records (SPV)

Facebook: www.facebook.com/downswingstyle