Autor: Walter Kraus

Ich bin, also denke ich.

Caliban – Coverfield

Auf neues Material von Caliban wartet man schon ein klein wenig. Zwar ist ihr Century-Media-Debüt „Say Hello To Tragedy“ erst vor zwei Jahren erschienen, doch dank starker Live-Präsenz und unermüdlichem Touren wird der Schrei um Nachschub umso lauter. Eine neue Platte ist auch bereits in Arbeit, die allerdings erst Anfang 2012 in den Läden stehen sollen. Um die Wartezeit zu überbrücken, erscheint nun die EP „Coverfield“, auf der Caliban fleißig covern und in punkto Songauswahl ordentlich überraschen.

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Patrice – Nothing Better

Das Frühjahr 2011 steht längst in voller Blüte. Was für Allergiker furchtbar klingt, ist für Liebesjunkies eine großartige Sache. Frühlingsgefühle und Herzchen, wohin das Auge reicht – es braucht keine königliche Hochzeit, um das zu merken. So passt es auch, dass Patrice in „Nothing Better“, der dritten Auskopplung seines fünften Studioalbums „One“, das pure Hochgefühl der Zweisamkeit, die Glücksgefühle des Verliebtseins besingt. Denn eines ist klar: Besser als eine rosarote Brille, das geht einfach nicht.

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Young Legionnaire – Numbers

Als Yourcodenameis:milo um Sänger Paul Mullen 2006 im Rahmen ihres Kollabo-Albums „Print Is Dead Vol. 1“ einen Track mit Gordon Moakes von Bloc Party aufnahmen, konnte wohl kaum jemand ahnen, was Jahre später kommen würde. Yourcodenameis:milo sind Weg vom Fenster, Bloc Party kehren gerade ihrerseits von einer längeren Pause zurück. Zeit genug für Moakes und Mullen (mittlerweile bei The Automatic) als Young Legionnaire ein Album einzuspielen. „Crisis Works“ heißt es, erscheint am 6. Mai und wird von der E-Single „Numbers“ entsprechend behypet.

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Dredg – Chuckles And Mr. Squeezy

Vor Dredg muss man den Hut ziehen. Wie sich das Quartett aus Los Gatos, Kalifornien von ihrem genial durchdachten Indie-Release „Leitmotif“ über die Modern-Prog-Blaupause „El Cielo“ hin zu den deutlich eingängigeren, cleveren Werken „Catch Without Arms“ und „The Parrot, The Pariah, The Delusion“ entwickelt haben, ist durchaus beeindruckend. Wer das letzte Album bereits als zu ‚massenkompatibel‘ empfunden hat, darf es nun mit der Angst zu tun bekommen. Auf „Chuckles And Mr. Squeezy“ zelebrieren Dredg ihre Vision von düsterer Popmusik. Ohne Netz und doppelten Boden.

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Blackmail – Anima Now!

Nach dem großen Nackenschlag und vermeintlichen Aus melden sich Blackmail zurück. Die Trennung von Sänger Aydo Abay am 11. Dezember 2008 hat ein mittleres Erdbeben in der deutschen Rocklandschaft ausgelöst und im Gegenzug neue Musik der (Neben-)Projekte KEN und Scumbucket vorangetrieben. In Mathias Reetz wurde mittlerweile ein Nachfolger gefunden, der auf dem gemeinsamen Einstand „Anima Now!“ – der erste Release über das eigene Label 45 Records – in große Fußstapfen treten muss.

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The Rolling Stones – Die Storys zu allen Songs

Unglaublich aber wahr: 2012 feiern die Rolling Stones ihr 50jähriges Bandjubiläum – ein Meilenstein, den kaum Bands auch nur annähernd erreichen. Sogar ein neues Album soll geplant sein, es wäre ihr 23. Studioalbum. Wie man den unheimlich umfangreichen Back-Katalog der Veteranen am besten aufarbeitet, demonstriert Musik-Kritiker Steve Appleford. „The Rolling Stones – Die Storys zu allen Songs“ ist ein Update seines 2002 erschienen Werks „Rip This Joint“ und bietet genau das, was auf dem Cover steht – Informationen und Hintergrundgeschichten zu (fast) allen Stones-Songs.

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Nervecell – Psychogenocide

Mit Schweden assoziiert man knüppelharten Todesstahl, mit Norwegen Black Metal, mit der US-amerikanischen Bay Area die Urväter des Thrash Metal. Aber Dubai? Harte Musik in den Vereinigten Arabischen Emiraten? Was wie ein Paradoxum klingt, ist mit Nervecell Realität geworden. Exotenbonus hin oder her – „Preaching Venom“ war ein amtlicher Death- / Thrash-Nackenschlag, die dazugehörige Tour ein absoluter Erfolg. Verständlicherweise wird dem Nachfolger „Psychogenocide“ nun deutlich erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt. Sorgen muss man sich um das live-erprobte Trio aber nicht machen – Nervecell wachsen mit ihren Aufgaben.

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The Gates Of Slumber – The Wretch

So langsam und gewollt behäbig ihre Musik auch wirken mag, so umtriebig sind The Gates Of Slumber, wenn es um neues Material geht. „The Wretch“ ist ihr bereits sechtes Studioalbum seit 2004 – das zweite für Rise Above – nebst zahlreichen Kleinformaten, Split-Releases und Sampler-Beiträgen. Nicht nur für Doom-Verhältnisse feuert das Trio aus Indianapolis rasend schnell. Der Cloud dabei: Sie werden immer besser, mächtiger, präziser und setzen aktuell ein weiteres, klassisch angehauchtes Ausrufezeichen.

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Red Fang – Murder The Mountains

Auf der Suche nach ihrem ultimativen Sound sind Red Fang fündig geworden. Was das vor zwei Jahren veröffentlichte, selbstbetitelte Werk bereits angedeutet hatte, wird nun auf dem Relapse-Debüt „Murder The Mountains“ konsequent fortgeführt: Catchy und kaputt wie die Melvins, treibend und druckvoll rockend wie Alice In Chains und Queens Of The Stone Age. Das mächtige Riff wird vom Quartett aus Portland / Oregon zum Götzenbild verklärt, mächtiger Stonersound mit Rock-Einschlag und einem leicht auf Sludge schlielenden Auge exzessiv zelebriert. Dosen hin oder her.

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Kellermensch – Moribund Town

Deutsche Begriffe in Fremdsprachen wirken meist ein bisschen sperrig – siehe Kindergarten oder Sauerkraut. Mit Kellermensch wurde man bislang allerdings nicht konfrontiert. Dabei handelt es sich keineswegs um einen Euphemismus für Josef Fritzl, sondern um eine der interessanten Rock-Newcomer-Bands dieses Jahres. Eigentlich hat das 2006 im dänischen Esbjerg gegründete Sextett – der Name entstammt der deutschen Übersetzung eines Werks Dostojewskis – das selbstbetitelte Debütalbum bereits vor zwei Jahren in Eigenregie veröffentlicht, doch hierzulande ist es erst Ende Juni soweit. Die Vorabsingle „Moribund Town“ verkürzt die Wartezeit erfolgreich und macht Lust auf mehr.

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