Schlagwort: Alternative Rock

Glazyhaze

Glazyhaze – Sonic

In Italien wächst aktuell eine spannende Generation an Gitarrenbands heran, vielfältig aufgestellt und zudem richtig gute Songwriter. Glazyhaze reihen sich nahtlos in diese Riege ein. Erst Ende 2021 in Venedig gegründet, veröffentlichte das Quartett mit „Just Fade Away“ bereits ein Album, das sich via Shoegaze zum ehrlichen Ausdruck von Emotionen jenseits gesellschaftlicher Normen vorarbeitete. Auch der Nachfolger „Sonic“ kommt gefühlvoll ums Eck, widmet sich jedoch der Liebe in all ihren komplexen Subformen. Passend dazu wagt man musikalisch deutlich mehr und teilt diesen Zweitling in eine vergleichsweise fröhliche, melodische und eine beschauliche, introspektive Seite.

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Dirty Talons

Dirty Talons – Deep Dive

Mit einem packenden Zwischending aus Album und diskographischer Songsammlung machte das österreichische Sextett Dirty Talons im Herbst 2023 von sich reden. Die Mischung aus klassischen Rock-Tönen, poppigen Indie-Weisheiten und brachialer Hardcore-Attacke, von Jess Howells‘ Gesang entsprechend angetrieben, hallt immer noch nach und erhält nun eine Fortsetzung. „Deep Dive“ wurde in den legendären Middle Farm Studios unter Regie von Peter Miles (u. a. Architects, Petrol Girls) direkt auf Tape gebannt und zeigt nicht nur musikalische Geschlossenheit, sondern zugleich den nächsten kleinen Leistungssprung.

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Bob Mould

Bob Mould – Here We Go Crazy

Ungebrochen betriebsam und kreativ, so zeigt sich der im Herbst 65 Jahre werdende Bob Mould. Die Alternative-Legende veröffentlichte das letzte, sehr politische Solowerk 2020, als die erste Amtszeit Trumps zu Ende gehen. Dass der Nachfolger nur wenige Wochen nach Beginn der zweiten erscheint, passt ins Bild. Mould widmet sich elementaren Themen, die sich auf die heutige Zeit umlegen lassen, wie Chaos versus Ordnung oder Mensch versus Natur, und reduzierte die Arrangements auf das, was wichtig ist, was ihn als jungen Gitarristen begeisterte. „Here We Go Crazy“, das 15. Soloalbum, serviert einmal mehr Alternative- und Power-Pop-Magie in Reinkultur.

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HotWax

HotWax – Hot Shock

Zwei EPs, Top-Festival-Gigs und namhafte Supporter: Für HotWax könnte es aktuell kaum besser laufen. Das Trio aus der britischen Küstenstadt Hastings bringt mehr als verdienten Hype mit und will diesen in Zählbares umwandeln. Die Voraussetzungen stimmen: Unter anderem arbeitete man mit Catherine Marks (Boygenius, Wolf Alice), Steph Marziano (Picture Parlour, Cassandra Jenkins) sowie Warpaint-Schlagzeugerin Stella Mozgawa zusammen, teils wurden die Songs im Live-Setting eingespielt, um die besondere Bühnenenergie einzufangen. „Hot Shock“, das erste komplette Album, verbindet die unruhige Zeit des Erwachsenwerdens mit jugendlicher Unbekümmertheit.

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No Body

No Body – Loves You

Nach dem Ausstieg bei Musa Dagh hat der umtriebige Aydo Abay die nächste Band am Start – und die ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Im Sommer 2021 wurde er von Sascha Wiercinski, der als Old Nobody instrumentalen Post Rock macht, angeschrieben, er hätte Musik mit Abays Stimme im Kopf geschrieben. Der lehnt zwar aus Zeitgründen erst einmal ab, bleibt von den Songs fasziniert. Letztlich entschied man sich, ein komplettes Album zu machen. Am Schlagzeug sitzt Thomas Götz (Beatsteaks), mit dem Abay bereits auf der ersten Musa Dagh-Platte zusammenarbeitete. Gemeinsam nennt sich das Trio No Body, der Einstand heißt „Loves You“.

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The Pighounds

The Pighounds – Tutti Frutti

Der berühmte nächste Schritt ist endlich hier: The Pighounds rumpelten vor knapp vier Jahren erstmals durch die Garage, nur um sich wenig später auf hohem Niveau zu konsolidieren. Schon in dieser frühen Phase war klar, dass Peter Bering und Alessandro de Luca relativ wenig auf typische Rock-Duo-Klischees geben und ihren Sound gerade auf Platte mit wachsender Begeisterung gedeihen lassen wollen. Exakt das geschieht nun in Form von „Tutti Frutti“, das sich mehr denn je mit 90s-Klängen, mit Stoner-Riffs, aber auch mit hymnischer Melodik und roher Punk-Attitüde identifiziert.

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Oversize

Oversize – Vital Signs

Zwei EPs und umjubelte Gigs brachten Oversize binnen kürzester Zeit ins Visier diverser Tastemaker auf der Insel. Das britische Quintett versteht sich auf einen bewusst 90s-lastigen Sound, der rund um Shoegaze unter anderem Emo, Alternative Rock, Metal und etwas Post-Hardcore reiht, als würden Hum und Deftones gemeinsame Sache machen. Und doch zieht die Band ihr eigenes Ding durch, arbeitet mit Klangräumen und ausufernder, dynamischer Arrangierung. Ihr erstes Album „Vital Signs“ löst frühe Versprechung erstaunlich souverän und unfassbar mitreißend ein – and then some.

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Anxious

Anxious – Bambi

Nach dem Release ihres starken ersten Albums „Little Green House“ gingen Anxious erst einmal zwei Jahre lang auf Tournee. Unter umjubelte Konzertreisen mischten sich jedoch Zweifel. So spielte Sänger Grady Allen mit dem Gedanken, den College-Abschluss nachzuholen, was innerhalb der Band für Spannungen sorgte und sogar einen Bruch in den Raum stellte. Eine Tour durch Asien und die USA brachte Anxious zurück ins Gleichgewicht, im Studio erkämpfte man sich das Vertrauen zurück. Zugleich zeigt sich „Bambi“, ein ursprünglich angedachter Bandname in jugendlichem Übermut, im besten Sinne größer und erwachsener, durch die kleinen und großen Krisen gestärkt.

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Death By Unga Bunga

Death By Unga Bunga – Raw Muscular Power

Wider der Unsicherheit schnallen sich Death By Unga Bunga einmal mehr die Gitarren um und legen beherzt los. Das Quintett aus dem norwegischen Moss setzte sich bereits 2021 gegen „Heavy Male Insecurity“ ein und bekämpft diese Epidemie nun weiter. Erwachsen sollen andere werden, denn der angepunkte Rock aus der Garage funktioniert weiterhin dann am besten, wenn man einfach macht: „Raw Muscular Power“ geht die Angelegenheit – wenig überraschend – mit roher Gewalt an, schüttelt Hooks in rauen Mengen aus dem Ärmel und realisiert im Vorbeigehen die ureigene Scandi-Rock-Vision.

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Flash Forward

Flash Forward – Renegade

Eine der umtriebigsten deutschen Rockbands meldet sich zurück. Im Herbst 2010 im Ruhrgebiet gegründet, können Flash Forward mittlerweile auf sechs Alben zurückblicken, schafften es in die Charts, entwickelten ihren anfangs im Pop-Punk beheimateten Sound kontinuierlich weiter und etablierten sich als Live-Macht, sei es bei eigenen Touren oder als beliebter Support-Act. So kann es weitergehen, und genau das tut es auch: „Renegade“ stellt sich den Herausforderungen des Lebens, geht offen mit vielfältigen und gerne mal widersprüchlichen Gefühlen um, und entwickelt zugleich Pop-Sensibilitäten weiter, ohne dabei an Rock- und Alternative-Power einzubüßen.

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