Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Oliver Koletzki feat. Bosse – Karambolage

Ein Album lang funktionierte die Idee: Auf „Großstadtmärchen“ kombinierte Oliver Koletzki („Der Mückenschwarm“) elektronische Musik mit Pop, ließ prominente Gäste wie Mieze Katz von MIA. und Axel Bosse aufmarschieren. Für die Fortsetzung gab es sogar einen Major-Deal, allerdings keinerlei Weiterentwicklung – die Höhepunkte kann man an einer Hand abzählen. Erneut vertreten ist Bosse, der das nun als zweite Single veröffentlichte „Karambolage“ mitgeschrieben und eingesungen hat – ein Silberstreif am ausgeleierten Horizont.

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Kontrust – The Butterfly Defect

Von wegen antiquiert: Kontrust beweisen seit geraumer Zeit, dass man mit Crossover immer noch ordentlich punkten kann. Ihr letztes Album „Time To Tango“ bescherte den Österreichern mit polnischer Sängerin einen Amadeus Music Awards, einen bereits jetzt legendären Auftritt am polnischen Woodstock-Festival und stattliche Klickzahlen für die dazugehörigen Videos. Allein die visuelle Volksmusik-Persiflage „Bomba“ wurde bereits weit über zwei Millionen Mal angesurft. Auch die neue Platte „Second Hand Wonderland“ setzt den Siegeszug fort. Mit „The Butterfly Defect“ hat man sogar einen potentiellen Sommerhit, zumindest aber einen weiteren mächtigen Festival-Abräumer im Gepäck.

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M83 – Reunion

Als Synth-Pop-Großmeister hat sich Anthony Gonzalez ein wenig verhoben. Das Doppelalbum „Hurry Up, We’re Dreaming“ hat zwar viele gute Momente – die erste Single „Midnight City“ ist einer davon – ist aber insgesamt eine Spur zu lang geworden, wurde mit ein wenig Füllmaterial gestreckt. Wie gut, dass sich der Franzose für die Auskopplungen auf die echten Highlights konzentriert. Mit „Reunion“ erscheint nun ein echter M83-Sommerhit, der immerhin mit einem ausladenden Download-Paket, mit einem Who-is-Who der Remix-Mafia ausgestattet wird.

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The Enemy – Streets In The Sky

In ihrer britischen Heimat längst etabliert, sind The Enemy aus dem britischen Coventry hierzulande immer noch nicht über einen gewissen Insider-Status hinaus gekommen. Nach dem Platindebüt „We’ll Live And Die In These Towns“ und dem etwas schwächeren Gold-Nachfolger „Music For The People“, die beide die deutschen Charts verpasst haben, war für Tom Clarke und Konsorten ein Tapetenwechsel angesagt. Der Majordeal wurde abgehakt, dafür hat man bei Cooking Vinyl nun sämtliche kreativen Freiheiten, die man „Streets In The Sky“ auch anhört. Auf ihrem dritten Album innerhalb von fünf Jahren geben sich The Enemy deutlich gitarrenlastiger und direkter.

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Paper – Mischmasch

Mit Bandnamen ist es ja so eine Sache. Einprägsam sollten sie sein, gerne kurz und schlagkräftig, möglichst unverwechselbar. Was sich Paper bei ihrer Gründung wohl gedacht haben? Das schwedische Trio um Calle Olsson (The Bear Quartet, Paddington DC) hat sein Debütalbum „An Object“ längst hinter sich gelassen und präsentiert auf dem direkten Nachfolger nun mehr von allem; mehr Garage Rock, mehr Punk, mehr Krautrock, mehr Elektronik. Eben ein echter „Mischmasch“, gleichermaßen komplex wie hitverdächtig, irgendwo zwischen den Hives und Joy Division.

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Coogans Bluff – Poncho Express

Als Frontmann Thilo Streubel vergangenen Sommer eine Baby-Pause einlegte, wurde Coogans Bluff die Möglichkeit zuteil, beim Duna Jam Festival auftreten. Die Songs wurden gemeinsam mit Stefan Meinking (Trombone) und Max Thum (Saxophon) umarrangiert, um den fehlenden Gesang zu kaschieren. Gleichzeitig entstand aber neues Material, nicht rein instrumental und doch ein wenig anders. Neun Jahre nach Bandgründung sind die Herren aus Rostock, Leipzig und Berlin in einer Art Heavy Funk-Makrokosmos gelandet, den nunmehr Bassist Clemens Marasus mit gelegentlichen Vocals befeuert. Entsprechend spannend und interessant neu klingt auch das neue Album „Poncho Express“.

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The Bamboos feat. Aloe Blacc – Where Does The Time Go?

Mit dem anstehenden Sommer schwappt auch der dazu passende Sound nach und nach gen Europa. Dabei darf es auch gern südlich sein, wobei südlicher als Australien wohl kaum möglich ist. Dort residiert das Soul- / Funk-Kollektiv The Bamboos, das sich über mehrere Alben den Ruf als hervorragender Studio- und Live-Act erarbeitet hat. „Medicine Man“, die bereits fünfte Platte, erscheint am 1. Juni und wirft einen potentiellen Hit-Kandidaten weitestgehend unbeachtet als Download ab. „Where Does The Time Go?“ glänzt dabei nicht nur als beseelt-poppiges Instrumental, sondern hat überdies einen bestens bekannten Gastsänger zu bieten.

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Callejon – Porn From Spain 2

Dank Callejon weiß man, dass moderner Metal bzw. Metalcore und deutsche Texte durchaus miteinander harmonieren können. Zwischen Zombies und verfaultem Zirkuszelt haben sich die fünf Düsseldorfer in die Hartwurst-Herzen der Nation gespielt. Mit einem neuen Label im Rücken wird nun der Release von „Blitzkreuz“ am 15. Juni vorbereit, für den man mit Colin Richardson und Ted Jensen zwei internationale Größen für den Mix und das Mastering gewinnen konnte. Für den ersten Aufgalopp setzt man nun auf Party galore: „Porn From Spain 2“, die Fortsetzung des „Zombieactionhauptquartier“-Rausschmeißers, damals mit Nico von K.I.Z. als Gast-Raper, geht betont derb nach vorne und punktet mit prominenter Unterstützung.

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Soulsavers – The Light The Dead See

Nach zwei spannenden Alben zwischen Blues Rock, Soul und Electronica beschreiten die Soulsavers neue Wege. Während der bisherige Hauptsänger Mark Lanegan mit einem neuen Soloalbum beschäftigt ist, singt nun Dave Gahan für das Produzenten- und Remix-Duo Rich Machin und Ian Glover. Ausgangspunkt war die gemeinsame Europa-Tour von Depeche Mode und Soulsavers 2009/10. Gahan, mittlerweile von seinem Blasentumor genesen, schätzte die Auftritte seiner britischen Landsleute, ein gemeinsamer Nenner war schnell gefunden, Demos wurden quer über den Atlantik verschickt. Auf „The Light The Dead See“ entfernen sich beide Parteien ein wenig von elektronischen Klängen und präsentieren ein beseeltes, bluesiges, organisches Album, gezeichnet von emotionaler Schwere und Gospel-Elementen.

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Electric Guest – Mondo

Während die warme Jahreszeit stockend Einzug hält, könnte die Indie-Welt seine MGMT-Nachfolger und gleichzeitig Lieferanten für den perfekten Sommer-Soundtrack bereits gefunden haben. Obwohl es Electric Guest erst seit 2010 gibt, haben die Songs des Duos bereits eine Entwicklung von mehr als fünf Jahren hinter sich. In Brian Burton aka Danger Mouse (Gnarls Barkley, Broken Bells, The Black Keys) haben Asa Taccone aus Berkley, Kalifornien und Matthew Compton aus Danville, Virgina den perfekten Produzenten für „Mondo“ gefunden, das durch und durch wie eine Mouse-Platte klingt. Electro, Soul, Funk, RnB, Pop, Rock und Psychedelia geben sich 38 Minuten lang die sprichwörtliche Klinke in die Hand.

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