Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Pelzig – Medium Cool World

Da sind sie auf einmal wieder, urplötzlich, als hätte es die letzten elf Jahre nicht gegeben. Tatsächlich ist mittlerweile mehr als eine Dekade seit dem letzten Pelzig-Album vergangen. Zwischen Ingolstadt und München schien es zuletzt ruhig geworden zu sein um die zur Hälfte aus Slut-Mitgliedern bestehende Band. Warum diese Jahre des Nichts? Letztlich ist es egal, denn „Medium Cool World“ offenbart nun eine spannende Momentaufnahme und präsentiert Songs, die über einen längeren Zeitraum geschrieben wurden. Ob die Platte bereits zum Release hin altbacken ist?

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Sans Parade – Artefacts

Alles begann mit den Überresten eines Briefs, den das Trio Sans Parade während eines Videodrehs fand. Die zusammengestückelten Artefakte boten herzzerreißende Einblicke in eine zerbrochene Liebe und wurden zur Inspiration für das neue Album der finnischen Band. „Artefacts“ behandelt eine Reihe an Fundstücken und Fragmenten – Gesprächsfetzen vom Nachbartisch im Restaurant, alte chinesische Sprichwörter, religiöse Zitate aus dem Fernsehen – im gewohnt anspruchsvollen, herausfordernden Art-Pop-Format.

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Placebo – MTV Unplugged

Einst war ein „MTV Unplugged“-Album großer Karrierehöhepunkt und gleichzeitig Krönung für Bands und Musiker. Diese Ausnahmestellung hat die Reihe längst verloren. Wenn sie aber glänzt, dann dafür richtig – siehe zuletzt beispielsweise Max Herre und Gentleman. Auch Placebo werden nun in den nicht mehr ganz so elitären Kreis aufgenommen, und das pünktlich zum 20jährigen Jubiläum. Zu hören ist eine Band, die es sich verdient hat und so manche starke Idee aufs Parkett bringt.

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Kneebody + Daedelus – Kneedelus

Die Theorie der technischen Singularität geht davon aus, dass der Mensch mehr und mehr mit Computer-Technologie verschmelzen wird. Ähnliche Bestrebungen lassen sich bereits in der Jazz-Welt beobachten, wo Electro-Künstler mit Jazz-Formationen kollaborieren, oftmals aber nur ein paar schüchterne Synthis liefern. Das Jazz-Quartett Kneebody und das elektronische Duo Daedelus gehen nun aber neue Wege. „Kneedelus“ beruht von vorne bis hinten auf vollständiger Gemeinschaftsarbeit in Arrangierung und Ausführung.

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Blank & Jones present Chilltronica N°5

Wenn der Herbst langsam aber sicher in den Winter übergeht und nasskaltes Wetter das Land fest in seinen Klauen hat, dann ist es Zeit für eine neue Ausgabe der beliebten „Chilltronica“-Reihe. Blank & Jones zeigen sich auch dieses Mal wieder von ihrer Schokoladenseite, wenn sie mit einer Mischung aus eigenen Tracks und Beiträgen von Talenten dem allgegenwärtige Grau den Kampf ansagen. Auf der mittlerweile fünften Ausgabe hat sich auch ein Klassiker im besonderen Gewand eingeschlichen.

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Kytes – On The Run

Aktuell befinden sich Kytes im letzten Drittel ihrer ersten Headlinertour. Erst im Mai 2015 gegründet, hatte das Quartett zu Beginn der großen Konzertreise bloß zwei Songs veröffentlicht, die sich aber bereits über Platzierungen in den Airplay- und Hochschulcharts freuen durften. Die Münchener vermischen ungemein eingängigen Electro-Pop mit Indie Rock und einem Händchen für smoothe Ohrwürmer. „On The Run“ ist ihre erste EP.

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It’s The Lipstick On Your Teeth – No Youth EP

Nach dem etwas anderen Sommerhit melden sich It’s The Lipstick On Your Teeth in erweiterter Form zurück. Das Wiener Quartett macht sich musikalische Gegensätze zu eigen und verbinden punkige Hektik mit Pop-Appeal, Math-Kalkül mit Kunst-Installation. Was sich abstrakt liest, funktioniert auf Platte, zumindest mit etwas Geduld. Auf „No Youth“ sind nun gleich sechs Tracks zu finden, teils bereits bekannt, nach wie vor bärenstark.

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The Wainwright Sisters – Songs In The Dark

Zwei Stiefschwestern treffen sich zu einem musikalischen Stelldichein und covern Lieder, die sie als Kinder von ihren berühmten Eltern vorgesungen bekamen. Martha Wainwright und Lucy Wainwright Roche haben einen gemeinsamen Vater, wuchsen aber nicht gemeinsam auf. Als The Wainwright Sisters stürzen sie sich auf 16 düstere und doch schöne Folk-Perlen: „Songs In The Dark“ singt sich durch den elterlichen Backkatalog, nimmt Woody Guthrie, Jimmie Rogers und diverse Traditionals mit.

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Charles Pasi – Sometimes Awake

Deutsche Fans des französischen Blues- und Jazz-Songwriters Charles Pasi sind Wartezeiten gewöhnt. Zumindest physisch dauert es immer ein wenig, bis seine Alben in die Läden kommen. Im Fall von „Sometimes Awake“ nun sogar über ein Jahr. Wer sich die Platte noch nicht auf dem Import-Weg besorgt hat, sollte nun aber zuschlagen, denn der 31jährige Singer/Songwriter expandiert seinen Sound ein weiteres Mal und lässt nun auch afroamerikanische sowie Klassik-Einflüsse zu.

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Playfellow – Ephraim’s House

In Chemnitz wird eine schmerzliche Lücke geschlossen, deren Existenz wohl vielen gar nicht erst bekannt war. Fünf Jahre nach „Carnival Off“ gibt es endlich das dritte Studioalbum (möglicherweise ist es auch eine EP – die Angaben gehen auseinander) Playfellows. Mittlerweile ist der Sound des Quintetts organisch gewachsen, wird gemeinhin als „Indie Post Rock“ bezeichnet. Mit überlangen Arrangements, behutsamem Aufbau, Existenzängsten und einer der emotionalsten, bewegendsten Stimmen Deutschlands wird „Ephraim’s House“ zum grandiosen Erlebnis.

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