Schlagwort: Alternative Rock

Daily Thompson

Daily Thompson – God Of Spinoza

Mund abwischen, weitermachen: Im Sommer 2020 veröffentlichten Daily Thompson das mächtige „Oumuamua“, bloß mit der dazugehörigen Tour wollte es nicht so recht klappen. Also nahm man die angestaute Energie einfach mit in den Proberaum und spielte weiter. Die drei Dortmunder wollten vor allem nicht auf der Stelle treten. War die letzte Platte über weite Strecken noch heavy wie Sau, ist davon jetzt etwas weniger zu hören. „God Of Spinoza“ setzt zwar weiterhin auf spacige Psych-Ideen, holt sich aber zusätzlich lässig abgehangenen 90s-Alternative-Rock ins Boot. Und das funktioniert hervorragend.

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Tristesse

Tristesse – Im schwächsten Licht

Vor zwei Jahren trafen sich fünf Berliner Jungs in einer lokalen Kneipe und diskutierten Pläne für eine gemeinsame musikalische Zukunft. Mit ihren ersten Tracks sorgten Tristesse für Aufmerksamkeit – eine aufwühlende Mischung aus Indie, Shoegaze, Alternative, Grunge und Dream-Pop, die hinter fast schon euphorischem Sound durchaus ernste Themen verpackt. „Im schwächsten Licht“ ist ihre erste EP und bemüht dicke Klangteppiche auf der Suche nach der eigenen Identität.

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Musa Dagh

Musa Dagh – Musa Dagh

Lange Jahre wurde der Begriff ‚Supergroup‘ geradezu inflationär gebraucht, schien sich aber zuletzt ein Stück weit zurückzuziehen. Und tauchen einige Herren auf, die diesen Namen wirklich verdient haben. Hinter Musa Dagh – benannt nach einem Zufluchtsort für 4.000 Armenier während des Völkermords im Jahr 1915 – stecken Charakterstimme Aydo Abay (ABAY, Ken, ehem. Blackmail) Noise-Rock-Großmeister Aren Emirze (Harmful, Taskete! und Emirsian), Schlagzeug-Powerhouse Thomas Götz (Beatsteaks) und Rock-Superproduzent Moses Schneider. Das erste Album heißt wie die Band und der Sound ist von impulsiver Wucht.

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Oasis

Oasis – Knebworth 1996

Mitte der 90er ging der kometenhafte Stern von Oasis auf. Gemeinsam mit Blur wurden sie zu den Gesichtern des Britpop, kurz darauf erfasste die Cool-Britannia-Welle die Welt. Mittendrin fanden zwei ikonische Gigs statt, die auch ein Vierteljahrhundert später noch nachhallen: Knebworth Park in Hertfordshire am 10. und 11. August 1996. Über eine Viertelmillion Fans sahen die Gallagher-Brüder und Konsorten an diesen beiden Nächten. Passend zum Dokumentarfilm über das monumentale Ereignis erscheint nun „Knebworth 1996“, das begleitende Live-Album, natürlich auch als Bewegtbild-Format erhältlich.

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Suntitle

Suntitle – In A Dream

Weich, verwaschen, scharfkantig und unvorhersehbar: Suntitle firmieren unter dem Alternative-Emo-Banner, was zugleich alles und nichts heißt. Das US-Quintett, dessen Mitglieder sich auf New Jersey, Pennsylvania und Massachusetts verteilen, tourte zunächst mehrere Jahre, bevor 2020 eine erste EP erschien und nun das Debütalbum vorbereitet wird. „In A Dream“ macht seinem Namen tatsächlich Ehre, denn die unwirkliche Präsentation zwischen beißender Härte, poppigen Hooks und dichter, surrealer Atmosphäre spielt sich geschickt jenseits jeglicher Erwartungen ab.

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Kills Birds

Kills Birds – Married

Eine Band als Zeichen von Freundschaft, so begingen Nina Ljeti und Jacob Loeb vor vier Jahren Kills Birds. Gemeinsam mit Fielder Thomas verteilten sie auf ihrem Debütalbum Arschtritte zwischen Grunge, Punk, New Wave und Alternative, was unter anderem prominente Fans wie Kim Gordon und Dave Grohl begeisterte. Letzterer lud das Trio sogar in sein eigenes Studio ein, um den Nachfolger aufzunehmen. Es war, nach ein paar Proben, für die drei Musiker*innen ein wichtiger Schritt aus der Pandemie-bedingten Isolation. „Married“ gibt sich in jeder Hinsicht vielschichtiger, dringlicher und persönlicher.

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Palila

Palila – Rock’n’Roll Sadness

Zwei erdige EPs voller kompetenter Gitarrenmusik zwischen 90s-Retro-Charme, post-modernem Nostalgiegefühl und kerniger DIY-Attitüde katapultierten Palila in den letzten beiden Jahren direkt in den verdienten Fokus. Das Hamburger Trio mag es vergleichsweise schlicht, direkt und schnörkellos, aber auch eine Spur schroff und ungeschliffen, wie sich das nun mal für echte Rohdiamanten gehört. Solche gab es auf den beiden Kleinformaten zuhauf, nun folgt die Kür auf Albumlänge. Mit dem treffend betitelten „Rock’n’Roll Sadness“ werden sämtliche Erwartungen vollends erfüllt. And then some.

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The Wolf Howls When I Scream Your Name

The Wolf Howls When I Scream Your Name – Grief Songs

Wenn eine Band mehr Wörter im Namen trägt, als sie über fixe Mitglieder verfügt, darf man hellhörig werden. In schöner Regelmäßigkeit veröffentlichen The Wolf Howls When I Scream Your Name neue Kleinformate, die Alternative Rock, Grunge und etwas Mut zum Experiment in sich tragen. Zudem hatte das Trio immer schon ein gewisses Faible für Midwest-Emo, das nun deutlicher denn je an die Oberfläche tritt. Zwar nennt sich „Grief Songs“ offiziell ebenfalls eine EP, bei acht Tracks und 39 Minuten Spielzeit würden andere schon von einem vollwertigen Album sprechen.

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Together Pangea

Together Pangea – DYE

Sozial distanziertes Songwriting und Aufnehmen von Demos stellte Together Pangea vor eine neue Herausforderung. Man konnte für den Feinschliff nicht ins Studio gehen, also schickte man die ersten acht Demos dem A&R-Mitarbeiter ihres Labels … der sie herausforderte, komplett neue Songs zu schreiben. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, beflügelte diese Ansage die Band. Zehn weitere Tracks entstanden, der Großteil von ihnen landete tatsächlich auch auf der neuen Platte. „DYE“ zeigt ein Trio, das deutliche mehr Zeit für Songwriting, Proben und Aufnahmen hatte, das zugleich aber keinen Hehl darum macht, sich ohne Tour-Aktivitäten eingesperrt zu fühlen.

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Slow Crush

Slow Crush – Hush

Hektische Zeiten sind offenbar der ideale Nährboden für oberflächlich entspannte Klänge. Tatsächlich brodelt es bei Slow Crush nahezu durchgehend. Von Ende 2018 bis Januar 2020 tourten die Belgier fast durchgehend und schrieben nebenbei neues Material, dann sorgten die unfreiwilligen Absagen tatsächlich für ein wenig Ordnung im Chaos. Das Privatleben war vernachlässigt worden, zwei Bandmitglieder waren von Bord gegangen und die bisherige Plattenfirma löste sich in Rauch auf. Gewissermaßen funktioniert der Zweitling „Hush“ nun wie ein Mini-Neustart und zeigt gewohnte Stärken mit frischen Perspektiven.

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