Kategorie: Reviews & Previews

Jonathan Jeremiah – Oh Desire

Die Zeiten, in denen sich Jonathan Jeremiah seine Studiostunden hart erarbeiten musste, sind vorbei. Mit seinen beiden Alben „A Solitary Man“ und „Gold Dust“, diversen Soundtrack-Beiträgen und Tour-Aktivitäten konnte sich der Brite auch beim deutschen Publikum einen Namen machen. Aus den geplanten drei Wochen Aufnahmesessions, für die Jeremiah erstmals seine komplette Live-Band einsetzte und gleichzeitig selbst produzierte, wurde ein halbes Jahr;  Zeit, die sich für die Entstehung von „Oh Desire“ lohnte.

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This Love Is Deadly – Want

Vor etwas mehr als drei Jahren debütierten This Love Is Deadly mit ihrer sympathischen eponymen Platte zwischen Rock, Noise, Psychedelic, Pop und außerweltlichen Klängen. Das Trio aus Berlin will mehr und präsentiert dabei weniger, denn für den Release ihres zweiten Albums wählen sie verhältnismäßig unorthodoxe Wege. Kein Stream, kein Download, ja noch nicht einmal eine CD gibt es von „Want“; das neue Kunstwerk wird einzig auf LP via Bekassine Records erhältlich sein.

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Hodja – The Band

Mit dem Umzug von Gamiel Stone nach Kopenhagen wanderte ein Stück New York in die dänische Hauptstadt – Stones erste Aufnahmen fanden einst unter der Ägide von Huey Morgan (Fun Lovin‘ Criminals) statt. Den Soul und Blues dieser Zeit hat er nach Skandinavien mitgebracht, wo er mit Schlagzeuger Matthias Arbo Klein Reverend Shine Snake Oil Co. gründete. Im Zuge der dazugehörigen Aufnahmen freundete sich das Duo mit Boi Holm an, Hodja war gegründet. Auf „The Band“ destilliert das Trio Blues und Rock’n’Roll auf 32 begeisternde Minuten.

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Portico – Living Fields

Zuerst Nick Mulvey, dann Keir Vine – mit fixen Sängern hatte das Portico Quartet in der Vergangenheit kein Glück. Entsprechend bleiben die drei Instrumentalisten nun unter sich und streichen das Quartet aus ihrem Bandnamen. Auch musikalisch wird die bereits angedeutete Weiterentwicklung abgeschlossen: Future-Jazz ist ein Ding der Vergangenheit, Electro ist mittlerweile das Maß aller Dinge. Als Portico veröffentlichen die Briten nun „Living Fields“, das sie als ihr Debütalbum sehen, und werden von drei prominenten Gastsängern unterstützt.

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Death By Chocolate – Among Sirens

Mit schweren Gitarren und packenden Melodien ausgerüstet, eroberten Death By Chocolate ihre Schweizer Heimat. Mit dem aktuellen Album „Among Sirens“ ging es für die Mannen aus Biel in die Top 10, eine Nominierung bei den Swiss Music Awards sowie gemeinsame Auftritte mit The Blue Van folgten. Besagte Platte erscheint nun auch in Deutschland und erinnert an die Anfänge von Mando Diao wie auch an die Übergangsphase der Arctic Monkeys von Garage-Helden zu Desert-Größen.

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The Jon Spencer Blues Explosion – Freedom Tower – No Wave Dance Party 2015

Wenn die Jon Spencer Blues Explosion auf die Bühne marschiert, wird es zuweilen spektakulär. Ihre ureigene Mischung aus Blues, Punk und Rock’n’Roll wird im kommenden Jahr ein Vierteljahrhundert alt. Die obligatorische Party veranstaltet das Trio aber schon heuer: „Freedom Tower – No Wave Dance Party 2015“ ist eine Hommage an ihre Heimatstadt New York City. Über 13 Songs lassen sie verschiedene Facetten und Figuren des Big Apple zu gewohnt staubtrockenen, pulsierenden Riffs tanzen und shaken.

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Fyfe – Control

Das Musikgeschäft schien den 25jährigen Briten Paul Dixon nie sonderlich zu faszinieren. Stattdessen konzentrierte sich das Multitalent auf sein Wirtschaftswissenschaftsstudium und wurde quasi im Vorbeigehen unter dem Pseudonym David’s Lyre gesignt. Dixon löste den Vertrag, enttäuscht durch mangelnde Kommunikation und fehlendes Vertrauen, später auf, durfte aber unter anderem Marina And The Diamonds und Everything Everything remixen. Als Fyfe hingegen schwirrt er seit Jahren durch die Blogosphäre und hat nun doch sein Studium aufgegeben, um sich der Musik zu widmen. Sein Debütalbum „Control“ setzt angenehme Pop-Impulse.

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Moonspell – Extinct

Moonspell konnte man in den gesamten 25 Jahren ihrer Karriere nie auf eine bestimmte Musikrichtung festsetzen. Schwörte das Quintett zu Demo-Zeiten noch auf Black Metal, war ihr Debütalbum „Wolfheart“ ein Meisterwerk des Dark Metal, ehe sie mit „Irreligious“ ins Gothic-Lager wechselten. Bei späteren Alben kamen Einflüsse aus der Folklore („Sin/Pecado“) und aus dem Industrial-Bereich („The Butterfly Effect“) hinzu, ehe mit „Darkness And Hope“ die Rückkehr zum Gothic folgte und „Memorial“ sogar leichte Black Metal-Anleihen aufwies. Das letzte, beinahe schon thrashige Album „Alpha Noir“ war nach dem genialen Gothic Metal-Prachtstück „Night Eternal“ dann doch eine kleine Enttäuschung, da sich trotz starker Songs auf Dauer die Monotonie breit machte – da half auch das Gothic-lastige Bonusalbum „Omega White“ wenig. Umso erfreulicher ist es, dass der zwölfte Band-Output „Extinct“ eines der abwechslungsreichsten Werke in der Geschichte der Portugiesen geworden ist.

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Soup – The Beauty Of Our Youth

Wie beschreibt man Musik, die jeder Beschreibung spottet? Wie findet man den gemeinsamen Nenner einer Platte, die sich auf nichts reduzieren lassen will? Und vor allem: Nudelsuppe oder Cremesuppe? Soup aus dem norwegischen Trondheim zelebrieren ein musikalisches Spektrum, das weit über die herkömmliche Definition von Rock hinausgeht, das progressive Klänge und Soundtrack-Elemente miteinander vereint für so manche spektakuläre Überraschung. Auf „The Beauty Of Our Youth“ wächst das ehemalige Soloprojekt von Sänger Erlend Viken über sich hinaus.

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Hurricane Dean

Hurricane Dean – N53° E7°

Zeit für ein neues Genre: Hurricane Dean nennen ihren Sound ‚Bright Wave‘ und treffen damit den Nagel auf den Kopf. Anders gesagt, lehren fünf Ostfriesen Paul Banks von Interpol das Lächeln. Im Spannungsfeld von New Wave und Indie Rock konnten die Nordlichter bereits rund um den Globus Erfolge feiern, standen unter anderem an der Spitze der polnischen Radiocharts und teilten sich die Bühne mit Alicia Keys und Billy Talent. Die gesammelten Eindrücke wurden nun auf das Debütalbum „N53° E7°“ – wohl die Koordinaten Langeoogs – gebannt.

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