Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

My Sound Of Silence – Low Velocity Bullets

Die brodelnde Musikszene Umeås ist Heimat einer spannenden neuen musikalischen Beziehung. Helena Andersson und Therese Lithner wurden einander 2009 von gemeinsamen Freunden aus der lokalen Szene vorgestellt, die ihre musikalische Kompatibilität erkannt hatten. Seither feilen die schwedischen Perfektionistinnen an ihrem Sound, der im Laufe der Zeit noch eine Spur scharfkantiger und emotionaler geworden ist. Als My Sound Of Silence veröffentlichen sie nun ihr Debütalbum „Low Velocity Bullets“ und vereinen Folk in seiner Lo-Fi-Ausprägung mit einem Händchen für Pop und sperrige Gitarrenmusik.

Weiterlesen

Night Moves – Pennied Days

George Harrisons legendäres Triple-Album „All Things Must Pass“ forcierte einst die freundschaftlichen Bande von John Pelant und Micky Alfano, aus denen schließlich Night Moves entstand. Die Band aus Minneapolis vermengt verträumten Pop mit energischen Rock-Gitarren und erinnert damit nicht selten an Mercury Rev oder The Flaming Lips. Die Aufnahmen zum Zweitling „Pennied Days“ zogen sich ein wenig, weil die Beiden unter anderem wieder zurück zum Folk fanden und jene Klänge mit dem Technicolor-Sound ihres Debüts vermischten.

Weiterlesen

Blank & Jones – Milchbar // Seaside Season 8

Zum achten Mal treffen Blank & Jones und die Milchbar für eine ganz besondere musikalische Hochzeit aufeinander. Darf man nach all den Jahren mittlerweile von so etwas wie Routine sprechen? Unverkennbare Gemütlichkeit, der Charme von Norderney und ausschließlich CD-Premieren mit exklusiven Neuentdeckungen auf knapp 90 Minuten – „Milchbar // Seaside Season 8“ macht abermals so ziemlich alles richtig und hat auch die erste deutschsprachige Single des Duos am Start.

Weiterlesen

Hot Panda – Bad Pop

Kanadas Berufswahnsinnige Hot Panda melden sich mit ihrem vierten Studioalbum zurück und kämpfen, nun nur noch als Trio unterwegs, gegen das Erwachsenwerden an. Ein bisschen Revolte ist natürlich dabei, aber auch viel Melodie. „Bad Pop“ ist genau das, weil Popmusik hier nicht vorkommt. Art Punk, Noise, Indie Rock und Psychedelia geben sich die Klinke in die Hand und rauschen durch 38 herrlich überdrehte Minuten.

Weiterlesen

Teleman – Brilliant Sanity

Erst Anfang 2013 veröffentlichten Teleman ihre allererste Single, nun steht bereits ihr zweites Album in den Startlöchern. Nunmehr zum Quartett angewachsen, entwickelten sich die Londoner mit „Cristina“ und der dazugehörigen Platte „Breakfast“ schnell zu Lieblingen von Hookline-Fetischisten. Ob sie nun den Status des Alternative-Geheimtipps hinter sich lassen können? „Brilliant Sanity“ hat mit seinen elf Indie Pop/Rock-Perlen zumindest das Zeug dazu.

Weiterlesen

Jonas Alaska – Younger

In seiner norwegischen Heimat ist Jonas Alaska Dauergast in den Charts, im Radio und bei diversen Preisverleihungen. Hierzulande bäckt er noch kleinere Brötchen und machte vor einem Jahr mit „Tonight“, einer Compilation seiner bis dato nur in Norwegen erscheinenen Platten, erstmals auf sich aufmerksam. Sein neues Album „Younger“ erscheint hierzulande nun regulär. In elf Kapiteln setzt er sich mit Szenen aus dem Alltag eines typischen Teenagers auseinander.

Weiterlesen

Yuma Sun – Watch Us Burn

Das Ende der Welt ist nah und Norwegens Yuma Sun haben erneut den perfekten Soundtrack dafür geschrieben. Domesdagrock nennen sie ihren Sound, also apokalyptische Rockmusik für jedermann. Dafür mischen sie Country, Indie, Alternative und ein wenig Post Punk / Dark Wave in einem großen Topf zusammen, getragen von herrlich fatalistischen Lyrics, für die Sänger Jaran immer wieder auf den Sündenfall des Alten Testaments und ähnlich dramatisch-verwegene Topoi zurückgreift. Wer die beiden Vorgänger mochte, wird auch „Watch Us Burn“ lieben. Yuma-Sun-Neulinge schnallen sich besser an.

Weiterlesen

White Miles – The Duel

Schweißtreibender Blues, feiste Stoner-Grooves und die wuchtige Dynamik eines echten Power-Duos: Die gelebte Leidenschaft zur Musik brachte das gemischte Tiroler Doppel White Miles in den Support-Slot der letzten Eagles Of Death Metal-Tour. Den unvorstellbaren Terroranschlag auf das Pariser Bataclan überstanden sie unverletzt und standen nur ein Monat später wieder auf der Bühne. Weiter, immer weiter: White Miles lassen ihr Leben nicht von der Tragödie diktieren und melden sich mit „The Duel“ kämpferisch zurück.

Weiterlesen

Yeasayer – Amen & Goodbye

Nach dem experimentellen Höhepunkt „Fragrant World“ ging es für Yeasayer zunächst in eine kleine Pause, dann wurde die Herangehensweise geändert. Das vierte Studioalbum sollte eine Bandplatte werden, man zog sich mit einer Tape-Maschine in die Wildnis zurück und nahm gemeinsam auf. Ein Sturmschaden vernichtete den Großteil des Materials, der Rest wurde dekonstruriert und neu zusammengesetzt. Entsprechend organisch und doch sympathisch digital präsentiert sich „Amen & Goodbye“.

Weiterlesen

Hammock – Everything And Nothing

Seit mittlerweile elf Jahren verstehen sich Hammock aus dem US-Bundesstaat Kentucky auf cineastische Grenzerfahrungen, die sie in ein Soundtrack-artiges Post-Rock-Gewand kleiden. Dafür gab es in der Vergangenheit viel Lob, unter anderem von Jónsi, Stimme der isländischen Genre-Vorreiter Sigur Rós. Für „Everything And Nothing“ schlossen sich Marc Byrd und Andrew Thompson in einer abgelegenen Hütte in den Carolinas ein. Mit knapp 77 Minuten Musik sprengen sie die Grenzen der menschlichen Aufnahmefähigkeit.

Weiterlesen

Wir verwenden Cookies. Cool?